Ein "Zaun" für die Luft

Wenn Drohnen drohen

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Der unsachgemäße Umgang mit Drohnen stellt eine durchaus ernst zu nehmende Gefahr dar.

Kaufbeuren – „Ich bin mir sicher, dass wir heute einen fruchtbaren Austausch erleben werden, und freue mich, dass so hochkarätige Experten nach Kaufbeuren gekommen sind“, so Staatssekretär Franz Josef Pschierer eingangs seiner Ansprache anlässlich eines Symposiums zum Thema Drohnenabwehr.

Der Einladung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums zu der bayerisch-israelischen Veranstaltung waren hochrangige Vertreter von Unternehmen aus dem In- und Ausland, von Behörden, Verbänden und anderen Einrichtungen zu einer Bayerisch-Israelischen Veranstaltung in das Offiziersheim am Fliegerhorst gefolgt. Kaufbeuren wird auch als Standort für ein mögliches Zentrum zur Drohnenabwehr und -schulung betrachtet.

Drohnenabwehr: Im Rahmen von Vorführungen wurden den Teilnehmern verschiedene Maßnahmen von Abwehr von Drohnen demonstriert.

Die Veranstaltung hatte das Ziel, einerseits auf die Gefahren durch den enormen Anstieg ziviler Drohnen aufmerksam zu machen. Andererseits sollte es sowohl die Anbieter hoch spezialisierter Unternehmen auf dem Gebiet der Drohnenabwehr als auch mögliche Nutzer solcher Technologien zusammenbringen. Mehrere Impulsreferate und Vorträge sowie Vorführungen verschiedener Anbieter zur Drohnenabwehr mit unterschiedlichen Szenarien sorgten im Rahmen der Veranstaltung für einen angeregten Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmern. Laut Pschierer gelte es jedoch auch, die enormen Chancen der Drohnentechnologie noch stärker herauszustellen. Er nannte beispielhaft die Möglichkeiten für Einsatzkräfte und zur Überwachung von Industrieanlagen oder in der Landwirtschaft. Experten rechnen mit einem Wachstum, wobei das Marktvolumen von einer halben Milliarde Euro im Jahr 2015 auf 12,6 Milliarden Euro bis 2015 ansteige.

Erprobungszentrum

Pschierer betonte, es sei wichtig, das Thema inhaltlich zu diskutieren, aber auch in das gesellschaftliche Blickfeld zu rücken. „Insbesondere die Zusammenführung der bayerischen und israelischen Firmen ist für beide Seiten ein Gewinn“, so der Staatssekretär. „Die Länder verfügen über große Kompetenzen im Bereich der zivilen Drohnennutzung und Drohnenabwehr, die in Kooperationsprojekten gemeinsam weiterentwickelt werden können.“ Er kündigte zudem an, dass Kaufbeuren als einer von zwei möglichen Standorten für ein „Erprobungszentrum Drohnentechnologie“ in Betracht kommen könnte. Sein Dank galt insbesondere MdB Stephan Stracke (CSU) und MdL Bernhard Pohl (FW), die mit ihren Kontakten dazu beigetragen hätten, die Veranstaltung auf „eine breite Basis“ zu stellen.

Gefahrenpotenzial

Speziell auf die Situation in Bayern ging Thomas Hampel, Inspekteur der Bayerischen Polizei, mit seinem Referat „Bedrohungslage in Bayern“ ein. Die Anzahl der Drohnen würden deutschlandweit von 400.000 Exemplaren im vergangenen Jahr auf etwa 1,2 Millionen bis 2020 ansteigen. Auch die Zahl der Zwischenfälle von zwölf (2015) stieg auf 61 (2016). In diesem Jahr seien es bereits 21 registrierte Vorfälle. Aber nicht nur private Nutzer, sondern auch Kriminelle oder terroristische Täter stehen dabei im Fokus. Hampel berichtete über Herausforderungen wie beim G-7 Gipfel in Elmau, aber auch von Zwischenfällen mit Drohnen wie am Olympiaturm oder bei einem Auftritt der Kanzlerin.

von Wolfgang Becker

Drohnenverordnung zum Betrieb:

"Generell nur bis 100 Meter Höhe

"Über Einsatzorten, Flugplätzen, Industrieanlagen, Behörden, Wohngrundstücken, Menschenansammlungen und Naturschutzgebieten verboten

"Ab 0,25 Kilogramm Gewicht Kennzeichnungspflicht

"Ab zwei Kilogramm Gewicht Kenntnisnachweis

"Ab fünf Kilogramm Gewicht Erlaubnispflicht

"Modellflieger sind außer Kennzeichnung nicht betroffen

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