Drei Schulen unter einem Hut

In Kaufbeuren wird es ab dem kommenden Schuljahr 2010/2011 einen Mittelschulverbund unter Be-teiligung der drei bestehenden Haupt-schulen der Stadt geben. Voraussetzung ist, der Stadtrat stimmt noch zu. Eine entsprechende Empfehlung für das Gremium formulierte in seiner jüngsten Sitzung der Verwaltungsausschuss. Ledig-lich SPD-Fraktionsvorsitzende Catrin Riedl-Schmied stimmte dagegen. Der Grund: „Bei der Mittelschule handelt es sich nur um einen Etikettenschwindel“, so die Sozial-demokratin.

Die Bezeichnung Mittelschule kann einer Hauptschule künftig nur verliehen werden, wenn sie diverse Merkmale aufweist. Dazu gehören unter anderem die drei berufsorientierten Zweige Technik, Wirtschaft und Soziales, eine Ganztagesbetreuung und ein Angebot, das zum mittleren Schulabschluss führt. Jede einzelne Hauptschule im Stadtgebiet für sich erfüllt diese Bedingungen bislang nicht. Wenngleich bereits seit Längerem eine Kooperation der drei Schulen besteht, die geforderten Strukturen vorhält. So finden sich an der Gustav-Leutelt-Volksschule ein Ganztagesangebot sowie ein mittlerer Reife-Zug, der im Wechsel mit der Jörg-Lederer-Volksschule angeboten wird. Die Jörg-Lederer-Volksschule bietet wiederum in einem Pilotprojekt das Angebot einer „Praxisklasse“. Durch den Mittelschulverbund sollen die Anforderungen an eine Mittelschule nun erfüllt werden. Die berufsorientierten Zweige Technik, Wirtschaft und Soziales finden sich an allen drei Schulen, wobei die Beethoven Volksschule im Moment ausgebaut wird. Ein Hauptsprengel Soweit nun einzelne Haupt-schulen das Anforderungsprofil der neuen Mittelschule nicht erfüllen können, soll nun die Möglichkeit geschaffen werden, diese im Verbund mit anderen Haupt-schulen zu er- füllen. Für diesen Verbund soll dann ein gemeinsamer Hauptsprengel eingerichtet werden. Dieser räumt den Eltern ein gewisses Wahlrecht ein, also welche Schule das Kind besuchen soll. Zwar bleiben die Bildungseinrichtungen weitestgehend selbstständig. Lediglich die Klassenbildung wird durch einen von der Regierung bestellten Verbundkoordinator geregelt. Dieses Amt wird in Kaufbeuren Johannes Glaisner, dem Schulleiter der Jörg-Lederer-Volksschule, übernehmen. Der Verwaltungsausschuss betonte in seiner Sitzung, dass alle drei Rektoren der Kaufbeurer Hauptschulen dem Verbund zustimmen würden. Ein Etikettenschwindel Die SPD-Fraktionschefin Riedl-Schmied lehnt das Projekt „Mittelschule“ grundsätzlich ab. Aus ihrer Sicht sei die Mittelschule ein „Etikettenschwindel“, da nicht die „wahre Mittlere Reife“ vermittelt werde. Es sei wichtig, dass die Hauptschulen nicht als „Restschulen“ von den Eltern und Kindern angenommen würden. Das geplante Ganztagesangebot begrüßt sie jedoch stark. Dritter Bürgermeister Ernst Holy (KI) empfindet vor allem das Wahlrecht, das durch den Sprengel entsteht, als wichtig und dieses macht erst den „Charme des Mittelschulverbundes aus“. Auch CSU-Fraktionssprecher Ernst Schönhaar verteidigte die Hauptschulen. Hier werde gute Arbeit geleistet. Das Problem sei nur, dass die Abschlüsse von der Wirtschaft kaum Beachtung fänden. Schönhaar betonte in diesem Zusammenhang: „Wir brauchen jeden einzelnen jungen Menschen, daher ist das Angebot der Mittelschule so wichtig.“ Auch Oberbürgermeister Stefan Bosse betonte, dass es eine gute Lösung für die Hauptschulen geben muss. Aus seiner Sicht „haben wir mit den Mittelschulen ein durchdachtes, vernünftiges System“.

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