Erste Entwurfspläne für neues Eisstadion vorgestellt – "Kein Spielraum für Schnickschnack"

Mehr geht nicht

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Das Eisstadion wird als neuer Baustein innerhalb des Sportareals gesehen. Eingriffe in die Natur sind gering, da es sich beim Standort des neuen Eisstadions um die vorhandenen Trainingsplätze der SVK handelt.
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Ein reduziertes Farbkonzept mit Sichtbeton, weißen Sitzen und dunklen Böden.
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Bei Dunkelheit ist die Arena erleuchtet und soll an einen Eisbrocken erinnern.
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So sehen die Architekten die zukünftige Kaufbeurer Eishalle. Mit Blick auf die Kosten soll die Zwischendecke jedoch entfallen.

Kaufbeuren – Das Megaprojekt der Stadt Kaufbeuren hat endlich ein Gesicht. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses präsentierte Architekt Dimitrios Kogios von „asp“ Architekten aus Stuttgart einen ersten Entwurf des neuen Eisstadions. Rund 22,5 Millionen Euro soll es kosten und maximal 3500 Besuchern Platz bieten.

Wie berichtet, soll der Neubau die marode Eishalle am Berliner Platz ersetzen. Der Entwurf wurde vom Gremium weitgehend als gelungen angesehen. Die Kosten hingegen drücken ein wenig die Stimmung, liegt man bei diesen doch bereits am oberen Rand des anvisierten Budgets. Lob für die neuen Pläne gibt es auch vom neuen Gestaltungsbeirat der Stadt, wie Baureferatsleiter Helge Carl betonte. 

So hält dieses Gremium den Standort des neuen Eisstadions aufgrund der ÖPNV-Anbindung für „gut gewählt“. Mit Blick auf den kubischen Baukörper füge sich dieser in seiner moderaten Höhe gut in die Umgebung ein. Auch das zurückhaltende und reduzierte Farbkonzept mit Sichtbetonwänden und -decken, dunklen Bodenbelägen und weißen Stühlen wurde als positiv und „wohltuend“ bewertet. Die umlaufende Industrieverglasung, die bei Dunkelheit beleuchtet eine Reminiszenz an Eis ist, wurde vom Gestaltungsbeirat als „gelungene Inszenierung“ angesehen, welche die Bedeutung des Eisstadions als öffentliches Gebäude unterstreicht. Vieles was die Architekten in ihren Plänen als Option zusätzlich zur „Basisversion“ mit anführten, wird aus Kostengründen jedoch nicht, beziehungsweise nicht gleich, realisiert werden. 

Dazu gehören auch Wünsche des ESVK und der ESVK Spielbetriebs GmbH. Dabei reichte die Bandbreite von zusätzlicher Betonbeschichtung über LED-Beleuchtungen in Nebenräumen bis hin zu zusätzlichen Lagerflächen für einen noch anzuschaffenden Abdeckboden oder eine Erweiterung des Gastronomiebereiches und eine asphaltierte Feuerwehrumfahrung. Vor allem die Kosten für eine vom Architekten gewünschte Zwischendecke für rund eine halbe Million Euro mit Planungskosten von rund 35000 Euro wollten die Stadträte nicht ausgeben. „Ich will das Spiel auf der Eisfläche sehen und nicht die Decke“, erklärte hierzu Helmut Folter (CSU). 

Damit seien dann zukünftig die „fliegenden Fertiggaragen“ unter dem Dach sichtbar, erklärte hierzu OB Stefan Bosse und meinte die fünf Technikcontainer, die dort untergebracht werden sollen. 

Kosten noch im Rahmen 

Nicht ohne Grund wurde auf eine Vielzahl der Vorschläge verzichtet, schlägt die „Basisversion“ bereits mit rund 21,1 Millionen Euro zu Buche. Hinzu kommen nun noch einige Empfehlungen, die sich noch einmal auf rund 400000 Euro beziffern. Was das Stadion letztlich genau kostet, kann noch nicht gesagt werden, so Baureferent Carl. Eine Rolle spielt etwa der unbeeinflussbare allgemeine Baukostenindex. Carl geht von einer „Kostenunschärfe“ von plus/minus 20 Prozent aus. Damit könnte der Preis für das neue Eisstadion im besten Fall auf 18 Millionen Euro sinken und im schlechtesten Fall auf rund 27 Millionen Euro steigen. 

Wie OB Bosse betonte, sei man mit Blick auf die aktuellen Zahlen in dem Rahmen geblieben, den man den Bürgern im Vorfeld suggeriert hatte. „Wenngleich am Oberen Ende“, bedauert der Rathauschef, „daher ist kein Spielraum für Schnickschnack“. Um die Kosten noch zur reduzieren hofft der Rathauschef auf Vergabegewinne und setzt auf die heimische Wirtschaft, „die gute Angebote machen soll“. Nachdem der Bauausschuss nun das Paket für das neue Eisstadion als Empfehlung für den Stadtrat geschnürt hat, muss dieser in seiner Sitzung am 21. Juli über die Vorentwurfsplanung entscheiden. Im Bauausschuss hatten sich die Vertreter von SPD, Grüne und FDP gegen die Pläne ausgesprochen. Sollte der Stadtrat zustimmen, arbeiten die Planer ein konkretes Konzept aus. Auch dann werden die Kosten wieder etwas eindeutiger. Dieser Entwurfsplan könnte dann Ende November dieses Jahres vom Stadtrat verabschiedet, eine Baugenehmigung dann Anfang April 2016 erteilt werden. Baubeginn wäre im Mai 2016, eine Inbetriebnahme könnte man dann Ende September 2017 anvisieren. von Kai Lorenz

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