"Die Südsee im Allgäu"

Am vergangenen Freitag wurde in Obergünzburg die Wiedereröffnung der Südsee-Sammlung des Kapitän Karl Nauer (1874 - 1962) im neu erbauten Südseemuseum gefeiert. Besucher können dort zukünftig einen Teil der etwa 1500 Objekte, bestehend aus „Waffen, Schmuck, Muschelgeld, Körben und Taschen“, sowie wertvollen kultischen Tatanua-Masken und Skulpturen von herausragender Bedeutung bestaunen.

„Die umfangreiche Sammlung, die uns Kapitän Karl Nauer im Jahre 1913 übergab, stammt zum grö-ßten Teil von den Inseln des Bis- marck-Archipels, inklusive der Hermit- und Wuluwulu-Inseln und den benachbarten Salomonen-Inseln“, so Obergünzburgs Bürgermeister Lars Levinghaus. Von dem neuen Museum erhofft er sich, „dass es weit über Obergünzburg hinaus strahlen wird“. Ursprünglich im Heimatmuseum untergebracht, suchte man schon 1997 eine Alternative, um die „bundesweit einmalige Sammlung“ in angemessenem Rahmen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Jahr 2004 war der moderne Neubau dann beschlossene Sache und zwei Jahre später startete das 1,2 Millionen-Euro-Projekt. Finanziert wurde es vom Freistaat, den nicht-staatlichen Museen, der EU mit dem Leader-plus-Programm und privaten Sponsoren. Außerdem stecken nach Schätzungen „mehr als 4000 Stunden ehrenamtliche Arbeit“ in diesem Projekt. „Nun ist die Südsee im Allgäu“, so die Architektin Marion Bartl. Sowohl im Baustil als auch in der Farbgestaltung des Museums spiegelt sie sich wider. Der moderne Bau aus Holz und Glas bildet einen Kontrast zu der Kirche und dem Hei- matmuseum im Fachwerkhaus - und das ist gewollt. Südsee solle im Allgäu nicht vereinnahmt werden, sondern ein „Fremdkörper“ bleiben, so Bartl. Die Exponate können nun besichtigt werden. Auf großen Tafeln stehen Informationen zu den jeweiligen Ausstellungsstücken. Man gehe wie durch ein Buch, aber ein sehr interessantes Buch, so Dr. Henker von der Landesstelle für nicht-staatliche Museen. Ein „Highlight“ des Abends war auch die Anwesenheit von Betu Watas, einem Einheimischen der Pazifik-Insel Pentecost. Er kommt als Vorbote eines deutsch-pazifischen Begegnungsprojektes und baut mit den ehrenamtlichen Helfern eine „original“ Südsee-Hütte im Museum auf. Sie soll ein „feeling“ vom Leben in der Südsee geben. Die Materialien stammen von dort und wurden mit dem Schiff einmal um die halbe Welt nach Deutschland befördert. Noch bis zum 24. Mai sind Zusatzveranstaltungen auf dem Museumsgelände geplant. Öffnungszeiten des Museums: mittwochs von 14 bis 17 Uhr; samstags von 14 bis 17 Uhr; sonntags von 10 bis 12 Uhr. Infos auch auf www.suedseesammlung.de.

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