Stadt Buchloe will an einem Versuch für Elektromobilität teilnehmen

Zukunftsvision in Sachen Energie

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Bilder wie dieses könnten ab kommendem Jahr am Buchloer Pendlerparkplatz zum Alltag gehören – wenn das Bayerische Verkehrsministerium die Förderzusage ausstellt

Klingt wie Zukunftsmusik, könnte aber schon 2014 Realität werden: Der Buchloer Pendlerparkplatz soll zu einem idealen Parkplatz für Elektroautos werden und statistischen Daten helfen dem Verkehrsministerium, an einer fortschrittlichen Verkehrtspolitik zu arbeiten. Noch wartet die Stadt auf die endgültige Zusage für die Teilnahme am Projekt.

Pendler und ihre Fahrzeuge sind am Buchloer Bahnhof kein seltenes Bild: Die Haltestelle wird in erheblichem Umfang von Menschen genutzt, die mit dem Auto aus dem Umland kommen und zum Parken den P+R-Parkplatz am Bahnhof nutzen. Hier könnte schon im kommenden Jahr ein Aspekt dazu kommen, der jetzt noch wie Zukunftsmusik klingt: Einige der Pendler fahren den Bahnhof mit einem Elektroauto an und können ihr Fahrzeug während der Parkzeit an einer sogenannten „intelligenten Ladestation“ anschließen. Das Besondere: Die Autos werden kostenlos für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung gestellt. Wirklichkeit könnte diese Vision mit 15 Fahrzeugen werden – aus deutscher, möglichst sogar bayerischer Produktion. 

 „Umwelt und netzoptimiertes Lademanagement an P&R-Parkplätzen“ lautet der etwas sperrige Name dieses Projekts, das vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie (StMW) initiiert wurde und das Buchloe an die Spitze einer fortschrittlichen Verkehrspolitik katapultieren würde. Der Stadtrat zumindest gab auf seiner jüngsten Sitzung dazu schon grünes Licht. Die Stadt wird 36.000 Euro, verteilt auf drei Jahre, bereitstellen. Das beschlossen die Gremiumsmitglieder einstimmig. Das Gesamtvolumen wird bei rund 1,3 Millionen Euro liegen. 

Ziel des Forschungsprojektes ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie der Schienennahverkehr mit dem öffentlichen Personennahverkehr und der Elektromobilität optimal ver- netzt werden kann. Darüber hinaus soll eine Sensibilisierung der Pendler für tatsächliche Mobilitätsbedürfnisse und eine Steigerung der Akzeptanz von Elektrofahrzeugen erreicht werden. 

Noch ist jedoch nichts endgültig entschieden, denn die Förderzusage über das Innovations- und Technologiezentrum Bayern (ITZB) des StMW steht noch aus. Doch die Chancen stehen nicht schlecht für Buchloe. Professor Dr. Wolfgang Mauch, Geschäftsführer der Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V. und Eckard Wruck, Leiter der Abteilung Kommunikation und Marketing bei der LEW AG informierten den Stadtrat ausführlich über den Status Quo. 

Ein intelligentes Lademanagementsystem für Elektroautos, so Professor Mauch, sehe vor, dass der Autofahrer beim Parken entweder über sein Handy oder direkt an der Ladesäule eingibt, wann er wieder wegfahren möchte. Je nach verfügbarer Batteriekapazität berechnet die Ladestation die Aufladung der Batterie unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden regenerativen Energie aus der Region, zum Beispiel von Windkraftanlagen. Mauch sprach hierbei vom „Heimatstrom“, der genutzt werden solle. 

Die Stadträte fanden das Projekt durchwegs gut. Ratsmitglied Rudolf Grieb wünschte sich auch Ladestationen für Fahrräder. Auch Rathauschef Josef Schweinberger ist begeistert: „Das Projekt kommt uns zugute“. Diskutiert wurde allerdings, ob die Ladestationen auch von Elektroauto-Besitzern genutzt werden können, die nicht an dem Projekt teilnehmen. Nach Aussage von LEW-Marketingchef Eckhard Wruck soll dies aber gewährleistet werden. 

Das Auswahlverfahren, das bestimmt, wer eine Fahrzeug bekommen soll, wird derzeit noch diskutiert. In Frage kommen grundsätzlich Pendler aus der näheren und ferneren Umgebung. Diese sollen zunächst über einen zweimonatigen Test mittels GPS ihr Mobilitätsverhalten belegen. Daraus werden dann die Probanden ermittelt, die ein Elektrofahrzeug gestellt bekommen. von csp

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