Derzeitige Kosten: 22,831 Millionen Euro

Gegen Wind und Wetter

Kaufbeuren – Der Stadtrat entschied sich in seiner letzten Sitzung beim neuen Eisstadion mehrheitlich für ein durchgezogenes Vordach zwischen den Kassen mit Mehrkosten in Höhe von 115.430 Euro. Nach Vorliegen der jetzigen Kostenschätzung hatten einige Mitglieder, darunter auch der OB, im Gegensatz zur vorangegangenen Ausschusssitzung ihre Meinung geändert.

Gut ein Drittel der anwesenden Räte waren von der Notwendigkeit allerdings nicht überzeugt und verweigerten dem Vorhaben ihre Zustimmung. Der Bauausschuss hatte sich in seiner vorangegangenen Sitzung lediglich eine reduzierte Variante vorstellen können und die Verwaltung anstelle der vorliegenden Schätzung mit der konkreten Erarbeitung eines solchen Vorschlages beauftragt. Diese kleinere Alternativlösung in Form von zwei Einzeldächern über dem Eingangsbereich mit Kosten in Höhe von 71.638 Euro stellte Baureferent Helge Carl eingangs der Ratssitzung vor.

OB Stefan Bosse zeigte sich „geläutert“ und revidierte seinen bisherigen Standpunkt zu einem Vordach. „Ich war ein Verfechter der Einhaltung der Kosten“, so die Stadtspitze. Deshalb habe er ein Vordach nicht für zwingend erforderlich gehalten. Die vom späteren Betreiber ins Spiel gebrachte Verschmutzung durch das Einbringen von Schneematsch und Streusalz sei ein Grund.

„Ich möchte aber als Nichtraucher eine Lanze für die Raucher brechen, die auch trocken stehen sollten“, sagte Bosse, der sich in der großen Lösung auch von seinen Finanz- und Baureferenten unterstützt sah.

In der sich anschließenden Diskussion signalisierte zunächst Oliver Schill (Grüne) seine Zustimmung: „Es wäre ein Witz, wenn wir bei den Kosten des Eisstadions auf ein Vordach verzichten würden.“ Volker Kollmeder (FW) votierte ebenfalls dafür und sah „schlechtes Wetter mit dem Schutz für den Kassenbereich“ als Grund für die große Lösung. Dem schlossen sich Ernst Holy („die meisten Neubauten haben Vordächer“) und Robert Klauer („habe meine Meinung auch geändert“) (beide KI) an.

 „Ich kann mir das Stadion ohne Vordach nicht vorstellen“, so Gerhard Bucher (CSU), der sich wie sein Fraktionskollege Johannes Böckler („die Ordner stehen stundenlang draußen“) für ein großes Vordach aussprach.

Gegenstimmen 

Ralf Baur (SPD) war anderer Meinung: „Es geht auch ohne Vordach.“ Es gebe Beispiele für andere Lösungen in der Oberflächengestaltung als „Sauberlauffläche“ und die Lösung sei ihm „zu teuer“. Ähnlich argumentierte Dr. Thomas Jahn. „Ich kann mich den technischen Argumenten nicht anschließen“, so der Fraktionssprecher der CSU. Es sei vielleicht wünschenswert, aber aus Kostengründen plädiere er zunächst für ein Zurückstellen und gegebenenfalls eine spätere Nachbesserung.

Bei 38 anwesenden Räten wurde gegen 14 Stimmen der Vorschlag für ein großes Vordach angenommen. Die Gesamtkosten des Eisstadions liegen damit derzeit bei 22,831 Millionen Euro. Einsparungen in Höhe von 313.800 Euro durch einen Wärmeverbund mit dem Hallenbad bei Ersatzbeschaffung eines Blockheizkraftwerkes in Höhe von rund 659.000 Euro durch die Stadt sind eingerechnet. Der ESVK als Verein bringt mittels eigener Beteiligung die Mehrkosten für die Kabinenausstattung DNL und Spitzensport in Höhe von rund 49.000 Euro auf.

von Wolfgang Becker

Meistgelesen

Eiskalt durch den Dreck
Eiskalt durch den Dreck
Frau klettert auf Laterne und kommt nicht mehr herunter
Frau klettert auf Laterne und kommt nicht mehr herunter
Stolz auf geleistete Arbeit
Stolz auf geleistete Arbeit
Elektroautos intelligent laden
Elektroautos intelligent laden

Kommentare