Interessent fragt an

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ESVK-Urgestein Didi Hegen ist mit Blick auf den potenziellen Investor aus der Schweiz optimistisch.

Kaufbeuren – Ein privater Investor, der das neue Kaufbeurer Eisstadion in Eigenverantwortung baut: „Das wäre ein Traum“, hatte Oberbürgermeister Stefan Bosse in der Vergangenheit mehrfach betont. Bisherige Gespräche mit Unternehmen hatten allerdings keine Ergebnisse gebracht. Nun öffnet sich möglicherweise eine neue Tür.

Bosse bestätigte jetzt die jüngste Kontaktaufnahme eines Interessenten. Dabei handele es sich um das Schweizer Unternehmen „Brightrock“, das um einen Gesprächstermin angefragt habe. 

Anfang 2016 sollen die Bauarbeiten am neuen Kaufbeurer Eisstadion beginnen. Bislang hatte die Stadt auf eine Finanzierung über das eigens gegründete Kommunalunternehmen gesetzt – aus Zeitgründen, und vor allem weil die Beteiligung von Privatinvestoren an verschiedene Bau- und EU-rechtliche Rahmenbedingungen geknüpft ist. 

„Der Investor müsste das Projekt ohne jegliche Leistung der Kommune auf die Beine stellen, also beispielsweise ohne Mietgarantie von Seiten der Stadt“, erläutert Bosse hierzu erneut die Rahmenbedingungen für den Einstieg eines Investors. „Denn sonst würden wir in die europaweite Ausschreibungspflicht fallen – ein äußerst zeitaufwändiges Verfahren“. 

In einem persönlichen Gespräch mit einem Vertreter des Unternehmens und unter Vorlage eines Konzeptes werde die Stadt umgehend klären, ob sich unter den gegebenen Rahmenbedingungen eine gemeinsame Basis mit dem Schweizer Unternehmen finden lasse. 

Angestoßen wurde der Kontakt zwischen der Stadt und dem neuen Interessenten von Dieter Hegen, seines Zeichens Kaufbeurer Eishockey-Legende, und Claus Uwe Lehmann. Auf Initiative des in Kaufbeuren gebürtigen Unternehmers hatte die Stadtverwaltung bereits Anfang 2015 die Gespräche mit den Unternehmen Züblin und Isarkies geführt (wir berichteten). 

Lehmann erklärte gegenüber dem Kreisbote, das Unternehmen sei über die spezielle Situation beim Kaufbeurer Stadionneubau bereits „gut informiert“. Auch Dieter Hegen zeigt sich gegenüber unserer Zeitung optimistisch: „Das Unternehmen spielt mit dem Gedanken einer Mehrzweckhalle, die das ganze Jahr über nutzbar ist. Da gibt es mehrere Möglichkeiten für Konzepte. Ebenso könnten so mehr als die bislang geplanten 3.600 Sitzplätze entstehen“. 

Im Vorfeld des Sondierungsgesprächs mit der Stadt soll es in der kommenden Woche einen Gesprächstermin mit dem ESVK geben, dem Hauptmieter des künftigen Stadions. „Der Bau durch einen Privatinvestor würde also dem Verein und allen Bürgern zugute kommen“, so Hegen. Der Stadt würde dies die geplanten Baukosten in Höhe von rund 20 Millionen Euro ersparen. 

„Wir würden als Kommune gern auf den Bau des Eisstadions verzichten und empfangen einen Investor, der das für uns übernimmt“, blickt Bosse dem Gespräch mit Brightrock nach eigener Aussage „gespannt“ entgegen. Eine Entscheidung müsste dann bald fallen – „Der Zeitplan für den Bau ist insgesamt mehr als sportlich“, so Baureferent Helge Carl schon in der Vergangenheit.

von Michaela Frisch

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