Arbeitstreffen der schwäbischen Landräte in Marktoberdorf

Für eine zweite Welle gewappnet

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Beim Arbeitstreffen der schwäbischen Landräte – aus Lindau Elmar Stegmann (links) und Ostallgäus Landrätin Maria Rita Zinnecker – drehte sich alles um die Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Marktoberdorf/Schwaben – Corona und die Auswirkungen der Pandemie waren beherrschendes Thema beim Treffen der schwäbischen Landkreise in Marktoberdorf vergangene Woche. Dies erklärten der Vorsitzende der schwäbischen Landräte, der Lindauer Landrat Elmar Stegmann, und die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker als Gastgeberin in der anschließenden Pressekonferenz. Die zehn Landkreise des Regierungsbezirks Schwaben seien auch im Falle einer zweiten Welle gewappnet, hieß es dort.

Denn trotz Aufhebung des Katastrophenfalls werde man schwabenweit die Strukturen in den Behörden aufrecht erhalten. So soll beispielsweise das Personal in den Gesundheitsämtern um weitere 13 Fachleute pro Landkreis erweitert werden, mit Ärzten, Hygienekontrolleuren und medizinischem Fachpersonal. Diese gute Nachricht brachte Regierungspräsident Dr. Erwin Lohner nach Marktoberdorf mit. Man werde sich in Kürze auf die Suche nach geeigneten Mitarbeitern machen, versprach Zinnecker. Auch eine Aufstockung der so genannten Contact Tracing Teams, also derjenigen, die Infektionsketten verfolgten und Kontaktpersonen ermittelten, solle weiterhin erfolgen. Denn noch zu Beginn der Corona-Pandemie sei das Gesundheitsamt im Ostallgäu dramatisch unterbesetzt gewesen, so die Landrätin, die bedauerte, dass die neu geschaffenen Positionen bis Ende 2021 befristet seien.

Nicht aus der Welt

Corona sei noch nicht aus der Welt, wie Elmar Stegmann betonte. „Wir müssen weiterhin wachsam sein“, sagte auch Zinnecker. „Auch wenn sieben der zehn schwäbischen Landkreise eine 7-Tage-Inzidenz pro hunderttausend Einwohnern von 0,0 aufweisen und somit quasi corona-frei sind“. Mit Blick auf die Vorkommnisse in Nordrhein-Westfalen warnte auch Stegmann, dass es weiterhin wichtig sei, dass Behörden schnell handelten und Infektionsketten rasch und lückenlos verfolgten. Im Ostallgäu seien seit mehr als zwei Wochen keine Neuinfektionen gemeldet worden, wie Landrätin Zinnecker am vergangenen Mittwoch sagte (mittlerweile sind wieder Personen erkrankt, Anm. d. Red.). Auch ein Schlachtbetrieb in Buchloe mit über 500 Mitarbeitern sei jüngst geprüft worden. Keiner der Beschäftigten sei positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Was die Landratsämter jedoch beschäftige, so der Lindauer Landrat, sei die Flut an neuen Regelungen, die vor Ort umgesetzt werden müssten. Hier leisteten die Mitarbeiter der Behörden einen enormen Beratungsaufwand und seien immer wieder Prellbock für unzufriedene Bürger gewesen. Thema in der Arbeitssitzung der Landräte war diesbezüglich auch, wie mit Touristen aus schwer betroffenen Landkreisen oder einem Run auf Tagesziele in Lindau und im Allgäu umgegangen werde.

Soforthilfen und Digitalpakt

In Schwaben sind bereits 320 Millionen Euro Corona-Soforthilfe an Selbständige und kleine sowie mittlere Unternehmen ausgezahlt worden. Weitere 1,3 Millionen Euro gingen als Soforthilfe an Künstler. Insgesamt seien weit über 260.000 Anträge bereits beschieden, wie Stegmann aufzählte. „Die öffentliche Verwaltung hat gezeigt, was sie zu leisten imstande ist.“

Beide Landräte begrüßten ausdrücklich den angekündigten Schutzschirm für die Kommunen und die staatliche Zusage, Entlastungen bei der Unterbringung von Sozialhilfeempfängern zu leisten. Das Ostallgäu hat darüber hinaus 230.000 Euro für die Ausstattung von Schülern mit digitalen Lerngeräten erhalten. Allerdings beklagte Zinnecker, dass die Digitalisierung von Schulen auch Fachpersonal benötige, die die Technik betreuten. Das sei bisher „Nebenjob“ der Lehrer gewesen, jetzt kümmere sich ein vom Landkreis bestellter IT-Administrator um die elf landkreiseigenen Schulen. „Wir Landkreise sehen da aber den Freistaat in der Pflicht“, so Zinnecker. 

von Angelika Hirschberg

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