Einblick gewähren

Jäger und Schützen seien keine „schießwütigen Rambos“, verdeutlichte Hermann Koch vom Jagdschutz- und Jägerverband Füssen kürzlich beim Runden Tisch zum Thema Gewaltprävention in der Marktoberdorfer Realschule (wir berichteten). Erst durch den tragischen Amoklauf in Winnenden kamen wieder Diskussionen über das bestehende Waffenrecht und die sichere Aufbewahrung von Waffen und Munition auf. Als Zeichen des guten Willens und um mehr Transparenz zu ermöglichen, unterzeichneten Koch und Hans Kollmann, Schützengau Ostallgäu, zusammen mit Landrat Johann Fleschhut, sowie dem Sportschützengau Kaufbeuren-Marktoberdorf und dem Jagdschutz- und Jägerverein Kaufbeuren eine gemeinsame Erklärung. Darin signalisieren die Jäger und Schützen, dass sie Kontrollen (ohne Voranmeldung) über die ordnungsgemäße Lagerung von Waffen zulassen.

Diese Erklärung geschehe im Bewusstsein der eigenen Verantwortung für die sichere Aufbewahrung und solle als Zeichen des Verantwortungsgefühls an die BürgerInnen und an die Waffenbehörde verstanden werden, führen die Unterzeichner in ihrer Erklärung auf. Parallel zu dieser freiwilligen Erklärung hat das Landratsamt Ostallgäu zwei neue Flyer herausgebracht. Der eine beschäftigt sich mit dem Waffenrecht und der andere erläutert übersichtlich die richtige Aufbewahrung von Waffen und Munition. Dass diese Unterziehung einer Kontrolle auf freiwilliger Basis erfolgen würde, unterstrich auch noch einmal Landrat Fleschhut und hob hervor, dass gerade bei den Schützenvereinen darauf geachtet werden wird, dass ein „qualifizierter Umgang mit dem Sportgerät“ erfolgt. In der Erklärung heißt es unter anderem: „Mitarbeiter der Waffenbehörde des Landratsamtes dürfen im Rahmen von routinemäßigen Stichproben auch unangemeldet und ohne dass es dafür einen bestimmten Anlass gibt die Aufbewahrung von Waffen und Munition, sowie die erforderlichen Sicherheitsbehältnisse besichtigen.“ Des Weiteren hob Koch hervor, dass Jäger und Schützen ein „umfangreiches Wissen rund um die Waffen vermittelt bekommen“ und dieses auch in theoretischen Prüfungen ausgiebig getestet wird. Im Landkreis Ostallgäu führen über 3000 BürgerInnen als Jäger und Sportschützen erlaubte Waffen und stellen damit die größte Gruppe von legalen Waffenbesitzern im Landkreis da. Laut Angaben des Landratsamtes sind im Landkreisgebiet ca. 16500 Schusswaffen registriert. Davon sind 5000 Kurz- und rund 11000 Langwaffen. Dass es eine absolute Sicherheit auch im Landkreis nicht geben könne, dass nicht doch einmal was passiert, ist allen bewusst, doch die Statistik besagt, dass die Delikte bei legalen Schusswaffen bei 0,3 Prozent in Deutschland liege. Einsatz für die Natur Neben den Diskussionen dürfe nicht vergessen werden, so Koch, dass die Jäger viel für den Schutz der Natur – vor allem der heimischen Wälder tun. So sei der Landkreis seit Jahren beispielsweise frei von Tollwut.

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