Nachhaltigkeit

Baumpflanzaktion: Marktoberdorfer Unternehmer macht‘s vor

+
Projekt Zukunft: Diese junge Buche braucht noch viele Jahre, bis sie den gewünschten Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.

Marktoberdorf/Kaufbeuren/Kiel – 82 Millionen Bäume – von Nord bis Süd, von Ost bis West. Das ist das Ziel der Aufforstungsinitiative „Einheitsbuddeln“. Bereits im Juli hat das Land Schleswig-Holstein mit dem Pflanzen von Bäumen gestartet. Das Projekt soll sich bundesweit durchsetzen. Doch ein Marktoberdorfer Unternehmer ist dem schon weit voraus und zeigt, wie leicht es sein kann, sich für die Umwelt einzusetzen.

Schleswig-Holstein ist in diesem Jahr der Gastgeber für die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit. Anlässlich dessen war das Ziel, in Schleswig-­Holstein als waldärmstem Flächenland Deutschlands 40.000 Bäume zu pflanzen. Wie mehrere Medien vermelden, habe die Staatskanzlei eigenen Angaben zufolge bereits das Spendenziel von 75.000 Euro erreicht. Zusammen mit vielen Privatspenden seien mittlerweile mehr als 43.000 Baumpflanzungen gesichert.

Ausgangspunkt war die Idee, dass am Tag der Deutschen Einheit jeder Mensch in Deutschland einen Baum pflanzen würde. Das wären jedes Jahr 82 Millionen Bäume. Dies soll eine Tradition begründen und dazu führen, dass das jeweilige Gastgeberland für den Tag der Deutschen Einheit diese Aktion fortführt. Wie gut dies auch in der Praxis ankommt und funktioniert, zeigt der Start im nördlichsten Bundesland. Der Spendenbetrag reiche für etwa 15.000 Bäume, die demnächst im Kreis Rendsburg-Eckernförde gepflanzt werden. Das Optik-Unternehmen Fielmann als Mitinitiator habe darüber hinaus 25.000 Bäume gespendet. Zusammen mit vielen Privatspenden seien mittlerweile mehr als 43.000 Baum­pflanzungen gesichert. Fielmann wird die ersten 15.000 privat gespendeten Bäume verdoppeln. Dazu kommen 10.000 Bäume, die das Unternehmen zum Auftakt der Aktion gespendet hatte und auch die nächsten 5.000 privat gespendeten Bäume wird es noch einmal verdoppeln, kündigte Vorstandschef Marc Fielmann an.

Wer macht mit?

Damit die Aktion „Einheitsbuddeln“ ein voller Erfolg wird, sollten sich natürlich nicht nur die Nordlichter daran beteiligen. Auch die Menschen aus der Region sind zum Mitmachen aufgerufen. Man kann das auf vielfältige Art und Weise tun. Eine Möglichkeit ist, auf dem eigenen Grundstück einen Baum zu pflanzen. Andere Möglichkeiten bestehen darin, an einer Baumpflanzaktion teilzunehmen oder eine solche zu organisieren. Letztlich bietet die Spendenplattform betterplace.org die Möglichkeit, durch eine Spende von fünf Euro einen Baum zu pflanzen. Damit werden einerseits die Kosten für die Bereitstellung des Grundstückes sowie den Setzling, Bodenvorbereitung und Pflanzung gedeckt. Andererseits sind auch ein Teil der Verwaltungskosten und der Wildschutz inklusive der Jungwuchspflege enthalten. Selbst die informelle Weitergabe über die Aktion kann durchaus andere Menschen anregen.

Auch regionale Aktionen

Ein Beispiel für solche Aktionen von Unternehmen gibt es auch in unserer Region schon seit Längerem. Das Unternehmen Fischer Raumgestaltung in Marktoberdorf hat sich in seiner Philosophie besonders der Nachhaltigkeit verpflichtet. So kam dem Inhaber 2015 die Idee, statt Weihnachtspräsente für jeden Auftrag auf einem Grundstück einen Baum zu pflanzen. Nach dem Start 2016 wurden zunächst Weiden und später mehrere Eschen, Eichen, Birken und Buchen angepflanzt.

Zum internationalen Tag des Waldes – seit 1971 der 21. März – kam 2017 etwas Neues hinzu. Seitdem werden pro 20 Quadratmeter verkauftem Holz-, Kork- und Linoleumboden Aufforstungsprojekte des PrimaKlima e.V. weltweit unterstützt. Das hat bis jetzt zu 129 gepflanzten Bäumen geführt und somit Umweltschutz und Biodiversität seitens des Unternehmens noch mehr gefördert. PrimaKlima ist derzeit auf vier Kontinenten aktiv und hat bisher mehr als 13,5 Millionen Bäume gepflanzt.

Neben PrimaKlima gibt es auch die Organisation Plant for the Planet. Daran beteiligt sich zum Beispiel das Kaufland in Kaufbeuren. Hier gibt es die „Gute Schokolade“. Für je fünf verkaufte Tafeln wird irgendwo auf der Welt ein Baum gepflanzt – eine gute Ausrede, ohne schlechtes Gewissen zu sündigen.

von Wolfgang Becker

Auch interessant

Meistgelesen

Erster aufrecht gehender Menschenaffe war ein Allgäuer
Erster aufrecht gehender Menschenaffe war ein Allgäuer
AGCO/Fendt: Paffen und Gschwender gehen in Ruhestand
AGCO/Fendt: Paffen und Gschwender gehen in Ruhestand
Falsche Polizeibeamte ergaunern mehrere zehntausend Euro von Seniorin in Kaufbeuren
Falsche Polizeibeamte ergaunern mehrere zehntausend Euro von Seniorin in Kaufbeuren
Stadt veranstaltet eine Setzling-Geschenkaktion für den Klimaschutz
Stadt veranstaltet eine Setzling-Geschenkaktion für den Klimaschutz

Kommentare