„Endlich wieder vollständig“

Team der Dreifaltigkeitskirche wieder vollständig

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Vor der Dreifaltigkeitskirche zeigen sich Barbara Röhm und Reinhold Netz zufrieden mit ihren neuen Aufgaben in der evangelisch-lutherischen Gemeinde.

Kaufbeuren – Ein Grundtenor ließ sich im Rahmen des feierlichen Einführungsgottesdienstes aus allen zahlreichen Willkommensgrüßen am sonntäglichen Nachmittag deutlich heraushören: Erleichterung und Dankbarkeit. Nach zum Teil langer Vakanz ist jetzt das Team der protestantischen Theologen in der hiesigen Dreifaltigkeitskirche wieder vollständig.

Vor einer voll besetzten Kirche gaben sowohl Diakon Martin Neukamm als auch Dekan Jörg Dittmar, die den Gottesdienst leiteten, ihrer Freude Ausdruck, dass mit den beiden „Neuhinzugekommenen“, Barbara Röhm und Reinhold Netz, die Wahl auf bewährte und bereits erfahrene Theologen gefallen sei.

Bereits bewährte Pastorin

Genau genommen ist die 39-jährige, weltoffene Barbara Röhm der Gemeinde bereits als Bürgerbegleiterin und zweite Vorsitzende des Deutschen-Evangelischen Frauenbunds Kaufbeuren bekannt. Nachdem sie bisher als Vertretung ein Viertel der dritten Pfarrstelle besetzte, wird sie ab sofort die Verpflichtungen als Mutter von drei Kindern mit den Aufgaben einer Vollzeitstelle der zweiten Pfarrstelle in Einklang bringen müssen.

In einem kurzen Pressegespräch gab sie sich jedoch gelassen, wirkte mit all ihrer positiven Energie jung und dynamisch. Ihre Kinder seien wie der Nachwuchs vieler anderer berufstätiger Eltern gut versorgt, erklärte sie. Außerdem könne sie sich im privaten wie im beruflichen Bereich auf ihren Mann verlassen. Sie ist nämlich mit Alexander Röhm verheiratet, also dem geschäftsführenden Pfarrer der Dreifaltigkeitskirche.

Arbeit mit Kindern und Familien werden auch weiterhin den Schwerpunkt ihrer kirchlichen Arbeit darstellen. Neben den Konfirmanden kommt der Religionsunterricht in der Schraderschule und der Grundschule in Friesenried dazu. Selbst schaut sie sehr optimistisch diesen neuen Herausforderungen entgegen, weiß sie sich doch nach eigenen Angaben stets „von einem liebenden Gott unterstützt und getragen“. Für sie ist Kirche weit mehr als eine Institution. Deshalb will sie mit all ihrem Glauben und Enthusiasmus die Erfahrung einer lebendigen Gemeinschaft vermitteln, in dem sie die Menschen als „Gleiche unter Gleichen“ bei ihrer spirituellen Suche begleiten wird.

Gemeinsam will sie mit der ihr anvertrauten Gemeinde auch klären, welche Veränderungen und Anpassungen in Zukunft notwendig sein werden. Bewusst erkennt sie, wie viele junge Menschen nach ihren eigenen spirituellen Wegen suchen. Aus ihrer bisherigen Erfahrung mit Konfirmanden weiß sie um die jugendliche Sehnsucht, dem Leben einen Sinn jenseits von Konsum und Alltagsstress zu geben.

Wertvolle Erfahrung

Auch der 55-jährige aus Rummelsberg stammende Diakon und Seelsorger Reinhold Netz ist verheiratet und hat zwei Kinder. Im Bereich Sozial-Management bringt er sehr viel Erfahrung mit ein, war er doch zuletzt in Veitsbronn, in der Nähe von Fürth, für etwa 500 Kinder in Kindertagesstätten zuständig. Es gibt weitere Punkte, die für ihn sprechen: Vorstand der Diakonievereins, Leiter eines Begegnungszentrums und Seniorenarbeit waren weitere Schwerpunkte seiner bisherigen Arbeit in der evangelisch-lutherischen Kirche. Dies stellt jetzt in Kaufbeuren eine sehr gute Basis dar für seine zukünftigen Aufgaben in der Seniorenarbeit, in der Seelsorge und bei diakonischen Projekten.

Grund genug für die Kirchengemeinde mit der derzeitigen Entwicklung zufrieden zu sein, werden doch durch die aktuellen Ernennungen der Weggang von Pfarrerin Britta Gamradt im vergangenen Herbst als auch der Verlust von Diakon Wolfgang Stock bereits Ende 2015 ausgeglichen.

Oberbürgermeister Stefan Bosse gedachte in seinem herzlichen Willkommensgruß auch dankbar an Stocks Engagement für das Festival der Vielfalt, für dessen Organisation und Durchführung sich der rührige Theologe über lange Jahre vor seinem frühen Tod stark gemacht hatte.

Anerkennende Worte fanden auch die vielseitigen Bemühungen bei der Organisation und Durchführung des Festgottesdienstes. Die musikalische Gestaltung unter Leitung von Joachim Butz mit Albin Wirbel an der Orgel und dem Posaunenchor fanden ebenso anerkennende Worte wie der abschließende Umtrunk, eine gesellige Gelegenheit mit alten und neuen Theologen ins Gespräch zu kommen.

von Peter Suska-Zerbes

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