D´Oberbeurer Bühne spielt die Komödie "Allein unter Kühen" 

Endlich wieder zurück

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Bauerntochter Palinda aus Bali (Marina Bachmann) scheint Jungbauer Mathias (Jürgen Wittek) nicht von sich überzeugen zu können.

Kaufbeuren-Oberbeuren – „Ich freue mich, endlich wieder mal sagen zu dürfen: Herzlich willkommen bei der Oberbeurer Bühne!“ Nach zwei Jahren Zwangspause konnte Monika Schmid am vergangenen Samstag im vollbesetzten Oberbeurer Pfarrsaal ein neues Stück ankündigen. Unter ihrer Regie entstand in den vergangenen Monaten die Komödie „Allein unter Kühen“ in drei Akten von Cornelia Willinger.

Spätestens seit „Bauer sucht Frau“ hat die breite Masse ein gewisses Bild vom ledigen Jungbauern. Mit diesem Image spielt auch das Stück.

Nachdem seine Freundin Maria (Claudia Richter) wutentbrannt und tobend zurück zu ihrem Bruder (Axel Vorbach) zieht, schwört der Jungbauer Mathias (Jürgen Wittek) auf seinen „Goggl Hansi“, dass ihm „koi Weib mea auf´n Hof kommt“. Bei der „Auffanghilfe für Oberbeurer Hardcore-Machos e. V.“ scheint er seine wahre Bestimmung zu finden und ist sichtlich zufrieden.

Wenn da nicht seine Eltern wären: Rosa und Franz Höllriegel (Ulla Foldenauer und Walter Hartmann) haben Angst, dass ihre Familie nach 500 Jahren aussterben könnte. Viehhändlerin Lisa (Petra Schneiderat) hat die Lösung parat. Weil selbst das Geschäft mit Würgeschlangen nicht zu laufen scheint, vermittelt sie nun auch Frauen.

Die Wahl fällt auf die Bauerntochter Palinda aus Bali (Marina Bachmann). Kurzerhand wird die Sterbeversicherung aufgelöst, um Flug und Vermittlung bezahlen zu können. Die plötzlichen Alterserscheinungen der Eltern zwingen Mathias schließlich dazu, dem Wunsch von Vater und Mutter nachzugeben und die „Pflegehilfe“ aus Bali einzustellen.

Ob die Mühen der beiden sich allerdings lohnen, bleibt abzuwarten. Mathias scheint nämlich standfest: „Ob aus´m Himalaya, aus Timbuktu oder ´m Allgai. Weiber sind Weiber!“

Der natürliche und authentische allgäu-schwäbische Dialekt der Schauspieler macht die Inszenierung lebendig. Dass Monika Schmid die regionale Mentalität getroffen hat, zeigt die Reaktion des Publikums. Ein liebevoller Seitenhieb des Ehemanns oder manch schuldbewusster Blick der Freundin, lassen darauf schließen, dass die Geschichte durchaus einen Funken Wahrheit enthält.

Das Bühnenbild unterstützt das Heimatgefühl. Liebevoll haben die Verantwortlichen einen idyllischen Bergbauernhof geschaffen, inklusive Heiligenbildern, Hirschgeweihen und dem ein oder anderen Ikea-Accessoire. Die Schauspielkunst der Darsteller macht den Theaterbesuch zudem lohnenswert. Die Rollen scheinen wie für die Schauspieler geschrieben zu sein. Jürgen Wittek, der den Mathias Höllriegel verkörpert, fasziniert mit seiner facettenreichen Mimik und sorgt so für zusätzliche Lacher.

Am Premiereabend war das Publikum begeistert. In den gut drei Stunden der Vorführung boten sich viele Gelegenheiten, um herzlich zu lachen. Schmids Anfangswunsch hat sich also erfüllt, wenn sie sagt: „Ich hoffe, Sie haben genauso viel Spaß beim Zuschauen, wie wir beim Proben.“

Das Stück wird bis Anfang Dezember noch insgesamt elfmal aufgeführt. Vorverkaufskarten können noch am 27. und 28. Oktober im Haus der Vereine in Oberbeuren erworben werden. Weitere Informationen unter www.oberbeurer-buehne.de.

von Agnes Reißner

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