Workshops und Theateraufführung

Projekt HOPE mit Künstlern

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Martin Liema (li.), ausgezeichnet mit dem Deutschen Schauspielerpreis, entwickelte mit dem Flüchtling Amer Toma (Mitte) und Schauspieler Max Kinker ein Theaterstück.

Marktoberdorf – Das Thema beherrscht zur Zeit die Schlagzeilen aller Zeitungen, auf der Straße wird darüber geredet und im Internet online diskutiert. Es geht um Flüchtlinge, genauer um die Flüchtlingssituation in Marktoberdorf. Eine erst vor kurzem spontan gegründete Allgäuer Künstler-Initiative will nun den Flüchtlingen vor Ort und gleichzeitig auch den Einheimischen mehr Hoffnung geben.

Hoffnung auf bessere Integration und Vorurteile und Schwellenangst gegenüber Fremden abzubauen. Deshalb heißt das temporäre Kunstprojekt auch HOPE. 

„Wir bieten eine gesellschaftliche, politische und künstlerische Auseinandersetzung mit der Flüchtlings-Situation in Marktoberdorf an“, so der Marktoberdorfer Aktionskünstler, Fotograf und Filmemacher Bertram Maria Keller, der als Initiator und künstlerischer Leiter hinter HOPE steckt. 

„Es geht uns vor allem darum, einerseits die Flüchtlinge mehr in unser Leben miteinzubinden und andererseits die Marktoberdorfern über Kunst, Musik, Gesang und vor allem Gespräche mit den Flüchtlingen zusammenzubringen – zu einem harmonischen Zusammenleben auf der Basis gegenseitigem Verständnis und Respekts.” 

Bei diversen Workshops, die am Montag im Emmi-Fendt-House-ARTelier begonnen haben, geht es praktisch zur Sache. „Wir bauen zusammen mit den Flüchtlingen Palettenmöbel“, so Keller, der diese dann nach der Ausstellung dem Asylbewerberheim in der Nordstraße schenkt. Gemeinsame Mal-Aktionen, Musiksessions, sowie Foto- und Filmaktionen sind außerdem geplant. 

Keller holte sich zu den jeweiligen Themen kompetente Partner zur Seite, wie die Marktoberdorfer Sonderpädagogin Anette Temper für den Flüchtlingskinder-Malworkshop oder den Schauspieler Martin Liema für den Theaterworkshop. Zusammen mit dem Marktoberdorfer Nachwuchsschauspieler Max Kinker und Amer Toma, einem Flüchtling, der seit acht Monaten in Marktoberdorf lebt, spielt er ein interaktives Drei-Mann-Stück namens „Füttern verboten“. 

„Wir haben bisher nur den Anfang und noch keine Ahnung, wie‘s weitergeht“, so Liema, denn das Stück wird während der Workshops gemeinsam geschrieben und geprobt. 

Die Uraufführung findet am Samstag, 19. September im Rahmen des HOPE-Eröffnungsprogramms statt. Um 19 Uhr führt Kultregisseur Leo Hiemer aus Kaufbeuren in den Abend ein. Bei der Ausstellungs-Vernissage kann man die Werke betrachten, die gemeinsam mit den Flüchtlingen erarbeitet wurden. Darüberhinaus zeigen verschiedene Allgäuer Künstler ihre aktuellen Werke zum Thema HOPE. 

Das Projekt wird von vielen Marktoberdorfer Organisationen und Parteien unterstützt.

Das Programm:

Freitag, 18. September: 

Open Atelier ab 11 Uhr temporäres Künstler-Café mit selbstgebackenem Kuchen und fairtrade-Kaffee; 

Gespräche ab 20 Uhr Gespräch mit Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell über die Flüchtlingssituation in Marktoberdorf; 

Jam-Session um 23 Uhr mit Musikern aus aller Welt. 

Samstag, 19. September: 

Ausstellung um 19 Uhr Kunst-Ausstellungseröffnung mit Vernissage; 

Theaterstück-Welturaufführung von „füttern verboten“ um 21 Uhr; 

Party without frontiers (ohne Grenzen) mit DJ Maschko um 23 Uhr. 

Alle Veranstaltungen finden im Emmi-Fendt-Haus bei freiem Eintritt statt.

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