Führungsduo Gerhard Stolzenberger und Christian Sobl

Wohnbaugenossenschaft als Erfolgsmodell

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Teile der Neubauten an der Reichenberger Straße und der sogenannte Eisspeicher zur Energiegewinnung.

Kaufbeuren-Neugablonz – Die Wohnbaugenossenschaft Gablonzer Siedlungswerk (GSW) in Neugablonz kann auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken. Seit ihrer Gründung vor fast siebzig Jahren steht sie für eine kontinuierliche Entwicklung des Wohnbaus. Maßgeblichen Anteil daran trägt Gerhard Stolzenberger, der im nächsten Jahr nach zwölfjähriger Tätigkeit als geschäftsführender Vorstand in den vorzeitigen Ruhestand geht.

Doch der Nachfolger steht mit Christian Sobl schon bereit, der demnächst seine Tätigkeit aufnimmt. Für fast ein Jahr bildet das Tandem dann eine Doppelspitze und sorgt für den gleitenden Übergang in der Führung der Genossenschaft.

„Natürlich ist es schön, nach 45 Arbeitsjahren in den Ruhestand gehen zu können“, freut sich Stolzenberger im Gespräch mit dem Kreisbote. Doch über den vom Aufsichtsrat abgesegneten Wechsel mit seinem schon seit 2009 ehrenamtlich agierenden Vorstand als Nachfolger ist er nicht minder glücklich. „Das ist einfach ideal“, sagt er. Auch für Sobl stellt dies einen Glücksfall dar. „Ich bekomme nun eine grundlegende Einführung in die bayerische Wohnungswirtschaft bei vielen Organisationen und Kontakten. Dafür bin ich meinem Vorgänger sehr dankbar“, erläutert Sobl, der am 1. Juli seine Arbeit beim GSW aufnimmt.

Gemeinsame Ziele: Das derzeitige Führungsduo Gerhard Stolzenberger (re.) und Christian Sobl.

Besonders wichtig ist dem zukünftigen Mann an der Spitze des GSW das gemeinsame Ziel der Genossenschaft, die sich in der Unternehmensphilosophie abbildet. „Ich bin der Sparkasse sehr verbunden und dankbar für die 26 gemeinsamen Jahre“, sagt Sobl, der sich die Entscheidung für den beruflichen Wechsel nicht leicht gemacht hat. Er habe zwei Jahre dafür gebraucht. Seine eigene Lebensphilosophie für die Bevölkerung da zu sein – passe, wie beim bisherigen Arbeitgeber, auch mit der zukünftigen Funktion völlig zusammen und es gebe viele Parallelen. Neben seinem beruflichen Werdegang vom Bankkaufmann über Fach- und Betriebswirt bringt Sobl aus seiner Tätigkeit als CSU-Stadtrat auch Kenntnisse bezüglich der Anforderungen einer Kommune mit. Zudem kennt er die Menschen und die Unternehmen in dem oft unterschätzten quasi eigenständigen Stadtteil Kaufbeu­rens sehr gut. Er betrachtet die Förderung eines Miteinander in einem lebenswerten Umfeld in Neugablonz sowie die sozialen und städtebaulichen Aufgaben als klaren Auftrag für seine zukünftige Arbeit.

Das Gablonzer Siedlungswerk wurde am 17. Dezember 1949 gegründet und ging aus der Aufbau- und Siedlungsgesellschaft (ASG) hervor, die 1946 entstanden war. Hintergrund war die nach dem Krieg sprunghaft angestiegene Bewohnerzahl des späteren Neugablonz, für die Heim und Heimat geschaffen werden mussten. Die Rechtsform der Genossenschaft erlebt heute in Zeiten der Wohnungsknappheit eine Renaissance. Durch den satzungsmäßigen Auftrag und die Erfahrungen seit der Gründung bildet das nur auf Neugablonzer Gebiet tätige GSW eine ideale Plattform, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Denn bezahlbarer und ausreichender Wohnraum ist das Grundbedürfnis für die allermeisten Menschen in der Region.

Größtes Projekt

Jüngstes Beispiel für die Aktivitäten des GSW ist das Wohnbauprojekt an der Reichenberger Straße. Mit rund 27 Millionen Euro für 111 Wohneinheiten stellt es die größte Investition seiner Geschichte dar. Mit dem Programm „Soziale Stadt“ vor über zehn Jahren begannen die Neubauten des GSW und führten zu insgesamt 76 Millionen Euro an Investitionen. Dabei wird die städtebauliche Entwicklung unterstützt und auf eine gute Vermischung in der Vermietung ohne ­Gettobildung geachtet. Stolzenberger und Sobl betonen, dass es sich um keine elitäre Wohnanlage handelt, sondern um zeitgemäße Wohnungen mit nachhaltiger Energieversorgung zur Heizung in Form eines sogenannten „Eisspeichers“ mit 365 Kubikmeter Volumen. Dabei wird dem im Boden eingelassenen und mit Wasser gefüllten Behälter mittels einer Wärmepumpe solange die Wärme entzogen, bis es gefriert. Bei diesem Prozess – ähnlich dem Prinzip eines Kühlschranks – wird Energie freigesetzt und zum Heizen genutzt. Durch Erwärmung des Eises aus dem Erdreich oder der Luft und damit dem Auftauen wiederholt sich der Vorgang ständig.

von Wolfgang Becker

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