Vorstellung eines digitalen Netzwerkes zur Unterstützung von Migranten und Neubürgern

Einführung der App „Integreat“ in Kaufbeuren

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Vorstellung der App in Kaufbeuren: Jürgen Schick (v. li.), Bildungskoordinator für Neuzugewanderte, Oberbürgermeister Stefan Bosse, Daniel Kehne und Laura Schmitz vom „Integreat“- Projektteam.

Kaufbeuren – Der Integrationsbeirat der Stadt Kaufbeuren beauftragte in seiner jüngsten Sitzung den Bildungskoordinator für Neuzugewanderte, Jürgen Schick, mit der Einführung der App „Integreat“ in Kaufbeuren. Worum es dabei geht, erläuterten die Entwickler der App bei einer öffentlichen Präsentation im Rathaus.

Stefan Bosse, Kaufbeurer Oberbürgermeister und Vorsitzender des Integrationsbeirats, fand es „great“, dass ein Projekt zur Unterstützung von Migranten das Lieblingswort eines bekannten amerikanischen Migrationsgegners enthält. Wobei der Zusatz „kostenlos“ ihn als Oberbürgermeister ebenfalls freut, was er bei der Vorstellung der App „Integreat“ im Rathaus nicht verhehlen wollte. Worum geht es dabei?

„Integreat“ ist eine digitale Plattform, die auf kommunaler Ebene alle relevanten Informationen mehrsprachig an die neu zugewanderten Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund vermittelt. Sie wurde vom Augsburger Projektteam der „Tür an TüR Digital Factory“ mit Unterstützung der TU München und des Netzwerk IQ sowie mit staatlicher Förderung entwickelt. Das führte zu einer professionellen IT-Lösung, deren Einsatz sehr geringe finanzielle Mittel erfordert und die für die Endnutzer, Migranten wie eingesessene Bürger, kostenlos zur Verfügung steht. Gemeinden, die sich in das Netz der Anwender einklinken und das Werkzeug nutzen, müssen zwar anfangs einen gewissen Aufwand einkalkulieren, den sie aber durch Sponsoring und ehrenamtliche Mitarbeit später bis fast auf „Null“ reduzieren können.

Der Integrationsbeirat beauftragte also ohne Gewissenskonflikte den Bildungskoordinator für Neuzugewanderte der Stadt, Jürgen Schick, mit der Einführung der App „Integreat“ in Kaufbeuren. Damit wird sich unsere Stadt den bereits mehr als 50 Gemeinden anschließen, die bundesweit bereits dieses Werkzeug nutzen. „Und je mehr es werden, desto besser und günstiger lässt es sich nutzen“, erklärte dazu Projektentwickler Daniel Kehne. „Wir haben den Rahmen geschaffen und eine brow­serbasierte App programmiert, die auf allen Tablets, Smartphones und Computern läuft. Sie bietet umfangreiche Informationen nicht nur für die ersten Schritte in Deutschland, zur Arbeitssuche, zu Bildung, zum Gesundheitswesen, zur eigenen Gemeinde – und das in mehreren Sprachen, etwa in Englisch, Französisch, Arabisch, aber auch Rumänisch, Farsi oder Tigrinisch. Die Netzwerkstruktur erlaubt es, Textpassagen von einer Gemeinde in die andere zu übernehmen, auch solche in Sprachen, die zuvor nicht angeboten wurden. Das bietet eine immense Flexibilität im Vergleich zu herkömmlichen Informationsträgern wie etwa Broschüren oder einfache Websites. Hinzu kommt die Mobilität, denn die App kann online wie offline genutzt werden“.

Die Vernetzungsmöglichkeiten des Systems, etwa auch zu IHK, zu Bildungseinrichtungen oder Arbeitgebern eröffnet zudem neue Möglichkeiten bei der Integration der in Deutschland so dringend benötigten Arbeitsimmigranten und ausländische Fachkräfte. Aus all diesen Rahmenbedingungen wird klar, dass, wie Schick bereits in seiner Einladung zur Präsentation klar machte, „das Projekt vom Mitmachen lebt.“ Die Koordination der Zusammenarbeit mit dem Projektentwickler, aber auch Ausarbeitung und Umsetzung einer Strategie der inhaltlichen Ausgestaltung wird bei der Stadtverwaltung liegen. Benötigt wird zudem aber jede Menge Unterstützung durch externes Wissen und Erfahrungen aus allen Bereichen des Lebens.

Dabei wird die Anschubfinanzierung des Ausländerbeirates eingesetzt, um die Rechte zur Programmnutzung zu erwerben und die Inhalte für Kaufbeuren auf Deutsch und Englisch anzubieten. Für die Übersetzung in weitere Sprachen werden jedoch bis zu 2.500 Euro pro Sprache benötigt. Deshalb wünscht sich Bildungskoordinator Schick tatkräftige Mitarbeit und auch finanzielle Zuwendungen von in Kaufbeuren und der Region ansässigen Unternehmen, Verbänden, Vereinen, Bildungsträgern, Kirchen und weiteren Einrichtungen, Körperschaften und Personen. Interesse haben bereits der Stadtjugendring, humedica und der Klinikverbund Ostallgäu Kaufbeuren signalisiert. Wer weitere Informationen benötigt oder sich beteiligen möchte, erreicht Jürgen Schick unter Tel.: 08341/437-427 oder E-Mail juergen.schick@­kaufbeuren.de.

von Ingo Busch

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