Eine Erfolgsgeschichte

Ausbildungszentrum der Deutschen Flugsicherung in Kaufbeuren eröffnet

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Brigadegeneral Burkhard Pototzky (v. li.), Oberbürgermeister Stefan Bosse, Ministerpräsident Markus Söder, DFS-Geschäftsführer Klaus-Dieter Scheurle und Jan Herchenröder von Kaufbeuren ATM Training bei der Einweihung der KAT Akademie Allgäu.

Kaufbeuren – Die Eröffnung der „KAT Akademie Allgäu“ in unmittelbarer Nähe zum Fliegerhorst Kaufbeuren am vergangenen Montag stellt einen besonderen Meilenstein in der Ausbildung der militärischen Fluglotsen dar. „Mit der Bündelung von Schulungseinrichtungen, Büros und Unterkünften ist ein Campus der kurzen Wege entstanden“, so Prof. Klaus-Dieter Scheurle als Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Flugsicherung (DFS) in seiner Ansprache vor den geladenen Gästen aus Politik, Bundeswehr und Angehörigen der Kaufbeuren ATM Training GmbH (KAT). Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder als Festredner zeigte sich angesichts der Räumlichkeiten und der Ausstattung „sehr beeindruckt“ und sagte: „Das passt in das Hightech-Land Bayern!“

„Ihr habt einen tollen Job gemacht, das war eine Meisterleistung!“, bedankte sich Scheurle bei allen Beteiligten. Die KAT – eine hundertprozentige Tochter der DFS – hat nach Scheurles Worten nun ihren „Mittelpunkt auf höchstem Niveau“ erhalten. Bislang fand die Ausbildung, auf mehrere Gebäude verteilt, auf dem Gelände des Fliegerhorstes statt. Die KAT bildet pro Jahr bis zu 80 angehende Lotsen, Flugberater und anderes militärisches Flugsicherungspersonal mit aktuell rund 82 Mitarbeitern aus.

Hightech auf drei Ebenen

Die KAT-Akademie hat eine Fläche von 2.400 Quadratmetern. Auf drei Stockwerken befinden sich Simulator- und Schulungsräume sowie Büros. In der im Erdgeschoss etablierten Mensa mit Kantine werden die Lehrgangsteilnehmer nicht nur von der Bundeswehr verpflegt, sie soll auch quasi als „Wohnzimmer“ mit angegliedertem Außenbereich zum kommunikativen Austausch dienen.

Herzstück ist der 360-Grad-Towersimulator, der den Arbeitsplatz in einer Towerkanzel perfekt abbildet. 16 Laser-Projektoren erzeugen ein umlaufendes, hochauflösendes Bild, das einen virtuellen Militärflughafen mit startenden, landenden und rollenden Flugzeugen zeigt. Auch die übrigen, ehemaligen Bundeswehr-Simulatoren hat die DFS durch eine moderne, digitale Infrastruktur ersetzt. Es handele sich nach den Worten des DFS-Geschäftsführer dabei um die derzeit fortschrittlichste, am Markt erhältliche, Technologie.

„Lernen der Zukunft“

„Hier können wir den künftigen Fluglotsen die hochwertige Ausbildung bieten, die sie für ihre anspruchsvollen Aufgaben bestmöglich qualifiziert.“ Ein weiterer Baustein ist die vollständige Digitalisierung der Lernumgebung mittels einer E-Learning Plattform, die der Auszubildende mit Tablet-PC überall nutzen könne. Scheurle sprach von der „weltweit besten Ausstattung“ und vom „Lernen der Zukunft“. Auf dem 13.400 Quadratmeter großen Ausbildungs-Campus befinden sich auch zwei ehemalige Unterkunftsgebäude der Bundeswehr, die aufwendig saniert wurden. Insgesamt flossen knapp 20 Millionen Euro in den Campus. „Es ist eine Investition in die Qualität der militärischen Flugsicherungsausbildung am Standort. Sie hat eine 60-jährige Tradition, der wir uns verpflichtet fühlen“, betonte der DFS-Geschäftsführer abschließend.

Klare Bekenntnisse

Ministerpräsident Söder bekam für seine klaren Bekenntnisse zum Standort Kaufbeuren und zur Bundeswehr mehrfach Applaus. „Die Stadt hat nach dem Schließungsbeschluss mehrere unruhige Jahre und eine Menge Nervosität hinter sich gebracht“, sagte Söder und weiter: „Dies ist ein guter Tag für Kauf­beuren und weit über das Allgäu hinaus.“ Die Standortstärkung passe „ins historische Profil“. Mit deutlichen Worten drückte der Landeschef die Verbundenheit Bayerns zur Bundeswehr aus: „Für deren Herausforderung in der Zukunft ist ein starker Rückhalt erforderlich, den sie verdient hat.“ Sie brauche eine bessere finanzielle Ausstattung zum Schutz der Soldaten, die „für uns Leib und Leben gefährden“ und für deren Aufgabenerfüllung: „Die Bundeswehr braucht keine Steinschleuder, sondern bestes Gerät.“

Wettrüsten um Technologien

Von der neuen Ausbildungseinrichtung und deren Hightech-Ausstattung zeigte sich Söder „sehr beeindruckt“ und lobte die Arbeit der Fluglotsen, die oft unterschätzt werde. Die Ausbildungseinrichtung sei ein weiterer Schritt „in unsicherer Zeit in eine tolle Zukunft“.

Ministerpräsident Dr. Markus Söder (Mitte, stehend) zeigte sich im Kreise von Vertretern aus Politik und Bundeswehr von der Technik des Tower-Simulators sichtlich beeindruckt.

Er machte deutlich, dass zukünftig ein extremes Wettrüsten um neue Technologien stattfinden werde: „Künstliche Intelligenz ist die Dampfmaschine der neuen Zeit.“ Man könne nur ahnen, welcher Wettbewerb und welche Geschwindigkeit auf uns zukomme. Der Freistaat werde daher zwei Milliarden Euro in Technologie und Wirtschaft sowie Luft- und Raumfahrt investieren. Insbesondere auf letzterem Feld müsse Bayern weiterhin führend bleiben.

„Ein Stück Heimat“

Brigadegeneral Burkhard Pototzky betonte, die enge Verbundenheit von zivil-militärischer Kooperation habe sich „über Jahrzehnte als tragende Säule“ etabliert. Die Entstehung des Campus bezeichnete er als „gutes und ermutigendes Signal“ und sprach von einem „Stück Heimat für die Soldaten der Luftwaffe“. Kaufbeurens OB Stefan Bosse zeigte sich über die neue Einrichtung „absolut glücklich und zufrieden“. Was nach 2011 in Gang gesetzt worden sei, wäre einzigartig gewesen: „So viel Solidarität und Unterstützung wie nach der Schließung hab ich vorher nicht erfahren.“ Die Ausbildung finde weltweit Beachtung und damit werde „Luftfahrtkompetenz in Bayern“ gehalten. Die symbolische Schlüsselübergabe fand durch Scheurle und Söder an KAT-Geschäftsbereichsleiter Jan Herchenröder statt. Die Fliegerhorstkapelle Kaufbeuren umrahmte die Veranstaltung musikalisch.

von Wolfgang Becker

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