Eine neue Kapelle zum Dank

Eltern wollen für kranke Tochter zwischen Ober- und Untergermaringen eine Kapelle im »Hart« errichten

Kapelle in Landschaft mit Baum
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Symbolbild

Germaringen – Aus Dankbarkeit für die Lebensrettung der Tochter, die mit einem schweren Herzfehler geboren wurde, wollen deren Eltern eine Kapelle als neuen Ort des Glaubens und der Hoffnung errichten. Zwischen Ober- und Untergermaringen soll sie im „Hart“ gebaut werden. Mit dem Vorhaben beschäftigte sich kürzlich der Germaringer Gemeinderat und erteilte dem Anliegen der Eheleute einstimmig seinen Seegen. Diskussionen gab es aber bei der Anbindung der geplanten Kapelle.

In der Gemeinderatssitzung befasste sich das Gremium zunächst mit dem Neubau der geplanten Kapelle und im Anschluss mit der entsprechenden Anbindung an das öffentliche Wegenetz. Laut Zusicherung der Bauherrn soll die Kapelle, die den Namen „Maria im Hart“ erhält, für die Allgemeinheit zugänglich sein. Mitglieder des Gemeinderats hatten bereits im Vorfeld die Gelegenheit den vorgesehenen Standort in Augenschein zu nehmen. Dieser befindet sich auf einer Wiesenfläche oberhalb der Nebenstraße, dem sogenannten Promilleweg zwischen Ober- und Untergermaringen. Das Ganze liege, wie Bürgermeister Helmut Bucher erklärte, im Außenbereich, weshalb für eine Genehmigung dieses geplanten Bauvorhabens das Landratsamt Ostallgäu zuständig sei. Allerdings müsse auch die Gemeinde ihr Einvernehmen dazu erteilen.

Die Familie Barnsteiner tritt bei diesem Kapellen-Neubau als Bauherr auf. Wie Germaringens Gemeindeoberhaupt dazu erklärte, sei eine ernsthafte Erkrankung einer Tochter des Ehepaares, die mit einem schweren Herzfehler geboren wurde, der maßgebliche Anlass für die Errichtung dieser Andachtsstätte. Die Lebensrettung des Kindes als Dank und gleichzeitig die Bitte für eine Linderung und Heilung seien die Hauptbeweggründe für dieses Projekt.

Über den Bau der Kapelle herrschte Einigkeit im Gremium, nicht aber bei einer passenden Wegeanbindung. Diskutiert wurden Vorschläge für Verbindungsmöglichkeiten, beispielsweise zum bestehenden Radweg Ober- und Untergermaringen beziehungsweise über die Verbindungsstraße Alleeweg-Hart. Dabei ist der für den Bau ausgewählte Platz zur Zeit über einen landwirtschaftlich genutzten und der Gemeinde gehörenden Feldweg erreichbar. Allerdings war immer wieder zu hören, dass diese Kapelle, allein schon wegen der schönen, aussichtsreichen Lage für die Öffentlichkeit unbedingt gut zugänglich sein müsse, da dieser Platz ein attraktives Ziel für Spaziergänger aus der Umgebung sein könne. Das Ganze wäre eine echte Bereicherung. Gefahr bestehe aber, wenn man am jetziger Zugang festhalte, dass die zu erwartenden Fußgänger dann vermehrt querfeldein laufen und das sei nicht erwünscht. Deshalb müsse von Anfang an eine gute Anbindungsmöglichkeit an das bestehende Wegenetz geschaffen werden.

So plädierten einige Ratsmitglieder dafür, zunächst ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten. Dies müsse vor einer Abstimmung über das Bauvorhaben geschehen und vor allen Dingen eine sinnvolle Anbindung enthalten. Dabei wurde ausdrücklich betont, dass man auf gar keinen Fall gegen den Bau einer Kapelle sei. Ganz im Gegenteil, es sei begrüßenswert, dass aus geschildertem Anlass und aus Dankbarkeit ein Ort des Glaubens und der Hoffnung entstehen solle.

Einig war man sich darin, dass eine barrierefreie Zuführung für Behinderte aufgrund der gegebenen topografischen Verhältnisse kaum möglich sei. Auch wurde die Frage in den Raum gestellt, ob es überhaupt gewollt sei, dass sich diese vom Bauherrn zwar für die Öffentlichkeit zugängige Kapelle zu einem viel besuchten Spaziergängerziel entwickeln solle und der vorhandene Feldweg unter Umständen völlig ausreiche. Schließlich müsse die Kapelle, allein schon wegen ihres Zweckes, unter allen Umständen in erster Linie ein Ort der Besinnung, der Dankbarkeit und Hoffnung sein und bleiben. Bei drei Gegenstimmen, deren Beweggründe entsprechend vorgetragen wurden, erteilte das Gremium seine Zustimmung zum Antrag. Hinsichtlich einer verbesserten Anbindung werde nach einer Problemlösung gesucht.

Klaus-Dieter Körber

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