Mit dem Rad durch die Stadt

Inspiriert durch kompetente Einfüh-rungsvorträge arbeiteten sechs Teams – allesamt Kenner der vorhandenen Infrastruktur - an der Analyse der Verkehrswegesituation in Marktoberdorf, mit dem Ziel, Lösungsmöglichkeiten zu fin-den, um den Fahrradverkehr für die Bürger attraktiver zu machen.

Was kann eine Kommune tun, um auch in der Zukunft die Mobilität ihrer Bürger zu wahren, ohne im hausgemachten Kraftfahrzeugverkehr zu ersticken? Nicht zuletzt auch durch die Erkenntnisse aus den Verkehrserhebungen der Jahre 2008 und 2009 hat in Marktoberdorf ein Denk- und Planungsprozess eingesetzt, der die Stadtentwicklung, besonders auch unter dem Aspekt einer nachhaltigen Verkehrswegeplanung, zukunftsfest machen soll. Die Konzeption und Umsetzung solcher vorausschauender Maßnahmen ist sicher vornehmste Aufgabe von Stadtrat und Stadtverwaltung. Als ideal kann man es jedoch bezeichnen, wenn sich die Bürger aktiv an der Entwicklung ihrer Kommune beteiligen können. Hier kommt die „Interessengemeinschaft Mitten in Marktoberdorf“ ins Spiel, die sich mit ihrem Motto Mitdenken, Mitreden und Mitplanen dem wichtigen Gesichtspunkt der Steigerung der Lebensqualität in der Heimatstadt verschrieben hat. Dass dieses Miteinander auch der Rathausführung ein besonde-res Anliegen ist, zeigt die engagierte Mitgliedschaft von Bürgermeister Werner Himmer und Axel Maaß in der Lenkungsgruppe dieses Vereines. Letzterer – ein bekennender Fahrradnutzer – moderierte den im Rathaussaal durchgeführten Rad-Workshop, dessen Zielsetzung es war, dem Stadtrat eine fundierte Empfehlung mit Maßnahmenkatalog zur Weiterentwicklung des Radverkehrs in Marktoberdorf vorzulegen. Sehr gut vorbereitet wurde die Veranstaltung durch den Fahrradaktivisten Johannes Auburger und die Projektmanagerin „von Mitten in Marktoberdorf, Nicole Becker. Auburgers Aufgabe wird es nun sein, die Arbeitsergebnisse des Workshops so aufzubereiten, dass sie dem Stadtrat vorgelegt werden können. Um die engagierte Arbeit der sechs ortsteilbezogenen Arbeitsgruppen – unter ihnen auch besorgte Eltern Rad fahrender Kinder – effizient zu gestalten, wurde die Teamarbeit durch voraus gehende Vorträge gezielt vorbereitet. Nach einführenden Worten von Bürgermeister Himmer, der einen Gesamtzusammenhang herstellte, legte Stadtbaumeister Peter Münsch die harten Fakten auf den Tisch. Die Er-gebnisse der Verkehrserhebungen, die den wichtigsten Straßen der Stadt ein Verkehrsaufkommen gleich dem der B12 attestieren, wie auch der Sachstand und die realen Möglichkeiten der aktuellen Verkehrswegeplanung standen bei seinem Vortrag im Fokus. Betroffen machte seine Aussage, dass die Marktoberdorfer Bürger von 50000 Wegebezie-hungen am Tag 65 Prozent mit dem Auto erledigten und dass dabei wiederum 1600 mal Strecken mit weniger als 500 Meter zurückgelegt würden. Hinweise zu den Chancen, den Fahrradverkehr im Sinne der Straßenverkehrsordnung möglichst gefahrenfrei in den Gesamtverkehr zu integrieren, konnte der Referent des ADFC Bayern, Romanus Scholz, den Arbeitsgruppen liefern. Er hatte schon im Jahr 2000 mit seiner Agenda-21-Gruppe ein Radverkehrskonzept vorgestellt, das wichtige Grundlagen für die Verkehrsplanung in Marktoberdorf enthält.

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