Käserei nimmt nächste Hürde

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Am Ortsrand Richtung Obergünzburg soll entlang der Hauptstraße die Käserei Ebersbach entstehen.

Ebersbach/Obergünzburg – Den nächsten Genehmigungsschritt zum Bau der Käserei in Ebersbach machte der Marktrat Obergünzburg in seine letzten Sitzung. Eine Reihe von Stellungnahmen verschiedener Behörden wurde gehört, abgewogen und beschlossen. Auch die Einwendungen eines Nachbarn wurden ausführlich besprochen.

Erneut behandelte der Marktgemeinderat die notwendigen Genehmigungsverfahren rund um den geplanten Bau der Käserei in Ebersbach. Im Februar hatte man, wie berichtet, die Aufstellungen für die Änderungen des Flächennutzungsplanes und des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes gebilligt. Diesmal musste der Marktrat die eingegangenen Stellungnahmen abwägen, um eine Entscheidung über das weitere Vorgehen zu beschließen.

Thomas Haag, Inhaber von abtplan, dem beauftragten Büro für kommunale Entwicklung, leitete durch das zeitaufwändige Verfahren. Die Verwaltung hatte insgesamt sechs vorliegende Stellungnahmen zur Änderung des Flächennutzungsplanes ausgewertet und Vorschläge zur Abwägung formuliert. Ein Hinweis der Abteilung Städtebau verwies auf Eintragungen einer „Alte Straße“ unter anderem in einer Karte von 1870. Obwohl diese Stelle vom zukünftigen Bauplatz entfernt ist, einigte sich das Gremium darauf, bei den Aushubarbeiten Peter Fischer vom Archäologischen Arbeitskreis mit einzubinden.

Mit Blick auf den Bebauungsplan herrschte in weiten Teilen Einstimmigkeit, lediglich bei der Frage nach der, von der Unteren Naturschutzbehörde geforderten, Kompensationsfläche herrschte Unklarheit über den angebotenen und vereinbarten Standort am südwestlichen Waldrand. Klar war aber allen Beteiligten, dass die Lage einer solchen Ausgleichsfläche keinen Einfluss auf den Bau der Gebäude habe und so wurde dieses Thema vom Beschluss ausgeklammert und nachgereicht.

Aus der Öffentlichkeit ging eine Stellungnahme von Stefan Schindele ein, der unter anderem Aussagen über Fragen zum Gefälleverlauf und zur Höhensichtlinie forderte. Als westlicher Grundstücksnachbar argwöhnte er einen Wasserrückstau des Niederschlagswassers auf sein Gelände und insbesondere auf das Austragshaus Nummer 17 und befürchte damit einen Wertverlust für sein Anwesen. Ausführlich wurde vom Marktrat auf der Grundlage von Plänen mit eingezeichneten Höhenlinien und vorgelegten Fotos diskutiert, aber letztendlich eher ein vom Nachbargrundstück wegführendes Gefälle erkannt. Auch das Argument einer zu großen Gebäudehöhe, das das Austragshaus überrage, wurde vom Marktrat anders bewertet, da das Firmengebäude immerhin einen Abstand von 50 Metern zu dem Haus Nummer 17 habe.

Zusammenfassend wurden sämtliche Einzelstellungnahmen behandelt und sämtliche Abwägungen einstimmig genehmigt. Nun werden die entsprechenden Unterlagen beim Landratsamt vorgelegt und die notwendigen Bescheide innerhalb der nächsten drei Monate erwartet.

Stefan Schindele wollte sich damit aber nicht zufriedengeben. Nach der Sitzung meinte er: „Die Themen wurden nicht ausgiebig genug behandelt“. Zwar erkannte er die beiden, in Ost-West-Richtung und West-Nordöstlicher-Richtung verlaufenden Erhöhungen von wenigen Metern an, „wenn aber das Firmengebäude dann da unten im Tiefpunkt gebaut wird, staut sich das Grund- und Niederschlagswasser bis zu mir hoch“. Auch die Höhensichtlinie sei von Anfang an nicht entsprechend berücksichtigt worden. Er überlegt nun, einen Rechtsanwalt einzuschalten. „Dass da irgendwann mal auf dem Baugebiet eine Wohnsiedlung entstehen würde, war mir schon klar. Aber eine Molkerei gehört in ein ausgewiesenes Gewerbegebiet“, so Schindele abschließend.

von Wolfgang Krusche

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