Mehrheit der Verwaltungsräte sind für Einstieg einer Managementgesellschaft

Zusätzliches Management für KU?

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Wird das Management am KU bald erweitert?

Landkreis/Kaufbeuren – Seit Jahren leitet ein Alleinvorstand den Klinikverbund Ostallgäu-Kaufbeuren. Aktuell ist es Ute Sperling, die nach dem Weggang von Dr. Philipp Ostwald das Zepter in den Krankenhausfluren schwingt. Nun zeichnet sich eine Mehrheit im Kliniken-Verwaltungsrat ab, die sich für den Einstieg einer Managementgesellschaft ausspricht. 

Dies war zumindest Thema bei der jüngsten Sondersitzung des Gremiums am vergangenen Montag.

Die Idee ist nicht neu, hatte das KU doch bereits beim Abgang Ostwalds von einer Doppelspitze bei der Krankenhausführung gesprochen. Jetzt sei man eben etwas konkreter in den Planungen, wie Stefan Bosse, der aktuell den Klinken-Verwaltungsratsvorsitz inne hat, auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte.

Bosse habe in den zurückliegenden Jahren immer wieder betont, dass nur eine Doppelspitze im KU Sinn mache. „Ich bin schon seit Jahren der Auffassung, dass durch die Komplexität der Aufgabe ein Alleinvorstand für diese Tätigkeit nicht geeignet ist.“ Dies habe jedoch nichts mit der Arbeit der aktuellen Klinikchefin zu tun. „Frau Sperling genießt weiter das uneingeschränkte Vertrauen des gesamten Verwaltungsrats“, betonte Bosse in diesem Zusammenhang. Demnach habe sich laut Bosse die Klinikchefin vor allem als Finanzexpertin hervorgetan und auch aus dem Unternehmen selbst hätte er positive Rückmeldungen, die mit der jetzigen Unternehmensführung „sehr zufrieden“ seien. Mit dem anvisierten Schritt wolle man vielmehr prüfen, inwieweit das Management durch die Kombination mit einer Firma breiter aufgestellt werden könne.

Laut Bosse werde der Verwaltungsrat in den nächsten Wochen konkret prüfen, wie ein Zusammenspiel zwischen Einzelvorstand und Managementgesellschaft funktionieren kann. „Wenn wir eine Lösung gefunden haben, werden wir die Position von Frau Sperling in den künftigen Managementvertrag integrieren, ob als Vorstand oder Stellvertreter müsse man sehen“, sagte Bosse. Eine Arbeitsgruppe, die von Ostallgäuer und Kaufbeurer Seite gleichberechtigt besetzt ist, soll zudem einen Kriterienkatalog für die Umstrukturierung der Klinikspitze erstellen. Dieser soll dann für eine Ausschreibung in der nächsten Verwaltungsratssitzung am 4. Oktober beschlossen werden, so Bosse.

Zuvor hatte das KU die Beraterfirma BDO beauftragt zu prüfen, ob sich das KU fest an eine Managementgesellschaft binden solle, die Dienste verschiedener Experten anbietet. Hierzu hatte eine entsprechende europaweite Ausschreibung stattgefunden. Über den aktuellen Stand informierte das Unternehmen jetzt den Klinikenverwaltungsrat. Laut Bosse hätten drei Unternehmen ihr Interesse bekundet, in das Management des KU einzusteigen. Jedoch indikativ, also unverbindlich. „Damit haben wir den Markt erkundet und eine Vorstellung von den Kosten bekommen“, so Bosse. Diese dürften jährlich im mittleren sechsstelligen Bereich liegen, was in etwa auch ein eigenes Management kosten würde.

Die Interessenten der europaweiten Ausschreibung kommen alle aus Deutschland, sind eher kleinere Unternehmen und verfügen über entsprechende Referenzen.

Bis Ende des Jahres soll im Rahmen einer erneuten Ausschreibung eine Übersicht mit verbindlichen Angeboten der drei bisherigen Interessenten vorliegen. Wobei Bosse klarstellt, dass dieser Weg nicht in eine Privatisierung des KU führen werde. Gleichzeitig behalte sich der Kliniken-Verwaltungsrat das Recht vor, die Reißleine zu ziehen und aus dem Verfahren auszusteigen. Aktuell befürwortet jedoch eine große Mehrheit der Verwaltungsräte den Weg zum ­Managementvertrag.

Von Kai Lorenz

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