Ehre dem Buronator

„Ein Prosit der Gemütlichkeit“ – die von Moderator Georg Ried ausgerufene Devise am Freitagabend auf dem Afraberg wurden von den über 700 Gästen in der Zeppelinhalle wörtlich genommen. An den vollbesetzten Biertischen wurde die Geselligkeit gepflegt und das Bockbier der Aktienbrauerei rann in Strömen die durstigen Kehlen hinab.

Zum Auftakt der Starkbierzeit lud die Aktienbrauerei zum Bockbierfest in die Zeppelinhalle ein. Mit vier Schlägen und einer Bierfontäne gelang Oberbürgermeister Stefan Bosse der Anstich des ersten Fasses des süffigen Buronators. Die über 720 Besucher ließen sich den Doppelbock gerne schmecken und genossen dabei das zünftige Unterhaltungsprogramm auf der Bühne. D’Schoinaschnätterer nahmen als Peruaner getarnt die Eigenheiten der Wertachstadt und ihrer Bewohner ordentlich auf die Schippe. Vor dem Ausländerbeirat machten sie dabei ebenso wenig halt wie vor den Qualitäten der Kaufbeurer Autofahrer, die zumindest laut Versicherungsstatistiken im bundesweiten Vergleich am unteren Ende angesiedelt sind. Sie empfehlen die Gründung eines Einheimischenbeirates und loben die unterstützenden Leistungen des Staates, die in Anspruch genommen werden können. Mit dem „Kaufbeurer Heimatlied“ haben sich die flötenden Peruaner von den begeisterten Zuschauern verabschiedet. In seiner Paraderolle als Bruder Lehmann avancierte Maxi Schafroth mit seiner Fastenpredigt schnell zum Publikumsliebling des Abends. Als Mönch, der auf 420 Euro-Basis in Kaufbeuren weilt, wünscht er sich eine „Bockbier-Flatrate“. Als Strafe für sein Derblecken im Vorjahr verbrachte Bruder Lehmann die vergangenen Monate nach eigener Aussage im Zollhäuschen und dafür sollten die Kaufbeurer aus allen Stadtteilen beim Starkbieranstich Abbitte leisten. Als Mitglied des Vereins zum Aufbau einer überdimensionalen Christus-Statue in Kaufbeuren forderte Schafroth die jubelnden Gäste mit Erfolg auf, den „Bund mit dem Bock zu schließen“, ein „eheähnliches Gelübde für 40 Tage“ einzugehen. Um in der Fastenzeit auf feste Nahrung verzichten zu können, empfiehlt Bruder Lehmann den Apfelmost-Einlauf, pürierte Kässpätzle und einen Romadour-Milchshake. Nach solchen Vorlagen hatten es der Ostallgäuer Käs Karl und „D’Schoinaschnätterer“ mit weiteren Einlagen schwer, noch die volle Aufmerksamkeit der Gäste zu bekommen, die sich an diesem Abend offenkundig bestens unterhielten. Dazu trugen allen voran die „Original Hopfenbläser“ bei, die sichtlich bestens gelaunt und gekonnt, das Publikum mit einem bunten Potpurri von Blas- bis Unterhaltungsmusik begeisterten. Erst weit nach Mitternacht durften sie nach zahlreichen Zugaben ihre Instrumente verstauen. Zurück blieben zahlreiche Gäste, die sich in der Zeppelinhalle mit ihrem unverwechelbaren Traditionsambiente noch ein für diesen Abend letztes „Buronator“ schmecken ließen.

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