Rund 40 Elektroautos zu bestaunen

Neue Ära E-Auto?

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Einen Einblick in die Vielfalt der Elektroautos gab es für die Besucher der E-Mobil-Veranstaltung.

Kaufbeuren – Wer ein Elektroauto mal genauer unter die Lupe nehmen wollte, konnte dies am vergangenen Sonntag vor dem Rathaus in Kaufbeuren tun: Dort machte die 2. E-Mobil Tour der IFEU (Interessengemeinschaft zur Förderung der Elektromobilität im Unterallgäu) Halt. Für alle Interessierten gab es rund 40 Elektroautos verschiedenster Modelle zu entdecken. Oberbürgermeister Stefan Bosse unterstützte das Projekt.

Über Mindelheim und Bad Wörishofen führte die Tour in diesem Jahr unter anderem auch nach Kaufbeuren. E-Fahrzeuge für ein kleineres und größeres Budget von Herstellern wie Renault, BMW, Tesla, dem Kultauto (Elektro-)Ente oder dem E-Porsche von RUF mit einer Höchstgeschwindigkeit von 220 Kilometern pro Stunde präsentierten sich den Besuchern auf der Kaiser-Max-Straße. „Für jeden Geldbeutel“ sei etwas dabei, so unterstrich IFEU-Mitglied Thorsten Bauder. Seiner Ansicht nach werde viel zu wenig Werbung für E-Autos gemacht, das Thema „kleingekocht“. Dabei sollte das Potenzial solcher Fahrzeuge für jeden faszinierend sein: Reduzierte Lautstärke und geringer Schadstoffausstoß seien einige der Vorteile einer zukunftsweisenden E-Mobilität. Interessierte konnten auch eine Runde mit den Fahrzeugen drehen, um das Fahrgefühl selbst zu erleben.

Auch OB Bosse war von der Alltagstauglichkeit der E-Fahrzeuge überzeugt. Künftig werde es nicht viele solcher Touren geben, so meinte er scherzhaft, weil es dann selbstverständlich werde, auf diese Weise unterwegs zu sein. Ein „neuer Drive, ein Umdenken“ sei nötig – spätestens dann, wenn man in Zukunft nicht mehr mit seinem herkömmlichen Auto in die Innenstadt fahren dürfe. Für die laut Bosse „verrückte Sache“, nämlich seine bevorstehende 24-Stunden-Tour durch die Stadt, sei er selbst mit dem Elektroauto unterwegs, und stellte dabei augenzwinkernd die Frage, wer wohl länger durchhalte: Er oder das Auto.

Lisa Steber, die IFEU als ehrenamtlichen Verein 2014 mit Thomas Scharpf gründete, bestätigte die positiven Erlebnisse mit der E-Mobilität: Diese Art der Fortbewegung sei ein Stück „Lebensqualität“; man müsse kein „schlechtes Gewissen“ mehr gegenüber der Umwelt und seiner Mitmenschen haben, die man mit dem Smog belastet. Dadurch, dass das E-Auto kaum zu hören ist, sei man außerdem zu mehr Vorsicht und einer bewussteren Fahrweise gezwungen. Mehrjährige Kfz-Steuer-Befreiungen, Kaufprämien, Umweltboni und der Ausbau von Ladestationen sorgen für zusätzliche Anreize, auf das Elektroauto umzusteigen. Die „Reichweitenangst“ schrecke manche aber immer noch davor ab, sich ein elektrobetriebenes Auto zu kaufen – dabei werden die Reichweiten immer stärker, und aus eigener Erfahrung sei Steber nie auf der Strecke stehen geblieben. In Ländern wie China oder Frankreich sei man Deutschland in der E-Mobilität weit voraus. Wenn die Automobilindustrie den Trend zum E-Auto „verschläft“, so warnt Steber eindringlich, werde sich das langfristig rächen.

von Mahi Kola

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