"Die Vielfalt des Wassers"

Vor einem Jahr hatte Doris Wenzel die Idee, das Wasser in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu stellen, um bewusst zu machen, wie wichtig es ist. Seit Anfang des Jahres findet diese Wertschätzung in dem Projekt „Jahr des Wassers 2010“ in Kaufbeuren statt. Am vergangenen Freitag lud die Projektleiterin zur großen Auftaktveranstaltung mit dem Motto „Die Vielfalt des Wassers erleben“ in den Stadtsaal. Ehrengast an diesem Abend war die Schirmherrin, Schauspielerin und Sängerin Katja Ebstein.

„H2O macht alle froh“, so heißt es im offiziellen Song „Bipolar“ zum Wasserjahr. Das Wasser soll mehr in das Bewusstsein jedes Einzelnen rücken, deshalb wird sich in Kaufbeuren 2010 alles um das Element drehen. „Es ist ein Segen, dass wir hier über so viel Wasser verfügen“, sagte Oberbürgermeister Stefan Bosse in seiner Rede. Ihm sei es aber besonders wichtig, auch in die Zukunft zu sehen und die Veranstaltung deshalb den Kindern zu widmen. „Ich wünsche mir, dass auch sie später ausreichend Wasser haben und dies für sie bezahlbar bleibt“. Und dafür müsse schon heute gesorgt werden. Besonders wichtig ist das Thema für Katja Ebstein. Die Sängerin übernahm deshalb die Schirmherrschaft für das Projekt. „Jeden Tag sterben 4000 Kinder an verschmutztem Wasser. Wasser sollte aber das Grundrecht eines jeden Menschen sein“, so die Sängerin. Jeder Einzelne solle deshalb beginnen, sein Verhalten zum Wasser zu ändern. „Wasser ist Leben. Und es gibt nichts Größeres als das Leben“. Mit dem „Jahr des Wassers“ soll auch das Brunnenprojekt von humedica e.V. in Äthiopien unterstützt werden. Durch den Klimawandel gibt es dort mittlerweile noch weniger Wasser. Regenperioden fallen weg. „Mädchen laufen bis zu acht Stunden zu Brunnen, um Wasser zu holen. 18 von 100 Kindern in Äthiopien, sterben in den ersten fünf Jahren an verschmutztem Wasser. Deshalb haben wir angefangen, dort Brunnen zu bauen und Hygieneschulungen zu halten“, berichtete Susanne Merkel von der Hilfsorganisation humedica. Von einer ganz anderen Seite zeigte Prof. Dr. Bernd Kröplin von der Universität Stuttgart das Wasser. „Die Welt im Tropfen“ heißt sein Projekt, in dem er Wassertropfen unter dem Mikroskop betrachtete. „Auf den Tropfen spiegeln sich alle Aktionen im Wasser wider. Wasser ist ein Informationsspeicher.“ Seine spannenden Bilder zeigten den Einfluss von Handys, Ultraschall oder auch Musik auf die Struktur der Flüssigkeit. Ein außergewöhnliches Konzert präsentierten Alexander Lauterwasser und Peter Graef. Sie übertrugen Schallwellen der Musik auf Wasser. Dieses zeigte sich dann in den unterschiedlichsten Formen und Strukturen. Das ganze Jahr finden über 160 Veranstaltungen in Kaufbeuren rund um das Thema Wasser statt. Über Spenden und Sponsoren freuen sich die Initiatoren.

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