Eine Chance für den Menschen

Villa Schönblick in Kaufbeuren feiert 20-jähriges Jubiläum

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Die Villa Schönblick bietet Raum für 18 Bewohner verschiedenen Alters, die seelische Beeinträchtigungen haben.

Kaufbeuren – Seit 1999 bietet die „Villa Schönblick“ in Kaufbeuren Menschen mit seelischer Behinderung ein Zuhause. Das Ziel ist die größtmögliche Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen Leben. Ihr 20-jähriges Bestehen feierten Bewohner, Mitarbeiter und Gäste nun im Festsaal des Bezirkskrankenhauses.

Thomas Düll, Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben, zeichnete in seiner Begrüßungsrede den Weg zu dem besonderen Projekt nach, das jenen psychisch schwer beeinträchtigten Menschen, die damals kaum eine andere Einrichtung haben wollte, die Aufnahme in die Villa Schönblick ermöglichte. Im Zuge der Enthospitalisierung sollten diese Menschen die Chance erhalten, ihr Leben eigenständig zu gestalten, und in der früheren ärztlichen Direktorenkammer ein Zuhause zu finden. Doch wegen des außerklinischen Projekts, das in eigener Trägerschaft in Angriff genommen wurde, war man zum Teil massiven Anfeindungen ausgesetzt, so Düll. In diesem Sinne ging sein Dank an die engagierten Mitarbeiter und Bewohner, die den Weg auch heute noch entschlossen weitergehen.

Seine Verbundenheit mit der Villa, diesem „besonderen Bereich, der einmalig in Kaufbeu­ren ist“, bekundete auch Gerhard Becker als Geschäftsleitung von „Wohnen und Fördern“.

Das 20-jährige Bestehen der Villa Schönblick zelebrierten Thomas Düll (v. li.), Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben, Achim Crede, Leitung Süd „Wohnen und Fördern“, Gerhard Becker, Geschäftsleitung „Wohnen und Fördern“, Martina Hölzle vom pädagogischen Fachdienst, Dr. Christian Schanze und Heimleiter Peter Lukes mit Mitarbeitern, Bewohnern und Gästen.

Als „herausragendes Projekt“ bezeichnete Achim Crede, Leitung Süd von „Wohnen und Fördern“, das Angebot der Villa mit den entsprechend zahlreichen Platzanfragen. Beispielhaft in Sachen Inklusion sei laut Crede auch die bei den Feierlichkeiten auftretende Trommelgruppe, die aus Bewohnern, Mitarbeitern und weiteren Mitspielern besteht. Da ließ sich auch Oberbürgermeister Stefan Bosse, der die „massive Prägung“ Kaufbeurens durch das BKH hervorhob, nicht lange bitten, spontan ein paar Takte mitzuspielen. Das Wohnheim biete eine „Perspektive für Menschen, die es schwer haben“, und so viel Individualität und Normalität wie möglich.

Von Dr. Christian Schanze, der im BKH tätig war, stammte das Konzept mit dem Ziel, psychisch kranke Menschen aus der Hospitalisierung zu holen. Die Trendwende leitete hier die Psychiatrie-Enquete von 1975 ein. Worte des Lobes fand Schanze für die Mitarbeiter, die einen auf das Individuum abgestimmten, personenzentrierten Ansatz verfolgen. Auf ihrem weiteren Weg wünschte sich Schanze für Bewohner und Mitarbeiter des Wohnheims „unbedingte Wertschätzung für Personen mit psychischer Beeinträchtigung und für die herausfordernde Tätigkeit der Mitarbeiter“, die aus dem Wohnheim ein „Juwel der Versorgungslandschaft“ machen.

von Mahi Kola

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