Politik kommt auch aufs Tablett

"Hier muss was passieren"

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Auf dem traditionellen Dreikönigstreffen der Buchloer SPD im Gasthaus zur Post diskutierten in harmonischer Atmosphäre Jung und Alt miteinander. Unser Foto zeigt Stadtratsmitglied Helmut Jambor (rechts) im Gespräch mit Jusomitglied Daniel Schneider (links).

Buchloe – Es war wie eine harmonische Familienfeier. Die Buchloer SPD hatte ihre Mitglieder und Freunde zum traditionellen Dreikönigstreffen in das Gasthaus zur Post eingeladen. Die Politik muss nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen, hatte Bernd Gramlich als Buchloer Ortsvereinsvorsitzender in der Einladung formuliert. Vielmehr wolle man gemütlich beisammen sitzen, essen und miteinander ins Gespräch kommen.

So gab es an diesem Abend auch keine Reden, keine SPD-Aufsteller und keine Werbeartikel, die an die Partei erinnerten. Gesprächsthemen waren eher Urlaub, Steuererklärungen mittels ELSTER oder Wünsche aller Art. Es lag aber in der Natur der Sache, dass auch die aktuellen politischen Themen zur Sprache kamen.

Das Dreikönigstreffen hat in Buchloe Tradition. Aus dem nahen Ettringen hat es Roland Blochum vor rund 20 Jahren mitgebracht, als er nach Buchloe zog. Blochum hatte sich gefragt, warum man Dreikönigstreffen eigentlich nur auf höherer Ebene machen soll. So kamen zuerst Ettringen und dann auch Buchloe zu einem Dreikönigstreffen. Zu den Prinzipien gehört es, dass die Treffen jedes Jahr in einer anderen Gaststätte stattfinden.

Daniel Schneider war eines der jüngsten Parteimitglieder auf dem Dreikönigstreffen. Für das Jahr 2016 wünscht sich der freie Redakteur eines online-Musikmagazins, dass endlich die Flüchtlingskrise richtig gemanagt wird. Das Schlagwort von Bundeskanzlerin Angela Merkel „Wir schaffen das“ würde Schneider gegen das Schlagwort „Wir machen das“ austauschen. Sorge bereitet dem 20-Jährigen der zunehmende Rechtsextremismus. „Hier muss was passieren“, sagte Schneider gegenüber unserer Zeitung.

Als Jusomitglied ist Daniel Schneider zufrieden: „Wir haben uns innerhalb der Partei Gehör verschafft und man nimmt uns inzwischen mehr ernst“. Schneider sprach von einem guten Standing in der SPD auch gegenüber der Parteispitze. Großen Respekt habe er vor Parteivorsitzendem Sigmar Gabriel. Den habe er als äußerst offenen und sympathischen Menschen in Mainz im letzten Jahr am Rand des Perspektivkongresses kennengelernt, erzählte Daniel Schneider dem Kreisboten.

Lob gab es auch für die Buchloer Stadtratsfraktion der SPD. Dass es ausgerechnet die ältesten Mitglieder des Stadtrates, Helmut Jambor und Manfred Beck, waren, die sich für moderne Kommunikation in Form eines kostenlosen WLAN-Netzes eingesetzt hätten, sei in der Stadt nicht unbemerkt geblieben, sagte Schneider.

Für den 75-jährigen Stadtrat Jambor war die WLAN-Aktion aber nur eines von vielen Projekten. Auf seiner Wunschliste stehen Themen wie die Erhöhung des Qualitätsstandards in den Kindergärten, was letztlich mehr Personal bedeuten würde, ebenso wie die Verlegung der Karwendelstraße oder die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

Als ältestes Parteimitglied auf dem Dreikönigstreffen weiß er zwischen Wünschen und Wirklichkeit zu unterscheiden. „Wir konnten in den letzten beiden Jahren großzügig sein, weil die Steuereinnahmen entsprechend hoch ausgefallen waren“, sagte Jambor. Dementsprechend sei auch viel investiert worden. Nunmehr müsse man „das Augenmerk auf die Konsolidierung des Haushaltes legen“. Aus seiner Sicht würden die nächsten Jahre schwieriger. „Wir haben viele Probleme noch nicht gelöst, sind aber in Buchloe gut aufgestellt“, betonte Helmut Jambor.

Ein zufriedenes Resümee des abgelaufenen Jahres konnte Bernd Gramlich als SPD-Vorsitzender gegenüber dem Kreisboten ziehen. „Wir wünschen uns aber, dass wir als Partei im kommenden Jahr wieder wachsen“. Erschreckend fand Gramlich die Salonfähigkeit des rechtsradikalen Gedankengutes, das inzwischen auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. Daraus resultierte dann auch der Wunsch Gramlichs, dass sich die Jugend wieder mehr für Politik interessieren sollte.

von Siegfried Spörer

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