Im digitalen Klassenzimmer

Wenn die Marktoberdorfer Stadträte vor der Sitzung in die Schule gehen

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„Anschauungsunterricht“: Stadträte beim Besuch im digitalen Klassenzimmer. 

Marktoberdorf – Es hatte seinen Grund, warum mehrere Marktoberdorfer Stadträte vor der Sitzung im Rathaussaal in die Schule gingen. Genau gesagt in die Adalbert-Stifter-Grundschule. Zum einen wollten sie sich im Klassenzimmer der 4a von Lehrerin Simone Steurer sowie den Buben und Mädchen zeigen lassen, wie digitale Technik (Beamer, PC usw.) im Unterricht eingesetzt wird. Zum anderen wollten sie sich bei einem Rundgang mit Richard Siegert vom Gebäudemanagement und mit Rektorin Bettina Schlegl einen Überblick dazu verschaffen, was inzwischen saniert wurde und was noch angepackt werden muss.

Nein, das digitale Klassenzimmer in der Grundschule muss man sich nicht so vorstellen, dass jeder Bub oder jedes Mädchen ein iPad auf dem Tisch vor sich hat. Aber der Beamer an der Decke, die Leinwand vor der grünen Tafel und der PC samt Zubehör an der Lehrerinsel gehören schon dazu.

„Maria, kannst du es bitte ein bisschen größer machen“, ermunterte Lehrerin Simone Steurer das quirlige Mädchen am Lehrertisch dazu, die Darstellung des Mathe-Arbeitsblattes auf der Leinwand per Computermaus zu zoomen. Die Klassenlehrerin der 4a schildert, dass Mathe-Aufgaben so gemeinsam gemacht werden und die Kinder selber erkennen, wo ein Fehler ist. „Ich korrigiere es nachher aber schon nochmals“, ergänzte die Pädagogin.

Beamer, Leinwand und PC gelangen ebenso im Deutschunterricht zum Einsatz. Simone Steurer ermunterte in der ungewohnten Schulstunde am Nachmittag um 17 Uhr die Kinder dazu, einige Wörter zu nennen. Das erste war „Stadtrat“. Auch die richtige Schreibweise mit weichem d und hartem t wird digital erklärt bzw. farblich hervorgehoben.

Danach Wechsel zum Heimat- und Sachkundeunterricht. Auf der Leinwand ist eine Landkarte abgebildet. „Die Referate werden alle in der Schule gemacht“, schilderte Steurer. Zu Hause können die Kinder ergänzend recherchieren – sei’s im Lexikon, durch Nachfrage bei Eltern und Geschwistern oder am PC.

Was saniert ist und was noch bevorsteht

Das geräumige Klassenzimmer der 4a befindet sich im Erdgeschoss der Adalbert-Stifter-Grundschule, wo laut Rektorin Schlegl die Klassen zweizügig geführt werden. Es waren auch schon mal drei in jedem Jahrgang. Die 4a ist ein Beispiel für solche Klassenräume, die saniert und modernisiert wurden. Das sind neben der digitalen Technik mit Beamer, PC, Leinwand und Kabelschacht vor allem der Schallschutz und die LED-Beleuchtung, wie Richard Siegert vom Gebäudemanagement bei einem Rundgang durch die Schule hervorhob.

Die Adalbert-Stifter-Schule, eine von zwei Grundschulen in der Kernstadt, wird von der Stadt nach und nach saniert und modernisiert. Begonnen hatte das vor zwei Jahren, als im Kellergeschoss die Räume für Hort, fürs Werken, Basteln und für Handarbeit auf Vordermann gebracht wurden. Das Erdgeschoss wurde letztes Jahr ertüchtigt. Heuer war mit einem Aufwand von circa 300.000 Euro, laut Kämmerer Wolfgang Guggenmos, das erste Obergeschoss dran.

Die Arbeiten mussten, wie Gebäudemanager Siegert betonte, innerhalb von fünf Wochen in den Sommerferien durchgezogen werden. Das sei schon eine „logistische Höchstleistung“ gewesen, sparte auch dessen Kollege Matthias Linke nicht mit Lob für die beteiligten Firmen, zumal die Arbeiten erst im Mai ausgeschrieben wurden.

Die Stadträte gingen auch hinauf ins zweite Obergeschoss. Dort soll – mit Förderung durch ein bis 2020 laufendes Programm des Bundes – nächstes Jahr saniert werden. In einem alten Klassenzimmer merkten die Stadträte selber, dass der Schallschutz dort noch „miserabel“ ist, wie es Siegert beschrieb. Auch seien dort noch die alten Neonleuchten an der Decke – kein Vergleich zur LED-Technik.

Das Gebäude der Adalbert-Stifter-Grundschule stammt aus den späten 1960er Jahren. Mehrmals gab es dort Baumaßnahmen. Was noch fehlt, ist eine Aula. Dafür wird als Interimslösung das Foyer beim nahen Modeon genutzt, schilderte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell.

Stadtrat Stefan Elmer (SPD) richtete ein Dankeschön an alle Beteiligten, dass die Umbaumaßnahmen in den Sommerferien innerhalb fünf Wochen durchgezogen werden konnten. Er ist Elternbeiratsvorsitzender an der Schule. Rektorin Bettina Schlegl und Lehrerin Simone Steurer fanden es toll, dass die Lehrkräfte bei der Modernisierung „miteinbezogen“ werden. Sie konnten im Klassenzimmer zum Beispiel die Farbe des Bodens nach ihren Wünschen aussuchen, aber auch bei den Möbeln mitreden. 

jj

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