Fusion der Volkshochschulen

Einstimmiger Empfehlungsbeschluss geht in den Marktoberdorfer Stadtrat

VHS Marktoberdorf
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Hier in der Salzstraße ist aktuell noch die Volkshochschule Marktoberdorf untergebracht. In der Kreisstadt soll auch die Hauptniederlassung und die Verwaltung der neuen Volkshochschule Ostallgäu Mitte gGmbH sein.

Marktoberdorf – Die Volkshochschulen Marktoberdorf, Biessenhofen und Obergünzburg sowie ihre Zweigstellen wollen sich zu einer Volkshochschule Ostallgäu Mitte gGmbH formieren (wir berichteten). Der Kulturausschuss der Stadt Marktoberdorf willigte vergangenen Montag einer Beteiligung zu. Er empfiehlt den Beitritt zur VHS Ostallgäu Mitte dem Stadtrat, der in einer seiner nächsten Sitzungen darüber beschließen wird.

Kleinere Volkshochschulen seien nach einer Gesetzesänderung zur Erwachsenenbildung seit Januar 2019 quasi dazu gezwung­en, zu fusionieren. So machte es Norbert Scheifele deutlich, der seit zwei Jahren die Projektgruppe zur Neuaufstellung der VHS leitet. Denn staatliche Zuschüsse fließen nur noch dann an die Volkshochschulen, wenn eine gewisse Anzahl an Kursteilnehmern gewährleistet werden kann. Die Volkshochschulen in Biessenhofen und Obergünzburg erfüllen diese Voraussetzungen bereits jetzt nicht mehr, die VHS in Marktoberdorf nur knapp. Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell unterstützte den Wunsch nach einer größeren und damit leistungsfähigen Institution der Erwachsenenbildung im Landkreis. Er sprach von Synergien und Planungssicherheit. Auch Scheifele, der die Pläne zur Bildung einer „VHS Mitte Ostallgäu“ bereits in den anderen Gemeinden vorgestellt hatte, zeigte sich zuversichtlich. „Die Chance für eine Neuausrichtung inklusive einer einheitlichen Zuschussregelung ist da.“

Denn die Volkshochschulen sind grundsätzlich auf die Zuschüsse von Kommune, Landkreis und Staat angewiesen. Ihre Kosten werden im Durchschnitt nur zu 60 Prozent über die Teilnehmergebühren gedeckt. Die drei Volkshochschulen der Landkreismitte, die ein Einzugsgebiet von rund 47.000 Einwohnern abdecken, haben 2019 mehr als 1000 Kurse und Vorträge angeboten, 9915 Bürger hatten sich für diese angemeldet. „Das Ziel der Volkshochschulen ist es weiterhin, ein breites Bildungsangebot jedem zugänglich zu machen“, so Scheifele.

Einstimmung befürworteten die Mitglieder des Kulturausschuss die Beteiligung der Stadt an einer gemeinnützigen Gesellschaft der Volkshochschulen. Das hat für den städtischen Haushalt keine größeren Auswirkungen: Auf die Stadt kommt eine einmalige Einlage von mindestens 2800 Euro und höchsten 3450 Euro zu. Der jährliche Zuschuss beträgt zwei Euro pro Einwohner. Außerdem verpflichtet sich die Stadt, der neuen Volkshochschule Räumlichkeiten im Umfang von rund 240 Quadratmetern zur Dauernutzung kostenfrei zur Verfügung zu stellen. All das sei im Rahmen der bisher gewährten Förderhöhen, wie Rupert Filser, Leiter des Haupt- und Kulturamts mitteilte.

Angelika Hirschberg

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