Eine pfiffige Idee

Die Geschäftsfassade der Räumlichkeiten im Ringweg 2 in Kaufbeuren. Hier befindet sich der „Existenzgründerladen Kaufbeuren“. Foto: Lorenz

Der Weg in die Selbstständigkeit erfordert im Wesentlichen eine gute Geschäftsidee, das notwendige Startkapital, viel Engagement und auch eine gehörige Portion Mut. Manchmal aber auch etwas Glück, vor allem dann, wenn im Rahmen eines Wettbewerbs der Start in die Selbständigkeit durch tatkräftige Hilfe von Experten unterstützt wird. In der Wertach- stadt startet jetzt die pfiffige Idee „Existenzgründerladen Kaufbeuren“ – eine Chance für neue, kreative Geschäftsideen. Ermöglicht wird der Wettbewerb durch das Engagement der Stadt im Rahmen der, durch die Städtebauförderung unterstützten, „Aktiven Innenstadt Kaufbeuren“.

Die Grundidee ist laut Daniel Abbenseth, Projekt „Aktive Innenstadt und Quartiersmanager, ganz einfach. So soll der „Existenzgründerladen Kaufbeuren“ zukünftigen Gewerbetreibenden die Chance bieten, neue, innovative Geschäftsideen für mehrere Monate in einem Ladengeschäft in zentraler Lage – und mit nur kleinem Risiko – zu testen. Dafür wird ein Ladengeschäft im Ringweg 2 für ein halbes bis ganzes Jahr mietgünstig von der Stadt Kaufbeuren zur Verfügung gestellt. „Um die eigene Erfolgschance zu erhöhen, sollte mit der Idee in erster Linie das vorhandene Angebot in Kaufbeuren durch neue Konzepte und Ideen ergänzt und bereichert werden. Im Idealfall zieht der Existenzgründer mit seinem erfolgreichen Ladenkonzept nach Ablauf der Mietdauer in ein anderes, leerstehendes Ladenlokal in der Innenstadt Kaufbeurens um. Damit könnte das Projekt fortgeführt werden und der Laden durch den nächsten Existenzgründer genutzt werden“, so Abbenseth. Die Idee, diesen Wettbewerb auszuloben, hegte Abbenseth schon lange. „Ich war auf der Suche nach neuen Wegen, wie man das Quartier neu beleben und einem immer mehr um sich greifenden Leerstand in der Innenstadt entgegenwirken könn- te“, erinnert sich Abbenseth. Die Idee sei dabei über viele Jahre gewachsen. Jetzt ist der Quartiersmanager froh, dass das Projekt umgesetzt wird, auch Dank der Unterstützung durch die Stadt und die Sparkasse Kaufbeuren. Damit verbindet er auch die Hoffnung, dass möglichst viele qualitativ hochwertige Bewerbungen eingehen. Bewerben können sich im Grunde alle, die eine innovative und zukunftsorientierte Geschäftsidee haben, egal ob mit kleiner oder großer Besetzung. „Beschränkungen gibt es kaum“, betont Abbenseth. Auch das Bewerbungsverfahren ist denkbar einfach. Ab sofort haben potentielle Interessenten die Möglichkeit, ihre Bewerbungen samt Konzept beziehungsweise Businessplan bis zum 31. Juli im Büro für Standort-, Markt- und Regionalanalyse, Bismarkstraße 5 in 86159 Augsburg abzugeben. Bis September wird dann per Juryentscheid die aussichtsreichste Idee gekürt und damit dem Sieger – und zukünftigen Unternehmer – die Chance geboten, sein Konzept in der Praxis umzusetzen. Der Gewinner erhält dann die vorgesehenen Räumlichkeiten (rund 60 Quadratmeter) mit einer Schaufensterfront von 13 Metern für eine symbolische Miete von 50 Euro im Monat. Bei der Umsetzung seiner Idee erhält der Gewinner „konstruktives Feedback, Sicherheit und Unterstützung“ durch kontinuierlichen Austausch mit der Projektleitung und den Mentoren. Darüber hinaus findet begleitendes Coaching durch Teilnehmer von „Aktive Innenstadt“ sowie durch erfahrene Unternehmer statt. „Eine Testphase zeigt zudem, ob das Konzept angenommen wird“, erklärt Abbenseth. Doch auch nach Ablauf des Förderzeitraums erhalten die Gewinner weitere Unterstützung, „zum Beispiel in Form eines maßgeschneiderten Finanzierungsmodells der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren, um den Schritt in die dauerhafte Selbstständigkeit zu erleichtern“, so Abbenseth. Weitere Infos gibt es für Interessierte im Internet unter www.wir-sind-kaufbeuren.de/ existenzgruenderladen.

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