Eine offene Informationspolitik

Eine Rückzahlungsforderung von 3,5 Millionen Euro an die Regierung von Schwaben und ein offener Brief ver.di’s mit massiver Kritik an die Chefetage des Kaufbeurer Verkehrsunternehmens Kirchweihtal gerichtet. Alles in allem jede Menge Zündstoff, der im Traditionsunternehmen aktuell für viel Unruhe sorgt. Vor allem fehlende „Sozialkompetenz der Führungskräfte“ wirft ver.di der Unternehmensführung vor. Im Redaktionsgespräch mit dem KREISBOTEN hat jetzt Kirchweihtal-Geschäftsführer Dirk Elies zu den Vorwürfen Stellung genommen.

Gibt es bereits eine Einigung mit der Regierung von Schwaben bezüglich der Forderung von 3,5 Millionen Euro plus 900000 Euro Zinsen? Kirchweihtal hat ja gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt. Elies: „Bis zum heutigen Tage gibt es noch keine Entscheidung zu dem Widerspruch.“ Was passiert mit dem Kaufbeu-rer Verkehrsunternehmen Kirchweihtal, wenn die genannte Summe zurückbezahlt werden muss? Elies: „Ich bin zuversichtlich, dass es nicht soweit kommen wird.“ Neben dieser drohenden Millionen-Forderung scheinen die Mitarbeiter von Kirchweihtal inzwischen das Vertrauen in die Unternehmensführung verloren zu haben. Die Gewerkschaft ver.di bemängelt unter anderem die mangelnde Sozialkompetenz der Führungskräfte. Wie schätzen Sie die Situation als Kirchweihtal-Geschäftsführer ein? Elies: „Diese Einschätzung der Gewerkschaft teile ich nicht, ganz im Gegenteil, es wurde von Anfang meiner Tätigkeit am 1. Februar 2010 bis zum heutigen Tag sowohl von mir als auch von unseren Gesellschaftern eine sehr offene Informationspolitik betrieben. Von mir aus wurde die Gewerkschaft ver.di bereits im Dezember 2010 gebeten einem evtl. Notstandstarifvertrag mit vermehrt wirtschaftlichen Aspekten zuzustimmen. Ebenso wurde auch hier sehr offen die wirtschaftliche Situation der Firma dargestellt, mein Vorschlag wurde aber abgelehnt. Ebenso wird mit dem Betriebsrat der VGK seit einigen Wochen über ein wirtschaftlicheres Dienstplanmodell verhandelt, leider momentan noch ohne Erfolg. Von meiner Seite wurden die Mitarbeiter stets offen informiert. Nur ist es eben nicht leicht bei einer Firmenrestrukturierung als Sanierer alles beim ‘Alten’ zu lassen. Es müssen hier allein aus wirtschaftlichen Gründen Änderungen herbeigeführt werden.“ 93 Prozent der Befragten Mitarbeiter (immerhin 40 Busfahrer) machen sich laut ver.di ernsthafte Sorgen um den Fortbestand des Unternehmens. Sie attestieren, dass die VG Kirchweihtal GmbH an Ansehen in der Öffentlichkeit verloren hat. Inwieweit sind das berechtigte Sorgen und Ansichten? Elies: „Ich kann die Sorgen der Mitarbeiter/innen menschlich verstehen, jedoch werde ich alles mir mögliche tun, um die Firma VGK wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Jeder Mitarbeiter hat von mir bisher stets eine Arbeitsplatzgarantie bekommen. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir gemeinsam die Krisenzeiten meistern werden.“ Ein weiterer Kritikpunkt ver.di's ist die Vergabe von Fahrleistungen an Dritte. Warum und in welchem Umfang werden Fahrleistungen an Dritte vergeben? Elies: „Es wurden einige Fahrleistungen an Auftragsunternehmen vergeben, die durch normale Fluktuation unseres Personals nicht mehr gefahren werden konnten und dies vor allem unter dem Aspekt, dass Auftragsunternehmen häufig günstiger produzieren können. Das ist ein in der Branche absolut übliches Vorgehen, es wurde jedoch kein besetzter Kirchweihtalarbeitsplatz abgebaut.“ Der offene Brief an die Muttergesellschaft verfolgt laut Heeb das Ziel, dass seitens der Regionalbus Augsburg GmbH eine Überprüfung der Beschwerden der Kirchweihtal-Mitarbeiter stattfindet. Zudem müssten alle Beteiligten wieder an einen Tisch, um Strategien zu entwickeln, wie das Betriebsklima wieder verbessert werden kann. Sind sie dazu bereit, oder sehen Sie keinen Handlungsbedarf? Elies: „Wir sind zu jeder Zeit stets zu Gesprächen mit allen Mitarbeitern und Beteiligten bereit. Das kann ich auch für unsere Gesellschafter betonen.“ Vielen Dank für das Gespräch.

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