Steigender Förderbedarf

Don-Bosco-Schule Marktoberdorf: Erweiterung, Sanierung und weitere Partnerklasse

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Die Don-Bosco-Schule ist Bestandteil des Schulzentrums Marktoberdorf und liegt in unmittelbarer Nähe zur Mensa des Gymnasiums.

Ostallgäu – Die Weiterführung der Planung für die notwendige Sanierung und Erweiterung des Sonderpädagogischen Förderzentrums mit Don-Bosco-Schule und Schulvorbereitender Einrichtung (SVE) hat der Kreisausschuss in seiner jüngsten Sitzung auf den Weg gebracht. Für alle Fraktionen war der derzeitig geschätzte Mehrbedarf von über 1.000 Quadratmetern ebenso unstrittig wie die Bestandssanierung der 26 Jahre alten Schule mit den dafür erforderlichen Kosten von insgesamt etwa sechs Millionen Euro, wobei von rund 40 Prozent Förderung ausgegangen wird. Lediglich beim Thema „Mensa“ gingen die Meinungen zum Teil auseinander und führten zu Diskussionsbedarf.

Anfangs verwies Landrätin Maria Rita Zinnecker auf die unlängst bei einem Ortstermin wahrgenommene Begehung in der Schul­einrichtung durch einen Teil der Kreisräte, die sich dabei ein Bild von der Situation machen konnten. Thomas Stöckle als Leiter des Kommunalen Bauamts bezeichnete die an der Schule bestehende Situation als „überverdichtet und nicht mehr optimal“. Anhand von mehreren Beispielen machte er deutlich, wie Fachräume umfunktioniert und einer Doppelnutzung zugeführt worden waren, darunter ein Umkleideraum als Probenraum oder ein Instrumentenraum als Speisesaal. Allein im laufenden Schulbetrieb fehlen über 600 Quadratmeter und für die offene Ganztagsschule sind ebenfalls über 500 Quadratmeter Mehrbedarf erforderlich.

Welche Mensa-Lösung?

Brigitte Schröder (FWO) bezeichnete die Begehung beim Ortstermin als „ernüchternd“ und sagte: „Das hätte man schon früher machen sollen!“ Dem Vorschlag der Verwaltung, den Flächenbedarf für eine Mensa mit 160 Schülern zu reduzieren, weil die siebte bis neunte Klasse bereits jetzt freie Kapazitäten in der Mensa des Gymnasiums nutze, wollte sie nicht ungeprüft stehen lassen. Sie habe bei dem Besuch den Eindruck gewonnen, dass „beim Essen viel los gewesen“ sei und sich die Schüler „nicht unbedingt gut aufgeräumt“ gefühlt hätten. Dr. Wolfgang Hell (CSU) unterstützte dies und wollte eine möglicherweise „gut getarnte Sparmaßnahme“ vermeiden. Er wünschte sich zu diesem Punkt eine Einbindung von Lehrkräften und Schulleitung. Klara Knestel (BN90/Die Grünen) und Ilona Deckwerth (SPD) sahen die freien Kapazitäten im Gymnasium als Vorteil. Zudem werde der Integrationsgedanke vertieft. Auch Angelika Schorer (CSU) hielt diesen Gedanken für wichtig und sprach auf Grundlage mehrerer Besuche in der Gymnasium-Mensa von „ruhigen und geordneten Abläufen“. Die Landrätin machte deutlich, dass sich die Schule keine einheitlich große Mensa, sondern mit Stellwänden abtrennbare Essräume wünsche, sah aber auch die Synergieeffekte in der Mitnutzung beim Gymnasium. Lars Leveringhaus (CSU) machte den Vorschlag, sich nicht zwingend auf einen Raumbedarf festzulegen, sondern diese Frage zunächst offen zu lassen und „gemäß pädagogischem Konzept in Abstimmung mit der Schulfamilie“ erst später zu definieren. Diese Lösung fand das einstimmige Votum des Gremiums.

Zweite Partnerklasse

Einstimmigkeit herrschte im Kreisausschuss auch über die Einrichtung einer zweiten Part­nerklasse der Don-Bosco-Schule an der Adalbert-Stifter-Grundschule in Marktoberdorf. Die bereits seit dem Schuljahr 2016/2017 bestehende Partnerklasse habe sich laut Kämmerer Robert Pöschl „gut entwickelt“ und hätten zu einem beidseitigen Austausch von Kindern mit Förderbedarf in die Grundschulklasse und umgekehrt geführt. Auch die Stadt Markt­oberdorf als Sachaufwandsträger der Grundschule und die Regierung von Schwaben haben einem Antrag der Don-Bosco-Schule mit Start des Schuljahres 2019/2020 bereits zugestimmt. Dr. Alois Kling (CSU) freute sich über die „positive Entwicklung“ und Ilona Deckwerth sprach von einem „Beispiel für den Erfolg der Inklusion“ während Klara Knestel die „sehr gute Arbeit“ und den ebenso guten Ruf der Don-Bosco-Schule lobte.

von Wolfgang Becker

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