Ab März 2018 wird die Bahn im Allgäu endlich elektrisch

Einschränkung für Bahnfahrer

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Die Bauarbeiten für die Elektrifizierung der Bahnstrecke München - Lindau werden im März nächsten Jahres nach langer Planung endlich begonnen, wie der Projektleiter der Deutschen Bahn, Matthias Neumaier, jetzt im Rahmen einer Pressekonferenz erläuterte.

Allgäu/Buchloe – Die Bahnstrecke zwischen Lindau und München soll als erste Verbindung im Allgäu elektrifiziert werden. Der Umbau der Strecke wird allerdings mit einigen Sperrungen und damit Einschränkungen für tausende von Bahnreisende einhergehen.

So soll der Abschnitt zwischen Leutkirch und Buchloe ein halbes Jahr, vom 23. März bis zum 10. September 2018 vollständig gesperrt sein. Das verkündete jüngst die Deutsche Bahn in Memmingen, wo sie auch die Baupläne für die 155 Kilometer lange Strecke präsentierte und versprach, das Bahnfahren für die Kunden dennoch so angenehm wie möglich zu gestalten. Insgesamt seien rund 3200 Bahnfahrer pro Tag betroffen.

Sie werden auf Teilstücken immer wieder auf Busse umsteigen müssen, die die Bahn als Schienenersatz anbietet. Während der Bauphase im Sommer 2018 sollen Schnellbusse zwischen Leutkirch und Buchloe eingesetzt werden. Die Reisezeit für die Fahrt von Buchloe nach Memmingen werde, laut Bahnangaben, bis zu 20 Minuten mehr, von Memmingen nach Leutkirch etwa 24 Minuten mehr betragen. Die Streckensperrung werde auch den Fernverkehr betreffen, hieß es weiter. Die Fernverkehrszüge Eurocity von München nach Zürich sollen mit einer Fahrzeitverlängerung von 15 bis 20 Minuten über Kempten umgeleitet werden, der Halt in Memmingen entfalle.

850 Millionen-Euro-Projekt

Das Projekt sei, so Matthias Neumaier, Projektleiter bei der Deutschen Bahn, trotz langer Planung im Zeitplan. Ende des Jahres 2020 soll die elektrifizierte Strecke in Betrieb gehen, die Kosten sind insgesamt auf rund 850 Millionen Euro beziffert. Auch die Schweiz wird sich mit 50 Millionen Euro an den Kosten beteiligen. Bahnreisende sollen dann von einer verringerten Reisezeit um rund 20 Prozent profitieren. Das heißt, dass sich durch die Elektrifizierung die Fahrzeiten zwischen München und Zürich auf dreieinhalb Stunden (von aktuell viereinhalb Stunden) verkürzen werden. Die erhöhte Streckengeschwindigkeit komme, so Neumaier, auch dem konventionellen Regionalverkehr zugute, da durch die Umbaumaßnahmen auch diese Züge schneller fahren könnten. Neben der Elektrifizierung der gesamten Strecke würden viele Brücken, Gleise und Weichen erneuert und die Leit- und Sicherungstechnik modernisiert. Auf der Gesamtstrecke würden beispielsweise 3500 Oberleitungsmasten mit Vogelschutzmarkern und 281 Kilometer Kettenwerk verbaut.

Lärmschutz hat Priorität

Wichtig für die Deutsche Bahn sei außerdem, die Lärmbelastung für die Anwohner so gering wie möglich zu halten. Und das während sowie nach Abschluss der Bauarbeiten. Man habe zum Beispiele längere Sperrzeiten in Kauf genommen, um lärmintensive Arbeiten untertags zu erledigen, sagte der Projektleiter. Insgesamt würden 25 Kilometer an bis zu vier Metern hohe Schallschutzwände verbaut. Außerdem sollen 13 Gleiskilometer eingerichtet werden, an denen der auftretende Lärmpegel kontinuierlich überwacht würde. Regelmäßig geschliffene Gleise und Schienenschmiere in engen Kurven sollen darüber hinaus Quietsch- und Abriebgeräusche reduzieren. Für den passiven Schallschutz sei geplant, rund 2700 Häuser und Wohnungen mit Schallschutzfenstern und -lüftern zu versehen. „Wir stecken 20 Prozent der Projektkosten in Maßnahmen zur Lärmvorsorge“, sagte Neumaier.

ah/ew

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