Einschnitt in die Firmentradition

Elektro Minck: Keine Leuchten mehr, dennoch volle Auftragsbücher

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Elektro Minck aus Marktoberdorf.

Marktoberdorf – „Wir machen nicht zu! Nur unser Leuchtenfachgeschäft wird geschlossen. Dem großen Laden – nämlich dem Elektrobetrieb – geht es sehr gut! Dies zur Klarstellung“, sagt Barbara Schuster, Geschäftsführerin und Mitgesellschafterin der Minck Elektrotechnik & Fernmeldetechnik GmbH in Marktoberdorf.

Eine Klarstellung ist nötig, denn das hauseigene Ladengeschäft für Wohnraumleuchten schloss zum 31. Januar für immer seine Türen. Nicht jedoch „der große Laden“ für die Elektro- und Fernmeldetechnik mit 145 Mitarbeitern. Er startet mit vollen Auftragsbüchern ins neue Jahr.

Blick zurück in Wehmut

Das Leuchtengeschäft war stets das hell beleuchtete Schaufenster des Elektro-Dienstleisters gewesen. Jeder, der mit offenen Augen durch Marktoberdorf ging, mag es gekannt haben. Gekauft aber haben die Menschen ihre Leuchten und Lampen vermutlich woanders. Zumindest in den letzten Jahren.

Elektro Minck aus Marktoberdorf im Wandel der Zeit, hier im Jahr 1978.

So begründet die Minck-Geschäftsführung die Schließung mit Veränderungen im Leuchtenmarkt und wiederkehrenden Verlusten, die das Fachgeschäft in den letzten Jahren verkraften musste. „Wir haben uns die Entscheidung, den Leuchtenhandel zu schließen, wahrlich nicht einfach gemacht“, sagt Winfried Minck, Geschäftsführer und Hauptgesellschafter und man merkt ihm an, wie schmerzlich ihm der Einschnitt in die Firmentradition fällt. „25 Jahre in Dresden und über 60 Jahre in Marktoberdorf hat es den Laden gegeben“, fügt er mit Wehmut an. „Wir haben immer Wert darauf gelegt, dass wir unsere Ware ansehnlich präsentieren und uns mit guter, qualifizierter Beratung abheben.“ Es ist ihm wichtig anzumerken, dass keine der beiden Mitarbeiterinnen aus dem Ladengeschäft aufgrund der Schließung entlassen werden muss. Angelika Lipp wechselt in den Ruhestand und Brigitte Willer ins Büro.

Mehr Arbeitsplätze

Die frei werdende Fläche wird künftig für dringend benötigte Büroräume genutzt. „Die Projektbearbeitung in der Elektro- und Fernmeldetechnik wird immer umfangreicher und beansprucht daher mehr Arbeitsplätze“, sagt Winfried Minck mit Blick in die Zukunft. „Zu bedenken war bei dieser Entscheidung auch, dass der Umsatzanteil des Leuchtengeschäfts weniger als ein Prozent vom Gesamtumsatz ausmachte“. Und er berichtet von der Aufgabe, nun ein neues Schaufenster an der Eberle-Kögl-Straße zu schaffen, das die Tätigkeiten der Gesamtfirma widerspiegelt.

Die Firma Minck zählt heute in ihrem Kernbereich Elektrotechnik zu einer der größten im Allgäu sowie im angrenzenden Umland. 1933 gründete Elektromeister Max Minck in Dresden einen kleinen Elektrobetrieb, der 1958 nach Marktoberdorf umsiedelte und dort Wurzeln schlug. Das Unternehmen Minck unterhält einen zweiten Standort in Memmingen, der insbesondere im Bereich der Fernmelde- und Sicherheitstechnik gut aufgestellt ist.

von Angelika Hirschberg

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