Zwei Unfälle könnten Entscheidung erleichtern

Münchner Straße in Buchloe: Kommt doch Tempo 30?

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Wenn parkende Fahrzeuge in den offiziellen Parkbuchten direkt an den Zebrastreifen abgestellt sind, können Autofahrer Fußgänger möglicherweise zu spät sehen. Unser Foto zeigt den Zebrastreifen vor der Josef-Uebele-Straße in Buchloe.

Buchloe – Zwei Unfälle am Zebrastreifen auf der Münchner Straße im Bereich der Schulen sorgten dafür, dass im Bauausschuss über eine Geschwindigkeitsreduzierung nachgedacht wird. Auslöser der Diskussion waren zwei Briefe von besorgten Bürgern, darunter auch vom Großvater eines der Unfallopfer. Sie forderten die Einführung von Tempo 30 im Bereich der Schulen.

Bislang galt auf der Münchner Straße Tempo 50, auch im Bereich der Schulen und dem Kindergarten. Zwar gab es vor zwei Jahren bereits einen Versuch, zumindest zwischen der Josef-Uebele-Straße und der Straße am Hohen Weg Tempo 30 anzuordnen. Der Versuch scheiterte damals sowohl im Bauausschuss als auch im Stadtrat. „Es ist ja noch nichts passiert“, war eine der Begründungen. Zu dem Beschluss, alles so zu belassen, hatte auch die Buchloer Polizeiinspektion beigetragen. Dort sah man keinen Handlungsbedarf, weil die Lasermessungen absolut unauffällig gewesen seien und es seit 2013 keinen einzigen Unfall wegen überhöhter Geschwindigkeit gegeben hätte.

Nun ist es aber passiert und die Stadträte zeigten sich nachdenklich. Überhöhte Geschwindigkeit soll bei den Unfällen keine Rolle gespielt haben, wohl aber die Tatsache, dass die Sicht der Autofahrer durch parkende Fahrzeuge direkt bei den Zebrastreifen eingeschränkt gewesen sein könnte. Die Parkbuchten liegen beispielsweise bei der Josef-Uebele-Straße direkt an den Zebrastreifen.

Für Elfriede Klein von den Grünen liegen die Fakten auf dem Tisch. Für sie muss dort Tempo 30 eingeführt werden. Rudi Grieb von der UBI betonte, für seine Fraktion sei es sonnenklar, dass dort die Geschwindigkeit reduziert werden muss. „Kinder sind nun mal unberechenbar“, sagte der pensionierte Studienrat. Grieb hatte schon vor zwei Jahren im Stadtrat gepoltert: „Muss es wirklich erst Verletzte geben, die uns eine Begründung für eine Tempolimit liefern?“ Auch Franz Lang (FWV) plädierte erneut für Tempo 30, auch unter den Aspekten des Klimaschutzes.

Anders hatte es damals Stadtrat Maximilian Hartleitner (Demokraten für Buchloe) gesehen. Er sagte damals, es werde „ein Problem herbeigeredet, das keines ist“. Hartleitner hatte sich auf die Argumente der Polizei berufen. Außerdem sei die Beschilderung zu kompliziert.

Damals war vorgeschlagen worden, Tempo 30 nur montags bis freitags in der Zeit von 7 bis 16 Uhr vorzuschreiben und das auch nur während der Schulzeit und nicht in den Ferien. Ob diese Regelung so wieder auf dem Tisch kommt, ist fraglich. Viele Kinder besuchen auch das Schwimmbad in der Münchner Straße und auch die Öffnungszeiten des Kindergartens können von den Schulferienzeiten abweichen.

Da damals die Entscheidung für die Beibehaltung von Tempo 50 im Stadtrat gefallen ist, wird dieses Thema am morgigen Dienstag bei einer neuen Ausgangslage erneut vom gesamten Stadtrat behandelt. Das Argument „es sei ja noch nichts passiert“ zieht nicht mehr.

von Siegfried Spörer

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