Eine Nummer zu groß?

Buchloer Bauausschuss berät über bauseitige Vorbereitung der Küche im Eisstadion

Eisstadion Buchloe
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Der ESV Buchloe darf sich Hoffnung machen: Der Bauausschuss Buchloe sprach sich für eine bau­seitige Herstellung einer gewerblichen Küche im Eisstadion aus.

Buchloe – 2020 war ein aufregendes Jahr für den Eissportverein Buchloe. Im April stiegen die Buchloer Pirates endlich wieder in die Bayernliga auf. Außerdem wurde mit der Umsetzung der Sanierung der Sparkassenarena begonnen, nachdem der Stadtrat 2017 den Plänen zugestimmt hatte. Jetzt lag dem Bauausschuss ein Antrag vor, in eine gewerbliche Küche zu investieren.

„Ein gastronomisches Angebot gehört zu einem funktionierenden Betrieb eines Kunst­eisstadions dazu“, schreibt der ESV Buchloe in seinem Antrag. Der Verein hofft, mit einer größeren, gewerblichen Küche einen effizienteren Betrieb und eine breitere Nutzungsmöglichkeit erreichen zu können. Durch das erweiterte Angebot soll eine attraktivere Aufenthaltsmöglichkeit mit längerer Verweildauer geschaffen werden. Hermann Lutzenberger vom Ingenieurbüro Lutzenberger erläuterte dem Gremium die entstehenden Kosten, die zunächst nur die bauseitige Vorbereitung, nicht aber die endgültige Ausstattung betreffen würden. Im Gegensatz zu der derzeit geplanten Verteilerküche ist es bei einer gewerblichen Küche vor allem die zusätzlich notwendige Be- und Entlüftungslage, die geschätzte Mehrkosten von rund 113.000 Euro mehr bedeuten würden. „Sie müssen mit diesen Zahlen rechnen, viel mehr Einsparungsmöglichkeiten haben Sie gar nicht mehr“, so Lutzenberger.

Während das Projekt durch den Bund gefördert wurde, ist die Küche nicht förderfähig, da es sich nicht um eine Sportstätte im engeren Sinn handelt. Der hohe Betrag war es auch, der einzelne Stadtratsmitglieder stutzig machte. Bürgermeister Robert Pöschl betonte drüber hinaus, dass es wünschenswert sei, die Gastronomie im Falle einer Entscheidung in diese Richtung an die Betriebszeiten des Stadions zu koppeln. Für einen Teilzeitbetrieb seien der technische Aufwand und die zusätzlichen Kosten einfach zu hoch, entschied Stadtrat Manfred Beck (SPD) für sich. Auch Elfriede Klein (Grüne) nannte es „sportlich“, in der heutigen Zeit, eine Gastronomie zu planen. Sie bedaure es auch zum Teil, dass wegen der vielen Vereinsheime immer weniger die Gaststätten in der Stadt genutzt würden. Eine Ansicht, die auch Martina Schwendner (FDP) teilte: „Ich habe ein bisschen Angst, dass wir viel, viel Geld ausgeben, für etwas, das nicht genutzt wird“.

Benjamin Leinsle (CSU) bat seine Kolleginnen und Kollegen inständig um eine Entscheidung zugunsten des Antrags: „Das ist kein Luxus, das ist Mindeststandard. Das ist unser sportliches Aushängeschild. Es wäre fatal, uns dagegen zu entscheiden. Das können wir nicht bringen“. Am Ende empfahl der Bauausschuss dem Stadtrat mit 7:4 Stimmen, diesem Vorhaben zuzustimmen. Eine endgültige Entscheidung hierzu wird im Rahmen der Haushaltsvorberatung fallen.

Bauen mit Vorgaben

Nebst einigen kleinen Bauanträgen für Wintergärten, Gauben und Balkonen wurden noch weitere Themen diskutiert. Dem Bauantrag zum Neubau einer Produktion und Verwaltung für Werkzeugbau und Sonderfertigung im Nordwesten der Stadt wurde mit einer Gegenstimme stattgegeben. Zum wiederholten Mal machten die Ausschussmitglieder in diesem Zusammenhang auf die Begrünung aufmerksam, die wichtiger sei, denn je. Es sei sehr erfreulich, dass sich die Firma für den Standort Buchloe entschieden hat. „Das schafft Arbeitsplätze. Wir freuen uns auf gute Zusammenarbeit“, so Pöschl.

In der Westendstraße ist der Neubau von vier Doppelhaushälfte mit jeweils zwei Wohneinheiten und Tiefgarage geplant. Nach der neuen Abstandsflächensatzung der Stadt können die Abstandsflächen nicht eingehalten werden. Weil der Antrag in den Zeitraum der Satzungsänderung fällt, wurde eine entsprechende Befreiung beantragt. Der Antrag wurde mit 9:2 Stimmen genehmigt. Pöschl betonte, dass eine derartige Befreiung in Zukunft nicht zur Regel werden soll. „Wir schauen, dass wir die Satzung anwenden. Das sind momentan Fälle, die gerade in die Übergangszeit fallen.“

Auch der Malerbetrieb Schütz darf einen Werbepylon in der Robert-Bosch-Straße aufstellen. Das entschied der Bauausschuss mit 7:4 Stimmen. Kritik gab es hier vor allem für die Lichtverschmutzung durch die geplante Beleuchtung.

Lediglich die Bauvoranfrage zur Errichtung von zwei Mehrfamilienhäusern in der Nähe der Saubsdorfer Straße wurde einstimmig abgelehnt. Bereits seit 2008 werden diesbezüglich Anträge gestellt, für die aber aus verschiedenen Gründen kein Einvernehmen erteilt wurde. Da der Bebauungsplan an dieser Stelle ein Mischgebiet vorsieht, ist ein reines Wohngebäude nicht zulässig. Zudem liegt das Vorhaben außerhalb der festgelegten Baugrenzen.

von Agnes Reißner

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