Einfach stressfrei in die Schule

Sicherheit im Schulbus – Ein Thema, das Eltern, Lehrern und Schülern wichtig ist. Auch Monika fährt täglich mit dem Schulbus. Sie ist eine der insgesamt 27 SchülerInnen, die in Marktoberdorf als Schulbuslotsen ausgebildet wurden. „Ich will, dass es in den Schulbussen sicherer wird“, sagt sie, denn sie hat selbst schon erlebt, wie dort geschubst und gerangelt wird. Sofort habe sie sich gemeldet, als die Ausbildung zum Schulbuslotsen in der Klasse angeboten wurde.

„Bitte stellt euch bei den Busfahrern vor, damit sie Bescheid wissen, wer ihr seid“, gibt Polizeioberkommissar Norbert Schwarzwalder von der örtlichen Polizeistelle seinen Schützlingen noch mit auf den Weg, bevor er sie in ihr ehrenhaftes Amt entlässt. Insgesamt 27 Schüler aus dem Gymnasium, der Realschule, der Haupt- und der Don-Bosco-Schule hat er gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Guggenmos zu Schulbuslotsen ausgebildet. „Es sind Schüler, die sowieso im Bus mitfahren“, so Schwarzwalder. Dabei erfolgte die Auswahl so, dass künftig auf jeder Buslinie zum und vom Schulzentrum weg Lotsen vertreten sind. Ihre Aufgabe: Ab dem neuen Schuljahr sorgen sie in den Schulbussen für mehr Sicherheit. Aber nicht nur dort – schon an der Haltestelle passen die Schulbuslotsen auf, dass die Schüler „nicht auf die Straße rennen“, erklärt Schwarzwalder. Übung macht den Meister Zwei komplette Tage haben die Schüler für ihr neues Amt gebüffelt, jeweils fünf Doppelstunden lang und das im Juli, kurz vor den Sommerferien. Die frischgebackene Schulbuslotsin Monika verrät aber, dass es dafür schulfrei gab. Mit Hilfe einer Gewaltskala hätten sie zunächst herausgefunden, dass jeder anders darüber denkt, was Gewalt ist und wo sie beginnt, erklärt sie. In Rollenspielen hätten sie anschließend verschiedene Situationen durchgespielt, die in Schulbussen oft in Gewalt münden – und Lösungen gesucht. Sarah, eine Freundin von Monika und auch Schulbuslotsin, berichtet stolz, dass sie am zweiten Tag ihr Wissen in zwei extra dafür bereit gestellten Schulbussen in die Praxis umsetzen konnten. Landrat Johann Fleschhut begrüßte das im Januar begonnene Projekt. Seiner Meinung nach müsse man „gewähr- leisten, dass die Sicherheit im Bus so hoch wie möglich ist“. Gerade die Kleinsten würden in den Schulbussen oft in Mitleidenschaft gezogen. Dank der Schulbuslotsen würden die Schüler künftig weniger gestresst in die Schule kommen und auch die Eltern könnten beruhigter sein. Laut Fleschhut soll das Projekt im Landkreis „schrittweise“ ausgebreitet werden.

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