Konflikt an der Kurfürstenallee

Ehepaar beschuldigt Marktoberdorfer Landwirt der Gewaltanwendung gegen Sohn – Bauer widerspricht

+
An der Kurfürstenallee in Marktoberdorf soll es zu dem Konflikt gekommen sein.

Marktoberdorf – Konflikt an der Kurfürstenallee in Marktoberdorf: Ein Ärzte-Ehepaar aus Marktoberdorf beschuldigt einen Landwirt aus der Kreisstadt der Gewaltanwendung gegenüber ihrem Sohn. Der 13-jährige Bub sei, weil er die Wiese am Rand der Kurfürstenallee betreten habe, von dem Bauern geschlagen und gewaltsam von der Wiese gezerrt worden. Der betroffene Landwirt widerspricht vehement. Er habe den Buben am Ellenbogen zehn Sekunden festgehalten, aber nicht verletzt.

In einem offenen Brief, der an Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell, an die Fraktionen im Stadtrat, an Landrätin Maria Rita Zinnecker, an die Polizeiinspektion Marktoberdorf, an die Staatsanwaltschaft Kempten sowie an die örtlichen Medien adressiert ist, schildern Dr. Irmtraud und Dr. Berthold Fourné, dass es in den letzten Jahren vermehrt zu verbalen Konflikten zwischen Anwohnern mit Angehörigen einer bestimmten Landwirtsfamilie gekommen sei. Eine weitere Eskalation sei absehbar – insbesondere weil Gäste des Hotels „Weitblick“ die Allee vermehrt nutzen.

Die wirtschaftlichen Interessen landwirtschaftlicher Betriebe an der alleinigen Nutzung ihrer Flächen würden in keiner Weise „verbale Entgleisungen und erst recht nicht die Anwendung körperlicher Gewalt gegen Minderjährige rechtfertigen“, schreibt das Ehepaar Fourné, das am Rambogen in Marktoberdorf zu Hause ist. Die Familie wohnt mehrere hundert Meter von der Kurfürstenallee entfernt.

„Wir werden diese Gewaltbereitschaft in keiner Weise akzeptieren“, fahren die beiden Fachärzte fort. Im offenen Brief stellen sie die Frage, wie die Stadt ihre Bürger vor diesen Bedrohungen schützen und eine weitere Eskalation verhindern könne.

Eine friedliche Koexistenz von berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Landwirte und der Sicherheit der Bürger sei wünschenswert, sagt das Ehepaar. „Hierbei sehen wir sowohl die Stadt als auch die Polizei in der Pflicht, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.“

Laut Irmtraud und Berthold Fourné seien Spaziergänger durch bewusst sehr nahes Auffahren mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen „systematisch bedroht worden“. Dieses Verhalten sei nun eskaliert in körperlicher Gewalt gegen ihr Kind.

Der 13-jährige Sohn sei am Rande der Kurfürstenallee von demselben Landwirt geschlagen und von der Wiese gezerrt worden. Dies hätten sie als Eltern polizeilich zur Anzeige gebracht. Die Schläge seien so massiv gewesen, dass eine ärztliche Behandlung erforderlich geworden sei. „Noch schockierender“ sei die Tatsache, „dass die Gewaltanwendung gegen unser Kind“ in Anwesenheit des eigenen Kindes, sprich des Buben des Landwirts, erfolgt sei.

Aus der Sicht des Landwirts

Die Lage stelle sich ganz anders dar, wie es das Ärzte-Ehepaar beschreibe, widerspricht Bauer Michael Weiß der Darstellung. Er habe mit seinem sechsjährigen Buben auf einer Bank an der Kurfürstenallee beobachtet, wie der 13-Jährige mit dem Hund in der Wiese unterwegs gewesen sei. Als der junge Kerl zur Kurfürstenallee kam und dann an einer Wegkreuzung mit Kopfhörern auf die Wiese schwenkte, habe er ihn laut gemahnt, dass ein Betreten verboten sei. Doch da habe er als erwachsener Mann von dem Jungen zur Antwort bekommen, dass ihn dessen Verhalten gar nichts anginge.

Als er dem Jungen nachlief, wollte der fliehen, schildert der Landwirt. Darum habe er ihn am Ellenbogen ungefähr zehn Sekunden festgehalten und wollte dem 13-Jährigen verdeutlichen, dass dessen Verhalten, mit dem Hund quer durch die Wiese zu spazieren, falsch sei. Bauer Weiß gibt zu bedenken, dass dies bereits an einem Samstag Anfang Oktober geschehen sei, also noch in der Vegetationsphase.

Der Landwirt fügt hinzu, dass er von der Staatsanwaltschaft Ende November ein Schreiben bekommen habe mit dem Inhalt, das Verfahren wegen versuchter Körperverletzung sei eingestellt worden. Nun sei es wohl „die Masche“ des Facharztes und seiner Frau, nach der gescheiterten Anzeige mit dem offenen Brief Aufmerksamkeit zu erzielen. Michael Weiß: „Der kann mir nix vorwerfen.“

Helmut Maucher, Chef der Polizeiinspektion Marktoberdorf, kann es durchaus nachvollziehen, dass die Staatsanwaltschaft in diesem Streitfall das Verfahren wegen Körperverletzung einstellt. Dies bedeute aber nicht automatisch, dass der Landwirt im Recht ist, erklärt der Dienststellenleiter. Die Eskalation bei diesem Konflikt an der Kurfürstenallee sei schon, dass der Landwirt gegenüber dem Buben handgreiflich geworden sei.

jj

Auch interessant

Meistgelesen

Diese Marken gab es bisher noch nie bei Mode Martin!
Diese Marken gab es bisher noch nie bei Mode Martin!
Freitag: Unterricht an allen Schulen im Ostallgäu und Kaufbeuren fällt aus
Freitag: Unterricht an allen Schulen im Ostallgäu und Kaufbeuren fällt aus
Baby und alkoholisierte Mutter in Kaufbeuren vor Kälte gerettet
Baby und alkoholisierte Mutter in Kaufbeuren vor Kälte gerettet
Winterdienst arbeitet in Kaufbeuren auf Hochtouren
Winterdienst arbeitet in Kaufbeuren auf Hochtouren

Kommentare