Familie erhält Urkunde

Ella und der Präsident: Ehrenpatenschaft für siebtes Kind der Familie Bräutigam aus Kaufbeuren

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Neun Tellerchen stehen bei Familie Bräutigam auf dem Tisch. Vater Thomas (hinten v. li.), Mia, Lola und Mutter Sabine mit Baby Ella, Sina (vorne v. li.), Niclas, Silas sowie Ida freuen sich über die Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten.

Kaufbeuren – Die kleine Ella kam nicht nur während des Corona-Lockdowns zur Welt, sie ist außerdem das siebte Kind ihrer Eltern Sabine und Thomas Bräutigam. Das ist außergewöhnlich, weshalb der Bundespräsident Deutschlands, Frank-Walter Steinmeier, eine Ehrenpatenschaft für die Kleine übernimmt. Die Urkunde dazu überreichte Kaufbeurens Bürgermeister Oliver Schill am vergangenen Freitag an die stolzen Eltern.

Der Bürgermeister erklärte zunächst, weshalb „praktisch der oberste Repräsentant Deutschlands“ eine solche Ehrenpatenschaft übernimmt: als Symbol für die besondere Verpflichtung des Staates den Großfamilien gegenüber. So dürfe die besondere Bedeutung hervorgehoben werden, welche Familien für unsere Gesellschaft haben. Sie soll auch mit dazu beitragen, das Sozialprestige kinderreicher Familien zu stärken.

Eine Großfamilie war von Anfang an der Wunsch von Sabine und Thomas Bräutigam. Doch mit sieben Kindern hätten sie nicht gerechnet. „Eigentlich ist Ella die Achte“, so Sabine Bräutigam. Ihre erste Tochter, Lena, wurde nur wenige Monate alt. Mit fünf Mädchen und zwei Jungs wuchs die Familie in den vergangenen 15 Jahren jedoch. Heute klappt das Miteinander „wirklich gut“. Die Arbeit gehe Hand in Hand, berichtete Thomas Bräutigam. Und so habe er auch Zeit, um ehrenamtliche Vater-Kind-Camps zu organisieren. Sabine Bräutigam wurde im vergangenen Jahr für 25 Jahre aktiven ehrenamtlichen Dienst bei der DLRG geehrt. Die älteren Töchter Mia (15), Lola (12) und Sina (10) reiten und spielen ein Streichinstrument. Silas (5) geht noch nicht zur Schule und tobt zu Hause herum, Niclas (8) ist gerne auf dem Wasserspielplatz im Wertachpark. Und Ida (2)? „Ida räumt alles aus“, schmunzelte Thomas Bräutigam.

Neben der Urkunde gibt es ein Geldgeschenk in Höhe von 500 Euro vom Bund, die Stadt Kaufbeuren legt nochmals 250 Euro drauf. Was sich die Bräutigams jedoch wünschen, ist mehr Respekt und weniger Vorurteile. „Es ist schade, dass andere immer davon ausgehen, dass wir etwas nicht richtig machen“, so Sabine Bräutigam. „Als Großfamilie steht man leider im Fokus und dabei wird vieles negativ bewertet“, bedauerte Thomas Bräutigam.

von Selma Höfer

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