Sofortmaßnahmen eingeleitet

Einsturzgefährdet: Brücke zum Schulzentrum in Marktoberdorf birgt Versagensrisiko

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Die Geh- und Radwegbrücke, die aus der Innenstadt zum Mühlsteig führt, ist womöglich einsturzgefährdet. Die Stadt hat bereits die Tonnagebegrenzung auf 3,5 Tonnen herabgesetzt und Notstützen bestellt.

Marktoberdorf – Dass die Stadt die Sicherheit ihrer Brücken ernst nimmt, hat sie bereits an der Sanierung mehrerer Brücken im Stadtgebiet bewiesen. Nun hat ein Gutachten ergeben, dass auch die Geh- und Radwegbrücke ein erhöhtes Versagensrisiko birgt – sprich einsturzgefährdet ist.

Die stark frequentierte Brücke, die vom Kaufmarkt kommend aus der Innenstadt zum Schulzentrum führt könnte demnach einstürzen. Die Stadt hat daraufhin prompt reagiert und eine Notunterstützung des mittleren Brückenteils beauftragt. Außerdem wurde die Tonnagebegrenzung der Brücke auf 3,5 Tonnen herabgesetzt, wie Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell dem Bauausschuss vergangenen Montag berichtete.

Die etwa 1965 erstellte dreifeldrige Geh- und Radwegbrücke über die B472 wurde erst im Jahr 2007 im Mittelfeld umgebaut und saniert. Dabei wurden neue Fertigteile im Mittelfeld an die Auflagerkonsolen der Endfelder eingeklebt. Problem sei nun, wie Hell den Ausschussmitgliedern mitteilte, dass der Korrosionszustand der Bewehrung der Konsolen nicht mehr zu ermitteln sei. Dies ergab eine Prüfung durch das Ingenieurbüro Konstruktionsgruppe Bauen AG aus Kempten.

Bei der Endoskopie des Fugenraumes über der Konsole wurden Wasserspuren und Aussinterungen sowie Abplatzungen festgestellt. Im Bereich der Fuge zwischen Mittelfeld und Randfeld wurde eine undichte Abdichtungsbahn vorgefunden. Aus diesen Gründen, so Mareile Hertel vom Bauamt Marktoberdorf, muss angenommen werden, dass im Bereich der Konsole chloridbelastetes Tauwasser eingedrungen ist und die Bewehrung von Korrosion betroffen ist. Daher könne nicht sicher vorhergesagt werden, wie lange noch die Standsicherheit der Brücke gewährleistet sei.

Wie Bauamtsleiter Ralf Baur weiter ausführte, sei als Sofortmaßnahme die Erstellung von Notstützen beauftragt worden, die in Form von „Halskrausen“ die vorhandenen Brückenpfeiler stützen und ein komplettes Einstürzen des mittleren Brückenteils auffangen beziehungsweise verhindern würden. Das weitere Vorgehen werde nun detailliert ausgearbeitet. Das könne teuer werden, deutete Baur in der Sitzung bereits an. Eine genaue Untersuchung, die eine Bauteilöffnung erfordere, konnte nämlich noch gar nicht durchgeführt werden, da hierfür das Mittelfeld ausgehoben oder zerstört werden müsste.

Angelika Hirschberg

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