Eine der sichersten Regionen

Die allgemeine Aufklärungsquote liegt seit 2005 stets über 67 Prozent.

Weniger Straftaten als im übrigen Bayern, dafür eine höhere Aufklärungsquote als die Kollegen im Rest des Freistaats. Das sind die Kernaussagen der Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Schwaben-Südwest für 2011, die Polizeipräsident Hans-Jürgen Memel am Donnerstagnachmittag vorstellte. „Wer in Bayern lebt, lebt sicher“, so Memel, der die niedrigste Zahl an Straftaten seit zehn Jahren verkünden konnte.

Mit insgesamt 41.232 Straftaten registrierten die Beamten von Oberstdorf bis Neu-Ulm 508 weniger als 2010 (minus 1,2 Prozent) und so wenige wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Aufklärungsquote lag bei 67,2 Prozent (minus 1,2 Prozent) und damit deutlich über dem bayerischen Durchschnitt von 64 Prozent. „Wir haben im achten Jahr in Folge eine Aufklärungsquote von über 65 Prozent“, frohlockte Memel. Die höchste Quote (72,7 Prozent) im Bereich des Präsidiums gelang den Beamten in Kempten. Im Ostallgäu liegt die Aufklärungsquote bei 65,8 Prozent (minus 2,1 Prozent) und in Kaufbeuren bei 64,3 (minus 2,9 Prozent). Während der Landkreis Ost- allgäu einen leichten Rückgang der Gesamtkriminalität verzeichnen kann, legte diese in Kaufbeuren leicht zu: Wurden den Beamten in 2010 für den Landkreis noch 4.277 Straftaten gemeldet, waren es im vergangenen Jahr nur 4.200. In Kaufbeuren mussten im vergang- enen Jahr 2.799 Fälle (plus 1,7 Prozent) verzeichnet werden. Schere wird kleiner Anhand der Kriminalitäts-Häufigkeitszahl (Kriminalitätsbelastung) lasse sich aber ablesen, dass die Schere zwischen ländlichen Regionen wie dem Allgäu und größeren Städten zunehmend kleiner werde. Im Durchschnitt zugenommen hat die Gewaltkriminalität. Insgesamt 1.390 Fälle registrierten die Beamten hier (plus 62). Etwa ein Drittel der Täter sind Jugendliche und Heranwachsende. Auf Kaufbeuren entfallen dabei 100 Taten, auf das Ostallgäu 118. 85,6 Prozent aller Vergehen konnten aufgeklärt werden. Trotzdem sei erschreckend, mit welcher Gewalt die Täter teilweise vorgehen würden, berichtete Karl Heinz Alber, Leitender Kriminaldirektor. „Sorgen bereitet uns die Brutalität der Täter – da wird noch weiter getreten, selbst wenn der andere schon am Boden liegt“, schilderte er: „Oftmals kommt es auch völlig grundlos zu Gewaltausbrüchen.“ Einen Hauptgrund für die Gewaltexzesse sieht Polizeipräsident Memel in der steigenden Pro- millezahl der Täter. War 2001 noch jeder zehnte Täter betrunken, sei es mittlerweile jeder sechste, betonte er. „Alkohol fördert die Aggression. Einsätze gegen Betrunkene sind kein Honigschlecken“, so der Polizeipräsident. Auch die steigende Gewaltbereitschaft ge- gen seine Beamte führt er vor allem darauf zurück, dass die Täter zuvor zu tief ins Glas geschaut hätten: Bei 70 Prozent der Übergriffe gegen Beamte sei Alkohol im Spiel und spiele somit eine „wesentliche Rolle.“ Im bayernweiten Vergleich sehen sich Memel zufolge die Beamten des Polizeipräsidiums überproportional oft mit Angriffen gegen sich konfrontiert. Zurück gegangen ist hingegen die Häufigkeit der Straßenkriminalität. Mit insgesamt 7.258 wurden 183 Delikte weniger gemeldet als im Jahr davor. Hauptgrund dafür ist der Rückgang bei Sachbeschädigungen auf Straßen. Weniger Diebstähle Einen leichten Rückgang verbuchten die Ermittler auch bei den Diebstahlsdelikten. Allerdings konnten von den insgesamt 12.292 Taten lediglich knapp 5.000 auch aufgeklärt werden. Der Gesamtschaden bei den Diebstahlsdelikten muss mit fast zehn Millionen Euro beziffert werden. Im vergangenen Jahr schlugen Diebe im Ostallgäu 1.268 Mal zu, das entspricht einem Plus von 7,1 Prozent. Deutlich weniger Langfinger konnten die Beamten in Kaufbeuren registrieren. Hier gingen die Fälle um 13,2 Prozent auf 827 Fälle zurück. Im Bereich Rauschgiftkriminalität zahlt sich die Arbeit der Beamten ebenfalls aus. Hier wurden 2.052 Delikte festgestellt, 11,6 Prozent weniger als 2010. Die Zahl der Rauschgifttoten sank im gleichen Zeitraum von 17 auf 14. Zwei Drittel der Todesfälle ereigneten sich in den Landkreisen Günzburg und Neu-Ulm. Auffällig ist die Entwicklung im Landkreis Ostallgäu, hier sanken die Fallzahlen um fast die Hälfte (minus 43 Prozent) auf nunmehr 139 Fälle. Auch die kreisfreie Stadt Kaufbeuren kann einen Rückgang der Rauschgiftkriminalität um 8,1 Prozent auf 137 Fälle verzeichnen.

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