Dimensionierung passt

Kaufbeurer Bauausschuss gibt grünes Licht für neues Wohnhaus am Berufsschulzentrum

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Auf dieser Fläche soll das neue dreigeschossige Wohnhaus entstehen.

Kaufbeuren – Die Tagesordnung der ersten Sitzung des Kaufbeurener Bau- und Umweltausschusses in diesem Jahr war kurz und barg, wie sich zeigte, auch wenig Stoff für Auseinandersetzungen. Dennoch gab sie Anlass für Diskussionen zur Stadtentwicklung und zu Kindheitserinnerungen.

Der wichtigste Punkt der Sitzung war eine Änderung des Bebauungs- und Grünordnungsplans für ein Grundstück in der Nähe des Berufsschulzentrums. Ein Interessent für den Erwerb dieses Areals möchte dort ein dreigeschossiges Gebäude mit elf Wohneinheiten und Pent­house errichten. Dieses Vorhaben widerspräche jedoch dem Bebauungs- und Grünordnungsplan, der eine Geschossflächenanzahl (GFZ) von 0,35 vorsieht. Um es dennoch zu ermöglichen, beschloss der Stadtrat im Sommer 2018, den Bebauungsplan in einem vereinfachten Verfahren zu ändern. Die Verwaltung wurde beauftragt, den Änderungsentwurf zu erarbeiten, diesen öffentlich auszulegen und die Stellungnahme der Träger öffentlicher Belange einzuholen.

Diese Arbeit ist nun abgeschlossen, und wie sich zeigte, gab es keine substanziellen Einwände gegen das Vorhaben. Zwar monierten Anwohner, dass „das geplante Vorhaben nicht in das Wohngebiet mit Einfamilien- und Reihenhäusern passe und sich die Parkplatzsituation in diesem Bereich drastisch verschlechtern würde“. Die Ausschussmitglieder folgten jedoch der Stellungnahme der Stadtverwaltung: „Sowohl die Gebäudestellung als auch die Dimensionierung des Gebäudekomplexes entsprechen einer innerstädtischen offenen Bauweise, wie sie in der näheren Umgebung bereits vorhanden ist, und bietet einen ökonomisch und ökologisch sinnvollen Beitrag zur Verdichtung im Bestand“. Auch die im vorhandenen Bebauungs- und Grünordnungsplan vorgeschriebenen zwei Pkw-Stellplätze pro Wohneinheit werden gewährleistet. In der geplanten Tiefgarage sollen 29 Stellplätze entstehen, dazu kommen zwei oberirdische. Damit sind 2,8 Stellplätze pro Wohneinheit nachgewiesen.

Oberbürgermeister Stefan Bosse merkte dazu an, dass die Verdichtung von innerstädtischen Wohngebieten eben immer einen Kompromiss darstellt – „denn Tiefgaragen sind teuer.“ Aber wenn der Bauträger bereit ist, diese Kosten zu tragen, gibt es, wie in diesem Falle, keine Probleme bei der Genehmigung.

Grünen-Stadträtin Ulrike Seifert regte in der weiteren Diskussion an, Abstellplätze für Fahrräder und wenn möglich einen Naturspielplatz für Kleinkinder vorzusehen. „Solche Vorschläge können noch ins Baugenehmigungsverfahren einfließen“, meinte dazu Helge Carl, der Leiter des Bau- und Umweltreferats. „Allerdings gibt es in der Nähe bereits einen öffentlichen Spielplatz, so dass hier sicherlich kein dringender Bedarf besteht.“

Die Frage, ob dem wirklich so sei und wie es überhaupt mit Spielplätzen für Kleinkinder bestellt ist, löste dann Erinnerungen von Ausschussmitgliedern an die eigene Kindheit aus. So meinte CSU-Stadtrat Gerhard Limmer, dass schließlich der Jordanpark und die Wertach nicht weit entfernt seien. Und Stefan Bosse wies darauf hin, dass unsere Kinder, wie auch er selbst einst, in einer grünen Stadt aufwachsen. „Wir sollten da nicht überziehen und davon ausgehen, dass Mütter mit Kindern auch gern einmal einen Spaziergang unternehmen. Das bedeutet in Kaufbeuren ja schließlich nicht, dass sie durch lärmende Großstadtschluchten gehen müssen“, meinte er.

Angebote werden geprüft

Im Weiteren billigte der Ausschuss dann auch die Umwidmung von Teilflächen im Bereich der Gottlieb-Daimler-Straße in Gewerbeflächen, um dort eine bereits vorgesehene Gewerbeansiedlung zu ermöglichen. Auf Anfrage erklärte Caroline Moser, Leiterin des Referats für Wirtschaft und Kultur, dass es bereits Interessenten für das Grundstück gibt, auf dem ursprünglich die Errichtung einer Moschee vorgesehen war. Deren Angebote werden derzeit geprüft, die Verwaltung wird dazu eine Vorlage im Februar/März einbringen.

von Ingo Busch

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