Neue Sporthalle auf dem Weg

Die Halle am Krautlussweg wird größer

Alte Turnhalle in Kaufbeuren
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Eingebettet in ein neues Quartier mit später dann nicht mehr durchgängiger Heinzelmannstraße soll bis 2024 der Ersatzneubau der Turnhalle entstehen.

Kaufbeuren – Die Turnhalle am Krautlussweg in der Innenstadt wird komplett erneuert. So entschied der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung zunächst eine Vorentwurfsplanung, in der die grundsätzlichen Rahmenbedingungen für einen Ersatzbau an gleicher Stelle festgelegt wurden. Die Turnhalle am Krautlussweg ist der Schrader-Grundschule zugeordnet und wurde im Jahr 1974 errichtet. Sie dient dem Schulsport der Schrader-Grundschule, der Josef-Landes-Schule und der Jörg-Lederer-Schule sowie verschiedenen Sportvereinen, insbesondere dem Basket- und Volleyballverein DJK Kaufbeu­ren. Der TSV 1858 Kaufbeuren hatte in einem Antrag um die Prüfung gebeten, ob eine Erweiterung der Planung um eine „halbe“ Turnhalle möglich ist, da nach seiner Architekten-Information genügend Platz vorhanden sei. Stadtplaner Werner Fehr skizzierte in diesem Zusammenhang aber auch Pläne für eine städtebauliche Weiterentwicklung in diesem Viertel, das er mit „Quartier Heinzelmannstraße“ bezeichnete.

Die sogenannte Eineinhalbfach-Halle aus dem Jahr 1974 weist erhebliche bauliche Mängel auf, wie Christian Mandl von der Abteilung Hochbau erläuterte. Sie gehört zu jenen kommunalen Bauten, die den höchsten energetischen Sanierungsbedarf aufweisen. Eine Generalsanierung hatte sich als nicht wirtschaftlich erwiesen. Aufgrund von steigenden Schülerzahlen bei den Schraderschulen und auch der Josef-Landes-Schule ist der Bedarf für eine Zweifachhalle nachgewiesen und von der Förderbehörde anerkannt. Hinzu kommt, dass die Josef-Landes-Schule bereits seit mehreren Jahren einige Klassenzimmer der Schrader-Grundschule nutzt, letztere aber eine stetige Zunahme an Schülern zu verzeichnen hat und damit diese „fremdgenutzten“ Räume zukünftig selbst benötigt. Daher ist in Abstimmung mit der Regierung von Schwaben beabsichtigt, einen zusätzlichen Bedarf von drei Klassenzimmern sowie Neben- und Gruppenräumen im Baukörper der neu zu bauenden Turnhalle einzuplanen.

Große Zustimmung

Das Vorhaben bezüglich der erarbeiteten Planung wurde von allen Fraktionen ausdrücklich gelobt. Die Räte sprachen von einer „gelungenen Lösung“ insbesondere auch mit der Einbindung in das städtebauliche Konzept. Für weitere Veränderungen hinsichtlich größerer Höhe oder einer Verbreiterung um drei Meter (plus 205.000 Euro) sahen sie mehrheitlich keinen finanziellen Spielraum. Zweiter Bürgermeister Oliver Schill (Grüne) erinnerte an den Haushaltsplan und sprach in diesem Zusammenhang von „Disziplin“ und „Selbstverpflichtung“. Man müsse den „Fokus auf die Schule legen“.

Die Gesamtkosten für den Abbruch der alten Halle sowie in der jetzt beschlossenen Variante mit sechs Meter Höhe, zusätzlichen Unterrichtsräumen und Ausgestaltung als Versammlungsstätte für bis zu 400 Personen belaufen sich derzeit auf knapp neun Millionen Euro. Förderungen sind in Höhe von rund 3,65 Millionen Euro zu erwarten. Auch der Landkreis Ostallgäu beteiligt sich adäquat im Verhältnis der Schülerzahlen an den nicht gedeckten Kosten. Mit dem Abbruch der Halle und des auf dem Gelände liegenden Bunkers soll im Sommer 2022 begonnen werden. Mit der Fertigstellung ist 2024 zu rechnen.

Antrag abgelehnt

Einem ausführlich begründeten Antrag des TSV 1858 nach einer „Zweieinhalbfach-Halle“ für die Verbesserung der Trainingssituation der Wettkampfturner, vielen anderen Abteilungen, aber auch für Artistica Anam Cara kann aus Sicht der Verwaltung nicht entsprochen werden, da auf den beengten Grundstücksverhältnissen diese Erweiterung nicht darstellbar sei. Zudem würde eine Umplanung dazu führen, dass die Frist zum 30. September für die Abgabe des Förderantrages nicht mehr eingehalten werden könne.

Erste hybride Sitzung

Hinsichtlich des Ablaufs stellte diese Stadtratsitzung eine Premiere dar: Sie fand „hybrid“ statt. Das heißt, ein Teil der Stadträte befand sich vor Ort im Stadtsaal und ein anderer Teil war mithilfe eines speziellen Programmes über das Internet von selbst gewählten Orten aus auf einer großen Leinwand zugeschaltet. So war eine aktive Beteiligung inklusive der Abstimmungen von allen teilnehmenden Stadträten jederzeit möglich. Was anderenorts bei Vereinen und Unternehmen schon länger praktiziert wird, unterliegt jedoch bei derartigen Veranstaltungen festgelegten Rahmenbedingungen, die insbesondere juristisch besonders komplex sind. Dies machte Oberbürgermeister Stefan Bosse eingangs deutlich und bedankte sich bei allen, die sowohl technisch als auch von Rechtsseite zu dem guten und störungsfreien Verlauf beigetragen hatten. Je nach Inzidenzlage werden auch zukünftig Sitzungen auf diese Weise stattfinden.

Wolfgang Becker

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