Ehemalige Leukämiepatientin überrascht ihre Spenderin bei Typisierungsaktion

Blumen für Stammzellenspenderin

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Stammzellenspenderin Kathrin Uhlir (li.) freut sich über den überraschenden Besuch und den Blumenstrauß von der Empfängerin Sabina T. und ihrer Tochter Julia (re.).

Kaufbeuren-Neugablonz – Die Typisierungsaktion der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren in Neugablonz am vergangenen Sonntag (wir berichteten)nutzte eine ehemalige Leukämiepatientin, um ihre Stammzellenspenderin zu überraschen. Dabei war zunächst für die ersten zwei Jahre jeglicher Kontakt untersagt.

Wie leicht eine Stammzellenspende sein kann und wieviel sie bewirken kann, zeigt eine erfreuliche Geschichte am Rande der Typisierungsveranstaltung der Freiwilligen Feuerwehr Kaufbeuren in Neugablonz. Kathrin Uhlir hatte sich 2006 bei einer Hilfsaktion in Bad Wörishofen typisieren lassen und dann zunächst nichts mehr Konkretes gehört. 2010 erhielt sie dann die Nachricht, dass sie als Spenderin für eine dringend benötigte Stammzellenspende passen würde und zwar nur sie allein. Wie selbstverständlich melde sie sich dann für die schmerzlose Stammzellenentnahme mittels Blutaustausch.

Alles lief anonym ab, ohne dass Spender und Empfänger sich kennenlernten. „Wir wollen, dass die Spender eine ethische Unabhängigkeit für ihre Spende haben“, erklärte Dr. Ulrich Hahn von der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern AKB. Innerhalb von zwei Jahren könnte eine nochmalige Spende notwendig werden und so solle der moralische Druck von den Spendern genommen werden. „Ich habe damals bei Frau Uhlir die Stammzellen entnommen“, erinnerte er sich. Nachdem sich bei der Empfängerin nach der Infusion mit den Stammzellen bereits nach 14 Tagen die Blutwerte gebessert hatten und die nächsten zwei Jahre gut blieben, entstand von beiden Seiten ein Interesse zu einem zunächst noch anonymen Kontakt, der sich dann über Austausch von Briefen und Fotos weiterentwickelte.

Bei der aktuellen Veranstaltung der Freiwilligen Feuerwehr Neugablonz überraschte nun die Empfängerin der Knochenmarkspende Sabina T. ihre Spenderin und bedankte sich mit einem großen Blumenstrauß. Bei Sabina war 2008 Leukämie festgestellt worden. Sie musste sich einer schmerzhafte Strahlen- und Chemotherapie unterziehen. Dabei war ihr Immunsystem ziemlich angegriffen worden, sie hatte immer Schmerzen und fühlte sich müde. „Als ich die Nachricht erhielt, dass es einen Spender gibt, dachte ich, dass jemand mein Leben retten kann und ich eine Chance hätte, länger als nur noch zwei bis drei Jahre für meine Tochter da zu sein“, erzählte Sabina erleichtert. Die Stammzellen wurden gut von ihr aufgenommen und das Knochenmark nahm innerhalb von 14 Tagen wieder seine Funktion auf. Sie benötigte danach keine belastende Chemotherapie mehr. Nach zwei Jahren stellte dann auch ihre Tochter Julia den ersten Kontakt zur Spenderin her.

Uhlir sagte nachdenklich: „Wie leicht man doch mit einer einfachen Blutprobe helfen kann, ist schon erstaunlich. Nicht nur einem Menschen sondern auch einer ganzen Familie“. Bei der eigentlichen Stammzellenspende habe sie sich eigentlich keine großen Gedanken gemacht, sondern auf die Abläufe konzentriert. „Aber als nach zwei Jahren ein erster Brief kam, das war dann schon mit sehr viel Emotionen verbunden“, erinnerte sich Uhlir. Seitdem stehe man in Kontakt und freue sich über die erfolgreiche Stammzellenspende.

Sabina muss noch jährlich zur Untersuchung, es bleibt ein Restrisiko. Aber Uhlir sagte: „Ich habe mich schon erkundigt. Dann bekommt sie halt wieder eine Spende von mir“.

von Wolfgang Krusche

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