1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Kaufbeuren

Die eza!-Energieberatung bietet kostenlose Ortstermine zur Beratung

Erstellt:

Von: Felix Gattinger

Kommentare

Energieberatung im Eigenheim
Experten im Eigenheim: Für das Haus von Reter Konrad (re.) erstellen die Energieberater Peter Andreas-Tschiesche und Stefan Schleszies (v. li.) einen individuellen Fahrplan, dem ein langfristig gedachtes Konzept zu Grunde liegt. In der Mitte Bürgermeister Oliver Schill. © Gattinger

Kaufbeuren – Seit Jahren schon stehen effizientes Heizen und das Einsparen von Energie gerade bei Eigenheimbesitzern an zentraler Stelle. Was einst durch die Klimabewegung entfacht wurde, ist spätestens seit der europaweiten Energiekrise ein Dauerbrenner. Wie kann ich die Energiekosten senken? Arbeitet meine Heizungsanlage effizient? – Diese Fragen stellen sich derzeit auch viele Hausbesitzer in der Region. Die Entscheidung, welche Maßnahmen wann und in welcher Kombination mit anderen Maßnahmen sinnvoll sind, ist gerade bei Bestands­immobilien äußerst komplex, sodass viele unsicher sind, wie viel Geld sie in die Hand nehmen müssen, und vor allem, wie viel Einsparung auf längere Sicht dadurch möglich wird. Antworten darauf können beispielsweise Energieberater der Verbraucherzentrale Bayern und des Energie- und Umweltzentrums Allgäu (eza!) bei der Vor-Ort-Beratung geben. Im Rahmen der Aktion Check-Dein-Haus bietet die Stadt Kaufbeuren 50 dieser Vor-Ort-Beratungen im Stadtgebiet kostenlos an. Der ­Kreisbote war bei einer Musterberatung im Birkenrieder Weg dabei und traf dort auch Kaufbeurens Zweiten Bürgermeister Oliver Schill an, dem diese Beratungen sehr am Herzen liegen.

Die Beratungen im Stadtgebiet sind derzeit weitgehend ausgebucht, dennoch sind noch einzelne Termine zu vergeben. Schill ist es besonders wichtig, dass auch kleinere Kommunen im Landkreis diese Beratungsangebote verstärkt nutzen.

Peter Konrad, dem Hausbesitzer im Birkenrieder Weg, geht es aktuell um zwei Fragen, die sich Viele gerade stellen: Welche Form der Heizung empfiehlt sich für sein Haus (Baujahr 1957), das er um die Jahrtausendwende großteils in Eigenleistung saniert und nach damaligen Stand der Technik ausgerüstet hatte, wenn es die alte Gasheizung mit Solarunterstützung nicht mehr tut? Ferner denkt er im Rahmen der Fenstererneuerung auch über eine Außendämmung nach. Im Gespräch mit den beiden Energieberatern Stefan Schleszies und Peter Andreas-Tschiesche (Bereichsleiter eza!-Energieberatung) ergaben sich Aspekte, die man nicht nur im vorliegenden Einzelfall, sondern auch generell bei solchen Fragen berücksichtigen sollte.

Im Fall von Peter Konrads Haus halten Schleszies und Peter Andreas-Tschiesche eine Luftwärmepumpe für sinnvoll, obwohl seine Außenwände aus ungedämmten 36er-Ziegelwänden mit Kalkverputz bestehen, und die Holzfenster lediglich eine Zweifachverglasung aufweisen. Konrad hatte nämlich vor sieben Jahren das Dach gedämmt, und die unterstützenden Solarpanels sind bei seinem Haus nach Süden ausgerichtet. Daher arbeiten sie auch im Winter erstaunlich effizient.

Erst dichten, dann dämmen

Für Andreas-Tschiesche haben dichte Fenster in jedem Fall Vorrang vor dem Dämmen. Im vorliegenden Fall zeigt er Peter Konrad, wie er sein Fenster mit einem handelsüblichen Kompriband aus dem Baumarkt soweit optimieren kann, dass die Dichtigkeit mit einem neuen Fenster über mehrere Jahre durchaus vergleichbar ist. Wenn Konrad die Fenster doch einmal austauscht, sollte er in jedem Fall über eine Außendämmung nachdenken, sei es mit Polystyrol oder einem mineralischen Dämmsystem. Wichtig ist, so die Energieberater, dass die Außenwände in jedem Fall Feuchtigkeit nach innen abgeben können. Daher empfehlen sie diffusionsoffenen Verputz, Silikatanstriche und auf keinen Fall Tapeten.

„Außendämmungen“, so Andreas-Tschiesche, „bringen immer etwas, es ist halt eine Kostenfrage.“ Bei dieser Frage müsse jedoch immer die Gebrauchsdauer herangezogen werden, und das sei bei einer Fassade ein Zeitraum von 35 bis zu 50 Jahren.

Sinnvoll ist es auf jeden Fall, mehrere Maßnahmen zu bündeln. Wenn Konrad also in den nächsten Jahren seine Fenster doch erneuern will, wird ein Gerüst aufgebaut, das dann auch beim Anbringen von Dämmplatten verwendet werden könnte. Die Grundfrage bei solchen Überlegungen sollte immer langfristig ausgerichtet sein: „Wie soll mein Haus in 15 Jahren sein?“ Bei der ökonomisch sinnvollen Koordination mehrerer Maßnahmen kann ein zertifizierter Energieberater einen sogenannten Fahrplan erstellen, bei dem auch die einzelnen Gewerke koordiniert werden.

Sparen zum Nulltarif

Bei vielen ihrer kostenlosen Impulsberatungen stoßen die Energieexperten auf Einsparpotenzial, für das kein einziger Handwerker gebucht werden muss. So auch im Keller von Herrn Konrad. Bei Brauchwasser- und Vorlauftemperatur der Heizung waren die Einstellungen vorbildlich, doch die Heizkurve war zu hoch eingestellt. Mit einem einzigen Handgriff konnte sie so eingestellt werden, dass Peter Konrad sich auf erhebliche Einsparungen freuen kann – ohne auch nur einen Cent zu investieren. Wer ebenfalls an einer kostenlosen Impulsberatung interessiert ist, kann sich an das Bau- und Umweltreferat der Stadt Kaufbeuren wenden oder an die eza!-Energieberatung.

Auch interessant

Kommentare