Immer an der Wand lang

+
Der Lärmschutz ist weiterhin Thema von Verhandlungen mit der Bahn. Unser Foto zeigt die Einfahrt eines Zuges in den Buchloer Bahnhof.

Buchloe – Die Elektrifizierung der Bahnstrecke München Lindau rückt näher und damit auch wieder die Diskussion um den geplanten Schallschutz. Die Bahn hat inzwischen ihre überarbeiteten Unterlagen aus dem Planfeststellungsverfahren vorgestellt. Darin sind Einwände der Stadt und von Bürgern berücksichtigt worden. Grundsätzlich ist man bei der Stadt zufrieden, allerdings will man mit der Bahn nochmal in Verhandlung treten, um einige Nachbesserungen zu erreichen.

Auf jeden Fall soll die Höhe des Lärmschutzwalles noch einmal mit der Bahn zur Sprache kommen. Ein Anwohner der Sudetenenstraße hatte einen Einwand gegen die vier Meter hohe Schallschutzwand vorgebracht und alternative Lösungen vorgeschlagen. In Wirklichkeit wäre diese Lärmschutzwand sogar rund sieben Meter hoch, denn die Bahn rechnet die Höhe ihrer Wände von der Gleisoberkante aus. Da aber die Bahngleise schon erheblich höher liegen als die Grundstücke, wirkt das Ganze noch höher. Deshalb solle mit der Bahn gesprochen werden, ob eine Schallschutzwand direkt am Gleis möglich sei.

Weitere Verhandlungspunkte auf der Agenda von Stadtbaumeister Herbert Wagner und Bauamtsleiter Manfred Pistel sind unter anderem: Der Prognosezeitraum soll ausgeweitet werden, die Schutzbereiche „Buchloe Nordost“ und „Buchloe Mitte“ sollen als Schutzbereiche betrachtet werden. Ferner sollen die Lärmschutzwände an den Baulücken in der Sudetenstraße durchgezogen werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist für die Stadtverwaltung die Gestaltung der Lämschutzwände.

Das war dann auch der Ansatzpunkt für eine rege Diskussion im Stadtrat. Bürgermeister Manfred Beck musste Stadtrat Maximilian Hartleitner daran erinnern, dass der Lärmschutz im Sinne der Anwohner sei und der solle auch funktionieren. Hartleitner hatte kritisiert, als Bahnkunde fahre man im Stadtgebiet zwischen hohen Wänden. Dies sei städtebaulich bedauerlich. „Die Buchloer sind Bahnlärm gewohnt“, betonte Hartleitner und ergänzte, er halte diese Art des Lärmschutzes für übertrieben.

Der amtierende Rathauschef Beck konterte, „wir sollten nicht weniger Schallschutz fordern“. Ob man Lärmschutzwände transparent mache, müssten die Experten prüfen. Es könne nicht sein, dass der Schallschutz auf der Strecke bleibe, nur um mit Glasscheiben eine Transparenz zu erreichen.

Stadtbaumeister Herbert Wagner gab einigen Stadträten mit auf den Weg, man solle lieber verhandeln anstatt Forderungen zu stellen. Das sei der bessere Weg, um bei der Bahn Gehör zu finden. Er warnte vor der Erwartungshaltung, dass die Bahn mehr tue, als gesetzlich vorgeschrieben sei.

Eine positive Nachricht für einige Anwohner ist, dass wenn die Schallschutzwände nicht ausreicht, die Bahn auch passive Schallschutzmaßnahmen bezahlen würde, beispielsweise den Einbau von Schallschutzfenstern. Die entsprechenden Gebäude wurden bereits definiert.

von Siegfried Spörer

Auch interessant

Meistgelesen

Unfall durch Geisterfahrer: Verursacher stirbt
Unfall durch Geisterfahrer: Verursacher stirbt
Kulturstadt Kaufbeuren
Kulturstadt Kaufbeuren
Rathaus rüstet technisch auf
Rathaus rüstet technisch auf
Wildwuchs auf dem Friedhof?
Wildwuchs auf dem Friedhof?

Kommentare