"Ein Pol der Ruhe"

Dass der Klostergarten am Blasiusberg „ein ganz besonderer Ort“ ist, wie ihn Evelyn Track, Projektleitung Pilgerwesen, Kaufbeuren Tourismus- und Stadtmarketing, nennt, wird jedem schnell bewusst, der diesen Garten betritt. Rosen, Erdbeeren, duftende Kräuter, eine brasilianische Madonna, rote Pflastersteine. Wer einen Schritt in diesen Garten setzt, ist ein bisschen verzaubert. Zwar wird noch viel gehämmert, gesägt und gepflanzt bis zum Eröffnungsfest am Samstag, 20. Juni, doch schon jetzt ist es ein „Pol der Ruhe“, wie ihn Schwester Regina Winter, Generaloberin des Crescentiaklosters in Kaufbeuren, bezeichnet.

Eins steht schon vor der Eröffnungsfeier fest, viel Herzblut steckt in dem Besinnungsgarten und viel Arbeit. Arbeit, die von fleißigen Händen ehrenamtlich geleistet wurde. Mit viel Liebe zum Detail haben sich die freiwilligen Helfer, wie die Schüler der Berufsschulen Marktoberdorf und Kaufbeuren, die Auszubildenden der VR-Bank oder auch so mancher Handwerker, in dem Garten verewigt. Auf diese Weise entstanden eine Sternguckerhütte, eine Wind- und Wetterhütte oder auch viele, viele Treppenstufen. Die Idee zu dem Besinnungsgarten kam Schwester Regina Winter. Der Berggarten sei früher ein Garten für die Schwestern gewesen. Auch sie selbst sei immer gerne in den Garten gegangen, „denn je höher man geht, desto freier wird die Seele“. Doch die Schwestern wurden älter und es gab niemanden, der sich um den Garten so richtig gekümmert hat, so entstand die Idee den Garten für die Öffentlichkeit begehbar und erlebbar zu machen. Zusammen mit Landschaftsarchitektin Bea Römlein wurde ein „ganz schöner Plan erstellt“ nach dem Sonnengesang des Heiligen Franziskus, der den Garten in verschiedene Bereiche einteilt. Doch von „den Socken gehauen“ hat es Schwester Regina als der Kostenvoranschlag bei einer halben Millionen Euro lag. Zum Glück hatte sich parallel dazu der Freundeskreis des Crescentiaklos- ters zusammengefunden, der den Auftrag des Klosters „eine geistliche Oase für Stadt und Land“ zu sein, wie Schwester Regina betont, zu unterstützen. Dieser konnte zwar nicht mit Geld helfen, aber „jeder kennt doch jemanden, der was kann“, erklärt Charlotte Brendel vom Freundeskreis. Und genau auf diese Weise entstand ein traumhafter Besinnungsgarten. Fertig sei dieser allerdings noch nicht. Zwar sind schon 20 Bänke bestellt, die im Garten verteilt werden sollen. Doch der Platz unten am Eingang, wo auch der Gottesdienst um 11 Uhr zur Eröffnung gefeiert wird, ist noch nicht ganz fertig. Die Brunnenanlage wird noch installiert. Eine Feuerstelle ganz oben im Berggarten entsteht noch. Freiwillige Helfer und Spender sind zur Unterstützung jederzeit willkommen, denn so fehlt beispielsweise noch die Inneneinrichtung für die Wind- und Wetterhütte. Angebracht werden neben Schildern mit den Strophen des Sonnengesangs auch Impulsfragen, wie „Was heißt es für mich, wenn die Sonne scheint?“, erläutert Schwester Regina. Täglich von 9 bis 17 Uhr soll der Garten für Besucher, die Kraft tanken und vom Alltag abschalten wollen, geöffnet sein. Auch für Gruppen wird der Garten zugänglich sein, doch diese sollen nicht durch den Garten geführt werden, sondern „sollen ihre Ruhe haben, um sich besinnen zu können“, betont die Generaloberin. Wer nach dem Rechten in dem Garten während der Öffnungszeiten schaut, weiß die Oberin noch nicht, „wenn jemand dazu Lust hat, der ist willkommen“. Vorstellen können sich Track, Brendel und Schwester Regina, dass später einmal ein Flyer, der den Besinnungsgarten genau erklärt, entstehen könnte. Das genauere Programm des Eröffnungs- festes am Samstag, 20. Juni, folgt in unserer nächsten KREISBOTEN-Ausgabe, am 17. Juni.

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