Beschwerden bei Abend mit BR-Komödienstadel

Das Echo zur Akustik im Modeon

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Mehrere Textpassagen waren für einige Besucher im Modeon nur schwer zu verstehen.

Marktoberdorf – Ein Echo im Kulturausschuss gefunden hat das Thema Akustik im großen Veranstaltungshaus der Stadt Marktoberdorf, dem Modeon. Im Speziellen ging es um Beschwerden, die aus dem Publikum zu hören waren, als der BR-Komödienstadel gastierte und vor allem vor der Pause mehrere Textpassagen für manche der gut 550 Besucher im Saal nur schwer zu verstehen waren.

Die Räte im Kulturausschuss haben das Thema sehr wohl verstanden. Angestoßen wurde es von Christian Vávra (Grüne). Er ist im Modeon zusammen mit Helfern für den Service an der Garderobe zuständig und hat bei dem Gastspiel des BR-Komödienstadels als einer der ersten von den akustischen Problemen in diesem Sprechtheater erfahren, weil manche Besucher ihm dies gleich geschildert hatten.

Auch Meinrad Seelos (Stadtteile aktiv) konnte zu der Diskussion beitragen, zumal er bei der Aufführung des BR-Komödienstadels in den Publikumsreihen saß. Den Schauspieler Dieter Fischer mit seiner markanten Stimme habe man gut verstanden, die anderen fünf Akteure deutlich schlechter, sagte Seelos.

Arno Jauchmann (CSU) – er ist Tontechniker an der Bayerischen Musikakademie – hat angeboten, dass er sich vor Ort im Modeon zusammen mit dem Haustechniker die Sache anschaue, wenn die Stadt es wünsche. Eventuell ließe sich mit einer besseren Positionierung oder anderen Einstellung der vier Bühnenmikrofone „was herausholen“, ergänzte Jauchmann.

Rupert Filser, Chef des Haupt- und Kulturamtes bei der Stadt.

„Das Angebot nehmen wir gerne an“, bekundete Rupert Filser, der bei der Stadt der verantwortliche Mann im Hauptamt mitsamt dem Kulturbereich ist. Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell erklärte allgemein: „Unser Ziel ist, dass wir zufriedene Besucher haben.“

Im Modeon war es der Premierenabend

Im Detail führte Rupert Filser vom Kulturamt aus, dass der BR-Komödienstadel auf Tournee sei. Er spielt das Lustspiel „Göttinnen in weißblau“. Die Premiere dazu sei der Abend im Modeon gewesen.

Er könne Stadtrat Vávra mit dessen Hinweis auf Verständnisprobleme nur Recht geben, befand Filser in der Sitzung des Kulturausschusses. Der BR-Komödienstadel habe eine Agentur eingeschaltet. Zwei Tage vor der Aufführung am 6. Januar sei im Modeon geprobt worden. Da habe man die Schauspieler gut verstanden. Freilich war der Saal leer.

Anders habe sich die Situation in der Aufführung dargestellt. Vor der Pause seien mehrere Passagen nur schwierig zu verstehen gewesen, hieß es im Kulturausschuss unter Verweis auf die Resonanz einiger Besucher. Die Agentur und die Schauspieler hatten laut Filser den Einsatz von Headsets samt Sender am Körper abgelehnt. Stimmen müssten mit unterschiedlichen Tonlagen Emotionen auslösen; ein Headset sei da im Sprechtheater nicht förderlich, habe man zur Antwort bekommen.

Nach der Pause habe man das Akustikthema bei der Aufführung des BR-Komödienstadels besser im Griff gehabt – nach einem erneuten Hinweis darauf, die Headsets zu verwenden, fuhr Filser fort. Künftig werde man bei einem Sprechtheater seitens der Stadt der Agentur bzw. den Künstlern dringend den Einsatz solcher Geräte nahelegen.

Die Tonanlage im Modeon mit den vier Mikros unter der Bühnendecke ist noch vergleichsweise neu. Ingrid Kral von der Kulturverwaltung der Stadt Marktoberdorf schildert, dass es beim Musiktheater nie Probleme gebe. Die Form des Saales im Modeon, der sich nach hinten in der Breite weitet, sei für Konzerte optimal. Im Sprech­theater sei die Akustik im Seitenbereich nicht so vorzüglich wie im großen Hauptblock in der Mitte. Ein Kriterium sei freilich auch, wie ausgeprägt Darsteller in Richtung Saal agieren. Wenn sich jemand zur Seite wende oder sich umdrehe, während er mit einer Textpassage dran sei, könne dies eher zu Verständnisproblemen führen.

jj

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