Bauausschuss besucht Löwengrube

+
In der Löwengrube am Buchloer Bahnhof hat die Stadt eine Wohnanlage für „Menschen in besonderen Lebenssituationen“ errichtet. Im Mai soll das Gebäude bezugsfertig sein. Auf dem rechten Bildrand ist das derzeit noch leer stehende Holzgebäude zu sehen, in dem Flüchtlinge und Asylbewerber untergebracht werden.

Buchloe – Im Mai soll das Gebäude in der Löwengrube bezugsfertig sein. Für den Bauausschuss war das ein Grund, sich die „Städtische Wohnanlage für Menschen in besonderen Lebenssituationen“, wie es im offiziellen Sprachgebrauch heißt, im Rahmen eines Ortstermins genauer unter die Lupe zu nehmen.

Das Gebäude steht in der Löwengrube neben der Unterkunft für die Flüchtlinge und Asylbewerber. Der zweigeschossige Massivbau ohne Keller und mit einem flachgeneigten Pultdach hat insgesamt acht Wohneinheiten. Sechs sind Einzimmerapartment mit Nasszelle. Dazu gib es jeweils eine kleine Zwei- und eine Dreizimmerwohnung. Derzeit laufen noch die Innenausbauarbeiten. So sind die Toiletten bereits installiert, die Duschen fehlen aber noch.

Schlicht und funktional wirkt das weiße Gebäude neben dem in Holzbauweise errichteten Flüchtlingsheim. Rund 500.000 Euro wurden nach Aussagen von Stadtbaumeister Herbert Wagner in das Gebäude und die Infrastruktur der Löwengrube investiert. Darin enthalten sind auch die Anschlüsse für Wasser und Abwasser sowie die geteerte Straße.

Buchloes 3. Bürgermeister Manfred Beck, der die Sitzung des Bauausschusses wegen krankheitsbedingter Abwesenheit von Josef Schweinberger leitete, sprach von einer Aufwertung des Gebietes. „Das hat uns weiter gebracht“, betont Beck. Das sahen die Mitglieder des Bauausschusses auch so.

Bislang unterhielt die Stadt ein Gebäude in der Kaufbeurer Straße direkt neben dem Bahnhof bereit. Dieses war jedoch in einem desolaten Zustand. Für den Stadtbaumeister war eine Sanierung weder wirtschaftlich noch technisch sinnvoll. Daher der Neubau.

Das im Volksmund oft fälschlicherweise als Obdachlosenunterkunft bezeichnete Gebäude soll Menschen helfen, die in Not geraten sind und möglicherweise von Obdachlosigkeit bedroht sein könnten. Oft sind es unverschuldete Lebenslagen, in denen die Menschen sich befinden. Das können Scheidungen, Krankheiten, drohender Verlust der Wohnung, Arbeitslosigkeit oder generell eine fehlende Lebensperspektive sein. Grundsätzlich ist die Stadt Buchloe verpflichtet, eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Das könnte im Extremfall sogar eine Ferienwohnung oder auch ein Hotelzimmer sein.

„Derzeit ist in der städtischen Unterkunft in der Kaufbeurer Straße 4 eine Person untergebracht, die dann nach Bezugsfertigkeit des neuen Hauses in die Löwengrube umziehen wird“, betonte Verwaltungsleiter Arthur Salger gegenüber unserer Zeitung. Es könne jedoch in den nächsten Wochen oder Monaten durchaus zu weiteren Fällen von Zwangsräumung kommen, für die dann Wohnraum zur Verfügung gestellt werden müsse. Salger betonte, es habe schon Zeiten gegeben, in denen mehrere Familien – auch mit Kindern – und einige Einzelpersonen gleichzeitig untergebracht werden mussten.

Die Wohnanlage in der Löwengrube wird selbst betrieben. Die Einweisung beziehungsweise die Bereitstellung des Wohnraumes erfolgt ebenfalls durch die Stadt. Die jeweiligen Personen müssen dafür auch Miete und die Nebenkosten aus ihrem Einkommen bestreiten. Das Einkommen kann auch Sozialhilfe oder Hartz IV sein.

Noch steht das Flüchtlingsheim in der Löwengrube leer. Wie am Rande des Bauausschusses zu erfahren war, könnten aber in naher Zukunft einige Asylbewerber und Flüchtlinge aus anderen Heimen in Schwaben in Buchloe untergebracht werden, weil dort Verträge auslaufen. Konkrete Daten gibt es aber derzeit noch nicht.

von Siegfried Spörer

Auch interessant

Meistgelesen

"Die Hauptrolle spielt der Mensch"
"Die Hauptrolle spielt der Mensch"
„Kaufbeurer Modell“ oder Variante?
„Kaufbeurer Modell“ oder Variante?
Die Ideen der Architekten
Die Ideen der Architekten
Sanieren oder Warten?
Sanieren oder Warten?

Kommentare