Eisenbahnfreunde Kaufbeuren zeigen Sammlung zum Bahnhof Kaufbeuren

Historisches Original und Modell

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Der Initiator der Ausstellung, Hartmut Klust, stellte den zahlreichen Besuchern eine H0-Nachbildung (Maßstab 1:87) der denkmalgeschützten Wertachbrücke vor, die 1848 gebaut wurde und nun im Stand von 1950 dargestellt wurde.

Kaufbeuren – Anlässlich der Eröffnung der Eisenbahn von Augsburg nach Kaufbeuren vor 170 Jahren veranstalteten die Eisenbahnfreunde Kaufbeuren e.V. am vergangenen Wochenende eine abwechslungsreiche Ausstellung im Bahnhof.

Schon weithin auf dem Bahnhofsvorplatz sichtbar, führte eine bestens gepflegte Kaelble-Schwerlastzugmaschine aus dem Jahre 1953 zur Ausstellung in der ehemaligen Expressguthalle des Bahnhofs Kaufbeuren. Dieses Fahrzeug war früher in Kaufbeuren eingesetzt, um mit einem Culemeyer-Straßenroller Eisenbahnwaggons auf der Straße zu transportieren.

Drinnen hatten die Eisenbahnfreunde Kaufbeuren eine abwechslungsreiche Ausstellung zusammengestellt, teilweise gestaltet mit gesammelten Originaldokumenten und Fotos zum Bahnhof Kaufbeuren, teils mit selbstgebauten, originalgetreuen Nachbauten von eisenbahntechnischen Einrichtungen. Martin Antelmann, seit mehr als 35 Jahren Mitglied und zweiter Vorstand bei den Eisenbahnfreunden, zeigte mit bescheidenem Stolz seinen Nachbau der Lokomotive „Kaufbeuren“ im Maßstab 1:8. Vor 20 Jahren hatte er von der Existenz einer solchen Lokomotive erfahren und es hatte ihn seither nicht losgelassen. „Das Modell ist mit einigen Freunden in zahllosen Arbeitsstunden innerhalb eines Jahres entstanden und wird irgendwann auch funktionsfähig sein.“ Die Räder waren extra gegossen worden, im Inneren wurde ein Stahlkessel verbaut. Das Original war bei den Königlich Bayerischen Staatsbahnen im Einsatz, um etwa 1847.

Initiator Hartmut Klust stellte begeisternd den zahlreichen Besuchern eine H0-Nachbildung (Maßstab 1:87) der denkmalgeschützten Wertachbrücke vor, die 1848 gebaut wurde und nun im Stand von 1950 dargestellt wurde. Dieses Schienenteil wurde so aufgebaut, dass es später in eine bestehende Modelleisenbahnanlage integriert werden kann.

Für Kinder und Jugendliche hatten die Veranstalter ein kleines Quiz mit Preisen vorbereitet, mit Fragen rund um den Bahnhof und die Ausstellung. In einer Kino-Ecke lief ein schon früher produzierte Videofilm der Eisenbahnfreunde.

Als H0-Fan auf kleiner Flamme erklärte sich Klaus Krust, ein Besucher der Ausstellung: „Ich habe sogar in meinem Büro zuhause eine kleine Eisenbahnecke eingerichtet. Natürlich interessiert mich auch die Historie von Kaufbeuren und des Bahnhofs“. Sigrid Marischka erinnerte sich: „Als Kind habe ich mit meinem Opa oft den Bahnhof besucht, um Zügen zuzuschauen, damals noch mit Dampfloks“. Später sei sie mit der Eisenbahn von der Provinzstadt Kaufbeuren in die Hauptstadt nach München gefahren, das war jedes Mal ein Erlebnis. Sie kenne noch den alten Bahnhof als Gusseisenkonstruktion mit Wirtschaft und Biergarten. „Und Opa hat immer das Eis bezahlt“, lachte sie. Ernsthaft fordert sie aber: „Zugfahren muss wieder attraktiver sein mit mehr Zügen, besseren Zügen, mehr Verbindungen“. Angesichts der Verkehrssituation auf den Straßen werde man wieder auf die Schiene zurückkommen, mahnte sie.

Harald Scheibler, Neumitglied bei den Eisenbahnfreunden, kannte schon lange viele der Eisenbahnfreunde. Jetzt ist er dem Verein beigetreten und trifft sich einmal in der Woche zum Fachsimpeln, Basteln und geselligen Beisammensein. Schienen und Loks für eine Modelleisenbahn hat er schon zu Hause, aber noch im Schrank. „Der Bau wird aber noch etwas dauern“, sagte er schmunzelnd.

Vom Besucherinteresse überrascht zeigte sich der Organisator Klust: „Wir hatten deutlich mehr Besucher, als wir erwartet haben. Es werden wohl 1000 Besucher an diesen zwei Tagen gekommen sein“.

von Wolfgang Krusche

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