Segen für sanierte und erweiterte Mehrzweckhalle – Multifunktionaler Charakter

"Teamwork vom Feinsten"

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Besichtigung, hier das Probelokal im Anbau: Richard Siegert vom Gebäudemanagement der Stadt (links) mit MdB Stephan Stracke, Landrätin Maria-Rita Zinnecker, Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell, Zweitem Bürgermeister Wolfgang Hannig und Sulzschneids Ortssprecher Roland Müller.

Marktoberdorf-Sulzschneid – „Teamwork vom Feinsten“ habe die Sanierung und Erweiterung der Mehrzweckhalle in Sulzschneid möglich gemacht.

Zu diesen Worten griff Landrätin Maria Rita Zinnecker, nachdem das Haus der Vereine neulich durch den Stöttener Pfarrer Sajimon Vargese den kirchlichen Segen erhielt. Eine Feier in der Sporthalle bildete den offiziellen Abschluss der Maßnahmen für dieses „Schmuckkästchen“, wie Zinnecker es bezeichnete.

Am Ende des Festaktes, nachdem die Musikkapelle mit der jungen Dirigentin Verena Kraus feierlich den „Schwabenhymnus“ vorgetragen hatte, trat noch Walter Sirch vom Trachtenverein ans Rednerpult. Für die Sulzschneider sei dieses Haus „wirklich wichtig“. Und Sirch setzte einen drauf. Für Kultur, Sport und gesellschaftliches Leben in der knapp 600 Einwohner zählenden Ortschaft, die einer von sechs Stadtteilen rund um Marktoberdorf ist, sei das Vereinsheim gar „lebensnotwendig“.

Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell würdigte die „Kraftanstrengung aller Beteiligten“. Das Ergebnis sei eine reife Leistung. „Wir sehen es als Investition in die Zukunft des Ortsteiles“. Das Haus käme den Vereinen zugute, die elementar für den Zusammenhalt seien. Sulzschneid sei „eigenständig und bodenständig“. Trotzdem sollten die Bewohner die Stadt als Einheit sehen, ergänzte der Rathauschef.

Kosten betragen 2,2 Millionen Euro

„Ein großes Gemeinschaftsprojekt für Sulzschneid ist fertig geworden.“ Mit diesem Satz eröffnete Richard Siegert, Gebäudemanager bei der Stadt Marktoberdorf, seinen Abriss über die Geschichte der Mehrzweckhalle und über die Maßnahmen, die 2,2 Millionen Euro kosten. Zuvor hatte er ebenso wie Bautechniker Matthias Linke eine Gruppe interessierter Gäste durch alle Räume geführt.

Siegert blickte darauf zurück, dass an der 1980 erstellten Halle vor sieben Jahren – nach dem Unglück von Bad Reichenhall – ein Statiker das Dach untersucht hatte. Das Fazit sei gewesen: Die Konstruktion sei geschwächt, es bestünde „dringender Handlungsbedarf“. Nach einem Brand in der Küche im Untergeschoss – das war Ende 2012 – wurden weitere Untersuchungen seitens der Stadt Marktoberdorf eingeleitet.

Die nächsten Schritte waren ein „ganzheitliches Sanierungskonzept“ und die Kostenschätzung. War man sich im Februar 2013 im Bauausschuss wegen des Anbaues noch uneins, so folgte nach Vorlage eines Nutzungskonzeptes 2015 der Stadtratsbeschluss.

Baubeginn war im Oktober 2015. Im März 2016 wurde das Dach erneuert – es handelt sich um eine Konstruktion mit Leimbindern. Im Sommer letzten Jahres ging es an den Innenausbau. Das Gewerk Fliesenarbeiten wurde komplett in Eigenleistung ausgeführt. So konnten 30 000 Euro eingespart werden. Erwähnt hat Gebäudemanager Siegert auch den Brandschutz mit Rauchmeldern, schweren Brandschutztüren und der Sicherheitsbeleuchtung.

Im Keller sind die Umkleiden und Nassräume der Sportler, die Schießstätte mit Küche und Stüberl sowie die Energiezentrale mit Biomasseheizung und Pellets sowie einem alten Ölofen, der zur Notversorgung noch dort belassen wurde. Auf dem Dach ist eine solarthermische Anlage installiert.

Im Erdgeschoss befindet sich die sanierte Sporthalle, die auch für gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt wird, mitsamt einer kleinen Bühne. Platz geschaffen wurde zudem für ein Stuhllager und einen großen Schrank für die Fahnen. Am meisten staunende Blicke gab es beim Rundgang freilich im neuen Raum im Anbau, der in erster Linie als Probelokal für die Musikkapelle genutzt wird. Der Akustik sei man mit geschwungenen Platten an den Wänden und einer speziellen Decke gerecht geworden, informierte Richard Siegert.

Den Löwenanteil der Kosten von 2,2 Millionen Euro schultert die Stadt Marktoberdorf. Zuschüsse kommen vom Bund (regenerative Energien), vom Land Bayern (Kulturfond) und vom Landkreis Ostallgäu (Förderung der Vereine und Sportstätten).

Manchmal auch „der Prellbock“

Roland Müller, der Ortssprecher für Sulzschneid, wandte sich schließlich mit anerkennenden Worten an die Ansprechpartner im Stadtbauamt. „Eure Art des Umgangs ist ein Musterbeispiel dafür, wie man Vertrauen bei den Bürgern gewinnt“, würdigte er neben dem fachlichen Aspekt insbesondere die menschliche Komponente bei den vielen Besprechungen – insgesamt waren es 75. Zudem erwähnte der Ortssprecher den Einsatz von Gerhard Schmid, der vor Ort Ansprechpartner für das Vereine-Domizil ist. Auf ihn sei immer Verlass. Er habe vieles geschultert, sei Organisator gewesen – und manchmal auch der „Prellbock“.

Von JJ

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