Einfach einsteigen und mitfahren

Im kostenlosen Citybus durch die Altstadt Kaufbeurens

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Jungfernfahrt des Citybusses durch die Schmiedgasse. Am Steuer Elisabeth „Lizzy“ Müller-Ott von der VG Kirchweihtal.

Kaufbeuren – Am gestrigen Donnerstag absolvierte der kostenlose Citybus, die neue touristische Attraktion Kaufbeurens, seine „Jungfernfahrt“. Neben Vertretern der Stadtverwaltung und Journalisten waren auch einige Kaufbeurer Senioren und Geschäftsleute an Bord des grünen Kleinbusses. Alle zeigten sich angetan von dem Projekt und hoffen, dass das Angebot bei den Kaufbeurern gute Akzeptanz findet. Dafür wurde im Vorfeld bereits viel getan, so dass einem Erfolg eigentlich nichts mehr im Wege stehen sollte.

Was konkret unter einem Erfolg zu verstehen wäre, erklärte Bürgermeister Ernst Holy den ersten Fahrgästen des Busses. „Uns geht es darum, einen Besuch der Innenstadt sowohl für unsere Mitbürger, als auch für Gäste von außerhalb noch attraktiver zu gestalten. Das soll auch den Gewerbetreibenden helfen und hoffentlich dazu beitragen, die Leerstände an Ladenflächen zu senken“. Zudem biete der Bus vor allem älteren Bürgern eine bequeme Möglichkeit, sich in der gesamte Innenstadt zu bewegen, ohne längere Fußmärsche. „Und nicht zuletzt hoffen wir, dass auch jüngere Kaufbeurer ihr Auto häufiger am Rande der Innenstadt stehen lassen, was einen positiven Effekt auf die Umwelt hätte. Dazu gehört nicht nur sauberere Luft, sondern auch, dass nicht das gesamte Stadtzentrum zugeparkt wird“, so Holy.

Ähnliche Überlegungen bewogen auch die Kreis- und Stadtsparkasse, das Projekt finanziell zu unterstützen. Der Vorstandsvorsitzende Franz Endhardt erklärte dazu, dass „grün gut zum roten Logo der Sparkasse“ passe, und dass er ein so wirtschaftlich wie ökologisch nachhaltiges Vorhaben gern unterstütze.

Geräumig

Am wichtigsten war natürlich die Einschätzung der Senioren an Bord. Dabei handelte es sich um Bewohner des Heinzelmannparks für betreutes Wohnen, die von der Pflegedienstleiterin Marianne Baur eingeladen und begleitet wurden. Sie prüften das Platzangebot im Bus, das 15 Sitzplätze und sechs Stehplätze umfasst und, wie sie feststellten, „genügend Raum für Rollatoren und auch für einen Rollstuhl bietet.“ Der Bus ist insgesamt natürlich barrierefrei und behindertengerecht ausgestattet.

Rollender Stadtführer

Das Fahrzeug bietet aber noch mehr. Dazu gehört etwa eine Audio- Stadtführung über den Innenlautsprecher. Caroline Moser, Leiterin des Referats für Wirtschaft und Kultur, die einen großen Teil der Vorbereitungsarbeiten leistete, freut sich, „dass es uns gelang, einen Stadtführer zu finden, der die Informationen zu Geschichte und Gegenwart unserer Stadt für die einzelnen Stationen aufzeichnete. Denn uns ist es wichtig, dass die Tour auch Spaß macht. Einmal geruhsam im Bus durch die Fußgängerzone der Schmiedgasse kutschiert zu werden, ist dabei sicherlich auch ein wichtiger Faktor. Im Moment denken wir gemeinsam mit dem Innenstadtbeirat und den Verbänden darüber nach, welche weiteren Aktionen noch möglich sind.“

Es ist also absehbar, dass das Projekt, ausreichendes Interesse der Bürger vorausgesetzt, eine erfolgreiche Erprobung über ein Jahr durchläuft und die 55.000 Euro, die das kostet, gut angelegt sind. Michael Bechteler, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Kirchweihtal, des Betreibers der Buslinie, lobt zudem die „gute Kooperation und die Kompetenz der Ansprechpartner bei der Stadtverwaltung.“ Das lässt auf eine Weiterführung hoffen, insbesondere, weil die, wie Bürgermeister Holy es formulierte, „treibende Kraft“, Caroline Moser, offensichtlich auch selbst Spaß an der Betreuung des Projekts hat.

Auch an der Unterstützung der Kaufbeurer Geschäftsleute wird es sicherlich in Zukunft nicht fehlen. Ein erstes großzügiges Angebot machte hier Sebastian Weigold, Chef des Subway-Restaurants im Forettle Center: „Wer bei uns vor der Tür aus dem Bus steigt, bekommt kostenlos einen Kaffee oder ein Stück Sandwich“, erklärte er seinen Beitrag zum Gelingen des Projektes im Probejahr.

Der Citybus vernetzt nun den Bahnhof mit der Altstadt. Los geht es immer zur vollen Stunde und zur halben Stunde am Bahnhof. An elf Haltestellen ist der Ein- oder Ausstieg möglich: vom Bahnhof geht es zum Forettle-Center, dem Plärrer, zum Kemptener Tor, zum Zollhäuschen, dem Obstmarkt, dem Hafenmarkt, zurück zum Plärrer und über das alte Rathaus zur Haltestelle am Parkhaus-Süd. Die letzte Station ist dann der Heinzelmannstift. Drei der Haltestellen, wie am Forettle-Center, wurden extra für den Citybus eingerichtet.

Reguläre Fahrzeiten sind:

Donnerstag und Freitag von 9 bis 14 Uhr (Start der letzten Fahrt)

Samstag von 9 bis 16 Uhr (letzte Fahrt)

Keine Fahrt um 12 Uhr. Keine Fahrten an Feiertagen

von Ingo Busch

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